6. Jul. 2007
Warum verlieben wir uns ? In wen verlieben wir uns? Wie schaffen wir es geliebt zu werden? Was passiert mit und in uns, wenn wir uns verlieben und was wenn wir lieben? Was zerstört die Liebe und wie kann man sie erhalten? So lauten die Fragen, die wir alle uns immer wieder stellen. Der Wissenschaftpublizist Bas Kast berichtet welche Antworten die Wissenschaften auf diese uns alle bewegenden Fragen liefern.
Sonntagmorgen, vereinzelt blinzelt die Sonne durchs Gewölk. Eigentlich müsste man dringend noch ein paar Stunden schlafen. Schließlich war die Nacht zuvor die “Saturday Night”. Eine fiebrige Nacht also, in der man sich als durchschnittlicher westeuropäischer Single-Mensch üblicherweise allerlei zweifelhaften Single-Vergnügungen auf der Piste hingibt, in der Hoffnung dort auf andere Single-MenschInnen zu treffen. Man könnte meinen, normale Single-Menschen nehmen sich genau deshalb Sonntags nichts vor, weil sie die Hoffnung nicht aufgeben wollen (können), ihre samstagnächtlichen Bemühungen mögen doch irgendwann einmal andere Ergebnisse zeitigen als einen ausgewachsenen Kater. Nun - ich hatte zum Glück zwar keinen Kater, trotzdem bewegte sich meine Begeisterung ob des infernalischen Gebimmels eines elektronischen Weckers an diesem Sonntag morgen deutlich im unteren Bereich. Immerhin - so sagte ich mir, wie um mich zu motivieren - bist Du eingeladen in die Akademie der Giordano-Bruno-Stiftung, den “Think-Tank der Atheisten“ also, wie der Spiegel kürzlich schrieb. Ein Ort, an dem mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Anwesenheit diverser Fundamentalatheisten, Brightsvordenker und deutscher Chefatheisten zu rechnen ist. Mithin die Speerspitze der “neuen Atheisten”, solche Leute trifft man ja immer gerne, schon allein um sich über deren unheimliche und ungeheuerliche Pläne zu informieren.
Entgegen meiner Erwartungen werde ich nicht in einer schwarzen Kutsche abgeholt, auch wird mir kein Sack über den Kopf gezogen oder meine Sinne sonst wie eingeschränkt oder vernebelt. Es ist ein ganz normales Kraftfahrzeug - ein profaner Kombi übrigens - und die darin sitzenden Menschen sehen völlig normal aus und tragen allesamt normale Kleidung. Wahrscheinlich Tarnung, sage ich mir, lausche gespannt dem Gespräch und erlebe eine erneute Enttäuschung: Gewöhnlicher Smalltalk wird ausgetauscht, dann hören wir Musik und ein Kinderbuch wird herumgereicht, in dem ich keine einzige sublime Botschaft zu entdecken vermag. Es wird hier - so meine intuitive Vermutung - mit einem geheimen Code kommuniziert, den ich erst zu entschlüsseln vermag, sobald ich die Initiationsriten erfolgreich (also lebend) hinter mich gebracht haben werde. Immerhin erfahre ich, worum es heute in der Akadamie gehen wird: Um Liebe, Lust und Leidenschaft. Aha - wußte ich es doch: Polymorph-perverses Atheistenpack!
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