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  • 6. Mrz. 2008

    Heute vormittag fand sie statt, die Verhandlung vor der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn die Entscheidung. Sie dauerte anderthalb Stunden:

    Focus Online:

    Die nötige Zweidrittelmehrheit, die für eine Indizierung des Buches nötig gewesen wäre, kam demnach nicht zustande.

    Der Tagesspiegel:

     

    Das umstrittene Buch von Philosoph Michael Schmidt-Salomon “Wo bitte geht’s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel”, gehört nach Meinung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien nicht auf den Index.

    Frank Welker, Vertriebsleiter des Aschaffenburger Alibri-Verlags:

    „Die Pluralisierung ist gerettet. Es hat sich gezeigt, dass es mehrere Meinungen geben kann.“ Er berichtete im Anschluss an die Verkündung, es habe eine lange Diskussion gegeben. Einzelne Mitglieder des Gremiums, dem auch Vertreter der Kirche, der Jugendhilfe und Autoren angehören, seien durchaus der Auffassung gewesen, das Buch beinhalte antisemitische Tendenzen.

    hpd-online:

    „Alles andere als ein Freispruch wäre ein Skandal gewesen!”, sagte Autor Michael Schmidt-Salomon nach der Urteilsverkündung. „Eine offene Gesellschaft kann es sich nicht leisten, religiöse Gefühle unter Denkmal-Schutz zu stellen. Dies würde zu einer gefährlichen Unterhöhlung der Streitkultur der Aufklärung führen.”

    Illustrator Helge Nyncke wertete den Urteilsspruch als „Sieg des gesunden Menschenverstandes über das religiöse Scheuklappendenken”: „Ich bin sehr erleichtert - jetzt darf endlich ganz offiziell in unseren Kinderbüchern auch über Religion wieder nachgedacht und gelacht werden.”

    Gunnar Schedel, Leiter des Alibri Verlags, richtet den Blick bereits nach vorn: „Jetzt erteile ich erstmal den Auftrag zum Druck der vierten Auflage”, meinte er unmittelbar nach der Verhandlung, „und heute Abend geh ich ins Hannebambel und gönn mir nach all dem Stress ein gemütliches Weißbier”.

    4. Feb. 2008

    Ohne Worte:

    [youtube _ACWXnwGNB0]

    1. Feb. 2008

    Der Antrag auf Indizierung des Kinderbuches “Wo bitte geht es zu Gott? fragte das kleine Ferkel” löste ein breites Medienecho aus, sowohl in den klassischen (sie selbst nennen sich professionelle) Medien als auch in der Welt der Blogger. Eine kleine Presseschau an Hand derer der Leser selbst entscheiden möge, wie gut professionelle Schreiber ihre Hausaufgaben machen.

    Heide Oestreich griff für die taz als erste die Meldung des Humanistischen Pressedienstes auf. Vielleicht ist ihr Artikel deshalb so erstaunlich neutral, weil Frau Oestreich vorher kaum ahnen konnte, welchen Weg das Rudel später einschlagen würde und die Rolle einer Leitwölfin für die Medienmeute wollte oder konnte sie nicht geben. Immerhin - und das muss man ihr im Lichte der anderen Beispiele hoch anrechnen - stellt sie die Stimmen beider Parteien mehr oder weniger im Wortlaut einander gegenüber. Passagen aus dem Indizierungsantrag des BMFJS erscheinen in gleichem Umfang wie Autoren und Verleger. Eine eigene Meinung zum Vorfall hat sie indes nicht. Einigermaßen bemerkenswert, geht es hier doch immerhin um die Frage ob ein Kinderbuch antisemitische Stereotype verbreitet oder ob sich hinter diesem Vorwurf Zensurabsichten, mit dem Ziel berechtigte Religionskritik zu desavouieren, verbergen. Eine Frage zu der man eigentlich eine Meinung haben sollte. Und unabhängig davon wie man diese Frage beantwortet, sollte man diese Antwort nicht verschweigen, schon gar nicht wenn man Gelegenheit (und Auftrag?) hat, diese seine Meinung in einem Medium wie der taz kund zu tun. Einen Hauch Subversivität gönnt Frau Oestreich sich noch am Ende ihres Artikels, in dem sie die Leser darauf hinweist, dass dass das noch nicht indizierte Buch noch käuflich zu erwerben sei

    Die angeblich jugendgefährdende Religionsfeindlichkeit des Buchs ist übrigens dem Buchdienst Amazon noch gar nicht aufgefallen: Dort wird das Werk unter “Religiöse Kinderbücher” geführt - und verkauft sich blendend.

    Das allerdings ist auch nicht ganz richtig. Das Amazon das Buch verkauft ist wohl kein Versehen. Warum sollten sie denn nicht? Vom dem Indizierungsantrag wissen sie offensichtlich, denn Rezensionen, die darauf aufmerksam machen, dass das Buch möglicherweise bald nicht mehr frei verkäuflich sein könnte, werden wie bei Amazon üblich nach kurzer Zeit gelöscht. 1

    Inzwischen hat Heide Oestreich einen zweiten Artikel in der taz nachgeschoben. Dieses Mal sind es Sprecher diverser Religionsgeminschaften und Pädagogen, die zu Wort kommen, bis auf zwei Ausnahmen alles Befürworter der Indizierung.

    Der taz folgten etliche News-Portale, die sich darauf beschränkten die reine Agentur-Meldung zu verbreiten.: Berliner Literaturkritik, Ruhr Nachrichten, Presse Portal , die Zeit und etliche mehr (ausführliche Linkliste). Lobend zu erwähnend ist allerdings die Meldung auf Domradio.de, dem Portal des Radiosenders des Erzbistums Köln, die ohne Rückgriff auf Formulierungen der Agenturmeldung und obendrein völlig sachlich den Fall schildert und ebenfalls beide Seiten zu Wort kommen lässt.

    Ungleich erschreckender ist die der Artikel von Alan Posener in der Welt. Was wir von ihm zu erwarten haben verrät uns schon die Überschrift “Wie antisemitisch kann ein Kinderbuch sein?” oder spätestens der Teaser:

    Das Bundesfamilienministerium geht gegen das Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel” vor. Es soll auf den Index. Grund: Die Weltreligionen werden darin verunglimpft, besonders das Judentum. Aber eigentlich ist das atheistische Werk für die Zensur viel zu schlecht.

    Trotz kraftvoller Polemik mag Posener sich offenbar ebenfalls (noch) nicht zu einem eindeutigen Statement durchringen:

    Anders als in der muslimischen Welt ist in Europa die Religionskritik erlaubt. Es sei denn, sie wird verboten. Während der muslimische Mob aus Protest gegen Mohammed-Karikaturen Botschaften abfackelte, zieht nun das Bundesfamilienministerium gegen eine Kinderfibel zu Felde. „In dem Buch werden die drei großen Weltreligionen Christentum, Islam und das Judentum verächtlich gemacht“, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums an die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. [...] Dass aber solche Reimdichoderichfressdicherei wirklich „jugendgefährdend“ sei, glaubt man vermutlich auch in Ursula von der Leyens Ministerium nicht.

    Also nicht “wirklich” jugendgefährdend oder wie?

    Christen werden lächerlich gemacht
    Deshalb wird die ultimative Keule herausgeholt: Das Judentum, so das Ministerium, „werde als besonders Angst einflößend und grausam dargestellt“. Das stimmt, leider.

    Aber doch antisemitisch? Und wieso”Das stimmt, leider” ?

    Nicht nur werden bei der Darstellung des Judentums elementare Fehler gemacht, etwa indem die Synagoge vom Rabbi als „Tempel“ bezeichnet und behauptet wird, nur Juden dürften sie betreten. Einzig der Rabbi darf die schlichte Wahrheit aussprechen: „Gott, der Allmächtige, ist nicht nett!“ Eine Wahrheit, die er mit der Sintflut belegt.

    Sehr interessante Schlussfolgerung. Jemand, der einem Rabbi in einem Kinderbuch die Worte “Gott ist nicht nett” in den Mund legt und/oder vermeintlich fälschlicherweise von einem Tempel (statt Synagoge) berichtet, den nur Juden betreten dürfen und/oder was auch immer mit der Sintflut belegt ist ein Antisemit? Also bitte, Herr Posener, geht’s noch? Der Reihe nach: 1. Gott ist nicht nett und er ist es nie gewesen. Sein Lebenswerk - besonders der erste Teil - ist voll von Zeugnissen davon. 2. Die Sintflut ist keine Erfindung der Autoren dieses Kinderbuches, sondern die Erfindung irgendwelcher religiöser Propheten. 3. Die Protagonisten des Ferkelbuches besuchen nicht irgendeine beliebige Synagoge sondern ein Gebäude, das sich auf einem so genannten Tempelberg befindet:

    „Ich hab’ mal ein paar Menschen über Gott streiten hören“, sagte der Fuchs. „Sie haben ihm dort oben auf dem Tempelberg große Häuser gebaut.“ „Worüber haben sie sich denn gestritten?“, fragte der kleine Igel. „Ich glaube, sie sind sich nicht einig, in welchem dieser Häuser der Herr Gott nun wohnt“, antwortete der Fuchs und fügte leise hinzu: „Wenn ihr mich fragt, geht besser nicht dorthin! Die Leute da oben sind ziemlich verrückt !“

    Da sogar zeichnerisch der Jerusalemer Felsendom nachempfunden wird, dürfte es hier unzweifelhaft nicht irgendeine beliebige Synagoge gemeint sein, sondern der (nicht mehr existente und folglich fiktive) israelitische Tempel.

    Ein Fall für den Index? Kinderbücher, die zu unterhalten vorgeben, in Wirklichkeit aber erziehen wollen, sind ohnehin eine Pest. Eigentlich gehörten sie alle verboten. Aber Kinder sind weniger doof, als die meisten Eltern und Zensoren glauben. Wenn sie die Gelegenheit haben, greifen sie instinktsicher zu moralfreien Geschichten wie „Pu der Bär“. Der wird ein Klassiker bleiben, wenn dieses traurige Dokument der Borniertheit längst vergessen ist. Es zu verbieten wäre zu viel der Ehre.

    Zum Abschluss hat Posener es dann also doch noch geschafft, sich gegen eine Zensur/Verbot/Indizierung auszusprechen, wenn auch aus den falschen Gründen. Ganz anders Herr Alexander Rühl in der Süddeutschen Zeitung, der offensichtlich Kritik und Zensur überhaupt nicht zu unterscheiden vermag. Er beginnt seinen Artikel mit einem Verriss des Ferkelbuchs:

    Es gibt viele schlechte Kinderbücher; am schlechtesten aber sind die indoktrinierenden. In ihrem Bemühen, den Kindern nur ja die richtige Botschaft einzuhämmern, verzichten die Autoren auf alle Originalität, auf jedes erzählerische Detail, das einfach nur da sein darf, absichtslos, interessant und schön. Die Illustratoren malen dazu keine eigenständigen Bilder, sondern pinseln farbige Thesen.

    Die Lektüre solcher Bücher ist trostloser als ein Spaziergang über zubetonierte nordkoreanische Freiflächen, alles plan und platt, nirgends auch nur das kleinste Pflänzchen, das zweckfrei vor sich hinsprießen dürfte.

    Rühl mag das Buch also nicht, muss er auch nicht, aber :

    Insofern ist ein soeben bekannt gewordenes Indizierungsverfahren des Bundesfamilienministeriums schon aus ästhetischen Gründen zu begrüßen.

    Man mag es in gutem Glauben noch für triefenden Sarkasmus halten, aber er stimmt über seine inhaltliche Kritik der Beurteilung des BMFJFS nicht nur zu sondern geht sogar noch darüber hinaus:

    Darauf steht der Satz: “Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas.” Daraufhin machen sich die beiden auf, einen Rabbi, einen Priester und einen Mufti nach Gott zu befragen. Das Ministerium schreibt, “insbesondere der jüdische Glaube” werde “durch die bildliche Darstellung und die Charakterisierung der Person des Rabbi verächtlich gemacht”. An dem Satz erstaunt nur das einschränkende Wort “insbesondere”.

    Ein besonders infamer Vergleich soll den Vorwurf der Verächtlichmachung belegen und obendrein Nynckes Zeichnungen in die Nähe antisemitischer Hetzt a la Stürmer rücken.

    Der Rabbi erinnert an Karikaturen aus den dreißiger Jahren: Schläfchenlocken, ein fanatisches Leuchten in den Augen, ein blitzendes Raubtiergebiss und Hände wie Pranken.

    Die Infamie dieses Vergleiches illustriert diese Gegenüberstellung der Zeichnungen von Nyncke und einiger “Karikaturen aus den dreißiger Jahren”.

    Abschließen möchte ich diese kleine Presseschau mit Voltaire - ein besseres Schlusswort fällt mir zu diesem erbärmlichen Bild der Presse nicht ein.

    Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen2


    Links zum Thema aus der Welt der Blogs (ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausgewogenheit):
    Kinderbuch mit Ferkel droht Verbot: Rettet das kleine Ferkel!
    Antisemitisch oder nur völlig daneben?
    Ein atheistisches Kinderbuch soll antisemitisch sein
    Die Sau zeigt nicht genug Ehrfurcht vor den Göttern!
    Rettet das Ferkel!

    Ursula von der Leyen auf den Scheiterhaufen!
    Kleines Ferkel in Not
    Religionskritik - Das kleine, gottlose Ferkelchen…
    “Anschlag auf die Meinungsfreiheit”
    Indizéieren!?
    “Ministery of Truth and Family”
    Ärger um ein kleines Ferkel
    Lieber Gott, fragte das kleine Schweinchen…
    “Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel”
    Wo bitte geht’s zu Gott – Zensurversuch des Familienministeriums
    Zensur: Wo bitte geht`s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel
    Diverse - Das kleine Ferkelchen
    Zensur aus ästhetischen Gründen?

    1 Von Englisch und Mathefan - alle meine Rezensionen ansehen

    Das Buch soll angeblich in Kürze indiziert werden, weil es zum Rassenhass aufruft. Der Antrag soll gestellt worden sein. Ich persönlich halte nichts von Verboten, aber auch nichts vom Buch. In dem Buch werden Christen und Juden als Dummköpfe hingestellt. Wäre in der DDR sich ein Renner gewesen.

    Von Uecker, Uta-maria “Löwentatze” - alle meine Rezensionen ansehen

    Dieses wichtige und wertvolle Buch soll nach dem Willen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als judendgefährdendes Medium indiziert werden. Das führt dazu, dass das Buch nicht mehr über amazon verkauft werden darf und in Buchläden unbeworben nur noch als “Bück-Ware” erhältlich sein wird.
    Wer das verhindern will möge an der Unterschriftenaktion gegen die Indizierung teilnehmen!

    2 Jaja, ist mir bekannt, dass es wahrscheinlich nicht seiner Feder entsprungen ist. Es klingt aber einfach besser als: “Du bist anderer Meinung als ich und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen“.

    30. Jan. 2008

    Unter dem Motto “Anschlag auf die Kunstfreiheit” wurde soeben die Webseite www.ferkelbuch.de online geschaltet. Dort werden Informationen der Autoren und der betroffenen Instutionen gesammelt und es gibt eine Unterschriftenaktion gegen diesen Zensurversuch des Bundesfamilienministeriums.

    Anschlag auf die Meinungsfreiheit

    Großer Ärger um ein kleines Ferkel: Im Oktober 2007 kam das religionskritische Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke auf den Markt und fand sehr bald eine große Fangemeinde. Auch Pädagogen und Psychologen waren von der frechen, kleinen Geschichte angetan. So urteilte der renommierte Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. Peter Riedesser, Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das Buch sei „als Gegengift zu religiöser Indoktrination von Kindern pädagogisch besonders wertvoll“. Ursula von der Leyens Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sieht die Sache jedoch völlig anders: Das Ministerium beantragte die Indizierung des Kinderbuchs als jugendgefährdende Schrift. Nach Angaben der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wird die mündliche Verhandlung Anfang März stattfinden.
    Diese Website versammelt alle Informationen zu diesem Anschlag auf die Kunstfreiheit. Sie informiert über das Buch, die Autoren, den Verlag und über die Fakten zum Fall. Weiteres Material für die Kollegen von der Presse und Medienberichte finden sich in der Rubrik Presse. Kontakt zu den betroffenen Personen und Institutionen können Sie hier aufnehmen.

    Unterstützen Sie uns jetzt, um diesen Anschlag auf die Kunsfreiheit zu stoppen! Tragen Sie sich in die Unterstützerliste ein!

    Diesem Aufruf möchten wir uns an dieser Stelle anschließen:

    rettetdasferkel

    16. Jan. 2008

    In einem bisher einmaligen Vorgang hat der Vatikan einen für Donnerstag geplanten Besuch des Papstes in der Universität La Sapienza abgesagt. Nicht abreißende Proteste waren dem dramatischen Schritt voraus gegangen – gegen eine Rede, die Joseph Ratzinger vor fast 20 Jahren gehalten hat.

    Süddeutsche.de

    Ein Wort des Papstes über den „Zerfall“ der Barackenviertel im Armutsgürtel um Rom hatte hier schon vor Tagen genügt, dass die Äußerung im „Corriere della Sera“ als neues „kleines Regensburg“ des Pontifex erkannt worden war. Da hatte eine Erklärung aus dem Vatikan das „Missverständnis“ noch einmal auflösen können. Die neue Entwicklung gleicht nun einem eiskalten Sturmwind, der an allen Blenden des Vatikans rüttelt, wie es unter Johannes Paul II. undenkbar war. Reizfigur Nummer eins ist in diesem Streit für die ungläubige Linke vor allem der intellektuelle Deutsche auf dem Papstthron.

    Doch da hatte schon der auch im Alter noch immer wütend kämpferische Physiker Marcello Cini (84) mit seinem Protest gegen den Redner einen Aufschub des Besuchs auf das bisher visierte Datum erzwungen. Doch auch jetzt führte Dottore Cini die lautstarken Proteste gegen den Fremden erneut an, diesmal mit einer „antiklerikalen Woche“ und einer „frocessione“, wie die junge Elite des Landes einen homosexuellen Protestmarsch nennt (als Wortspiel aus dem vulgären Ausdruck „frocio“ für Schwule und dem Begriff der kirchlichen Prozession „processione“).

    Siehe auch Spiegel-Online und insbesondere kreuz.net, dessen Kommentator den linksradikalen Pöbels  Roms am Werk sieht.

    6. Jan. 2008

    Ohne Worte:

    [youtube hKC433eqgUM]

    5. Jan. 2008

    Hübsche Grafik, die die strukturellen Unterschiede von Wissenschaft und Religion anschaulich illustriert:

    Glaube vs. Wissenschaft-tmb

    Quelle: www.wellingtongrey.net

    4. Jan. 2008

    Der “neue Atheimus” ist in aller Munde. Dawkins, Hitchens, in Frankreich Onfray und in Deutschland Schmidt-Salomon mit seiner Giordano-Bruno-Stiftung gelten als ihre Vertreter. Was aber ist wirklich “neu” an diesem Atheismus? Die Wahrheit ist: gar nichts. Den sattsam bekannten Argumenten gegen religiösen Glauben wurde nur ein neues Etikette aufgeklebt. Und zwar damit die “neuen” Atheisten selbst, aber v.a. allem die Medien das Paket als Neuheit, als Sensation verkaufen können. Gratis dazu gibts für die Religiösen etwas zum Gruseln oder auch einfach nur ein neues, griffiges Feindbild. Was soll auch an der weltanschaulichen Auseinandersetzung noch “neu” sein, wenn die “Schlachten” längst geschlagen sind? Die Theologie ist tot. Die Gläubigen haben sich derweil in ihrem winzigen philosophischen Schützengraben eingerichtet.

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    19. Dez. 2007

    Gott bewegt die Deutschen und die Welt” titelte kürzlich die Welt und schrieb weiter: Eine umfassende Studie zur Religiosität widerlegt die Annahme, dass der Glauben in Deutschland in die Bedeutungslosigkeit abrutscht. Der humanistische Pressedienst hat die Studie gründlich unter die Lupe auseinander genommen.

    Welt.de
    Die Deutschen sind religiöser als bislang angenommen. Religion ist für 70 Prozent der deutschen Bevölkerung über 18 Jahren bedeutsam. Fast jeder fünfte Deutsche ist sogar tiefreligiös. Er besucht regelmäßig Gottesdienste, betet häufig und beschäftigt sich intensiv mit religiösen Fragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende internationale Studie der Bertelsmann Stiftung, deren Ergebnisse WELT ONLINE vorliegen.

    Der humanistische Pressedienst entzaubert das wirre Machwerk der Bertelsmann-Stiftung gründlich. Unter der Überschrift “Terminologische Trickkiste” schreibt Carsten Frerk: Den ganzen Beitrag lesen …

    2. Dez. 2007

    Christliche Kirchen werben gerne mit den so genannten christlichen Familienwerten für ihren Glauben. Das verwunderliche für einen Atheisten ist daran, dass davon in der Jesusgeschichte gar nichts zu finden ist. Jesus hatte, im Gegensatz zu anderen Propheten, weder Frauen noch Kinder, empfahl den Aposteln ihre Familien zu verlassen und stattdessen mit ihm auf Tournee zu gehen, forderte, dass man ihn über alles inkl. der eigenen Familienmitglieder lieben sollte und vieles mehr.

    Wer mir nicht glaubt, der kann es gerne aus dem Munde eines Mannes hören, der wie nur wenige andere versucht, Jesus Lebensstil nachzuahmen. Öfföff dürfte dem Talkshow-Junkie vielleicht bekannt sein. Der Begründer und Anführer seiner eigenen Ein-Mann-Sekte namens Die Schenker lebt nur vom Schenken und Beschenkt werden in einer Hütte im Wald. Verträge inkl. dem mündlichen Kaufvertrag beim Bäcker oder Arbeitsverhältnisse hält er für unchristlich.

    Für die österreichische Doku-Soap “Tausche Leben” tauschte er für eine Woche mit einer Österreicherin, die mit ihrem Mann ein Unternehmen führt, den Platz. Ihr Mann Hubert verbrachte offenbar eine freundschaftliche und ausgelassene Woche mit dem Waldmenschen, bis am Ende ÖffÖffs Familiensituation zur Sprache kam:

    [youtube acDhS-w-uUw]

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