10. Aug. 2007
Am heutigen Freitag beginnt die neue Bundesliga-Saison. Die spannendste Frage ist dabei wie immer: Wer wird Deutscher Meister? Nun scheint klar: Bayern, Schalke oder Stuttgart können trotz Ribéry, Kuranyi oder Gomez einpacken. Denn Meister wird wohl der SV Werder Bremen!
Der Grund: Die Bremer steigern die Leistung ihrer Spieler via “Bio-Energetik”. Wie die “Sport-Bild” vom 8. August vermeldet, lassen sich 13 Werder-Spieler von einem Herrn namens Kurt Schweinberger behandeln – darunter viele deutsche Nationalkicker, namentlich: Frings, Diego, Borowski, Mertesacker, Fritz, Wiese, Schulz, Owomoyela, Baumann, Niemeyer, Hunt, Rosenberg und Almeida. Torhüter Wiese wird zitiert: „Es klingt verrückt, aber ich bin noch konzentrierter, fühle mich körperlich besser, wenn ich die Therapie bei ihm hinter mir habe.“
Wie aber behandelt „Wunder-Doc“ Schweinberger die Werder-Spieler? Laut Sport-Bild werden am Computer gemessene Körperschwingungen aufgezeichnet, die über Elektroden auf Wasser übertragen(!) werden. Wenn der Patient nun dieses Wasser trinkt, wird „negative“ in „positive“ Energie umgewandelt. Selbst Sport-Bild gibt allerdings zu, dass die Methode „wissenschaftlich umstritten“ sei. Dabei dürfte selbst das übertrieben sein, denn wenn etwas „wissenschaftlich umstritten“ ist, muss es wissenschaftlich begründete Fürs und Widers geben. Die Fürs sind freilich schwer vorstellbar.
„Mit Bio-Energie zum Titel?“ fragt Sport-Bild in der Überschrift vom 8. August 2007. Vielleicht muss man diese Frage dann aber doch verneinen bzw. die eingangs aufgestellte Meisterschaftsbehauptung überdenken , denn die Springer-Presse wusste via Bild-Online schon in der Saison 2005/2006 von den Umtrieben des Herrn Schweinberger bei Bremen zu berichten. Die Überschrift damals: „Heilpraktiker macht Bremen fit - Werder holt Wunder-Doc für den Meister-Kampf - Auf seine Heilkunst hofft Werder: Dr. Kurt Schweinberger -Machen seine Hände die Meisterschaft wieder spannend?“
Torsten Frings wird dort wie folgt zitiert: „Kurt ist mein Guru, ich bin sein Jünger. Mir tut seine Behandlung unglaublich gut.“ Esoterik-Heiler als „Guru“ und millionenschwere Fußballjünglinge als „Jünger“ – Vorbildcharakter optional. Nachweislich genutzt hat es den Bremern jedenfalls nicht: Bekanntlich wurde Werder am Ende nur Zweiter.
Das mag daran liegen, dass der „gelernte Heilpraktiker“ Schweinberger seinerzeit noch mit der Bioresonanz-Therapie „gearbeitet“ hat. Laut Bild maß er dabei an „Akupunktur-Punkten elektromagnetische Schwingungen im Körper. Dann führt er einen Messingstift über die Haut und wandelt so „negative“ in „positive“ Schwingungen um.“
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