Heute: die WAZ
Kommentare sind eine schöne Gattung von Pressetexten, da sie vor allem Meinungen transportieren sollen. Insofern geben sie oft die besten und ehrlichsten Einblicke in die Denkstrukturen von Journalisten, die sich meistens intern erst für diese „Königsdisziplin“ qualifizieren müssen. Rolf Potthoff zum Beispiel schreibt Kommentare in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) aus Essen, immerhin laut eigener Darstellung „Deutschlands größte Regionalzeitung“. Diese fällt säkularen Beobachtern allerdings seit geraumer Zeit vor allem dadurch auf, dass sie sich in der weitgehend monopolisierten Presselandschaft des Ruhrgebiets mehr und mehr in ein Hofberichterstattungsorgan kirchlicher Einrichtungen verwandelt hat.
In der Ausgabe vom 20. September verteidigt Rolf Potthoff in seinem Kommentar zum neuen „Karrikaturenstreit“ rund um den Schweden Lars Vilks zunächst grundgesetzlich garantierte Selbstverständlichkeiten, verwahrt sich gegen die Bevormundung der Kunst und warnt vor „devoter“ Nachgiebigkeit in der Sache.
Ach, hätte er doch an dieser Stelle aufgehört!


