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  • 2. Mrz. 2008

    An tiefgreifendere Reformen sind wir ebenso gewöhnt wie an weitreichendste Vollmachten. Auch fürchterliche Pleonasmen wie der größte denkbare Super-GAU sind im politischen Sprachgebrauch allgegenwärtigst. Auch auf die immer wiederkehrenden Quantensprünge mag der Machtmensch nicht verzichten um seinen Reformwillen oder auch seine Bereitschaft zum Umdenken optimalst zu demonstrieren. Rolf Schneider (nicht zu verwechseln mit Wolf Schneider) widmete sich im Deutschlandradio nun einen weiterem Feld der politischen Sprache, der Metapher:

    Immer mal wieder ist es an der Zeit, die Sprache der aktuellen Politik zu bedenken. Wir wissen, die Demokratie, und zumal die unsere, lebt von einer medial beförderten Geschwätzigkeit bei sich verflüchtigenden Inhalten. Doch wir wollen hier keine Einzelpersonen herausstellen bei etwas, an dem sich die gesamte politische Klasse beteiligt, mehr oder weniger, von der Kanzlerin bis zum letzten Hinterbänkler in einem von 16 Landtagen.

    Metaphern sind Glückssache

    6. Feb. 2008

    Die ZDF-Sendung Forum am Freitag, dem islamischen Pendant zum Wort am Sonntag, berichtete erstaunlich offen und direkt über das islamische Eheverständnis. Die Islamwissenschaftlerin und Islamlehrerin an einer Hauptschule in Dinslaken, Kamran Safiarian, musste allerdings sichtlich mehrmals schlucken, als sie das islamische Recht und seine Praxis in all ihrer Frauenfeindlichkeit erklärte.

    Problematisch ist allerdings die Verharmlosung der arrangierten Ehe und die Abgrenzung zur Zwangsehe. Wie wahrscheinlich ist es, dass Söhne und Töchter wirklich frei über die Auswahl ihrer Eltern entscheiden können?


    16. Jan. 2008

    Uri Geller im TV? Ein alter Hut, oder doch nicht? Na ja, das ist so ein Art Casting-Show, bei der “‘The Next Uri Geller” gesucht wird, was bedeutet, wenn die auf RTL Sendung liefe, hieße sie DSDSU oder so. Zu der Sendung muss man nicht viel sagen, allerlei so genannte Mentalisten geben da ihr Können zum Besten. Nichts dabei, was man nicht schon mal in der Fußgängerzone gesehen hätte.


    Sehr ärgerlich ist allerdings was in den Medien über diese Sendung zu lesen ist. Erfreulicherweise hat Ludmila Carone vom Scienceblogs.de-Blog ‘Hinterm Mond gleich Links‘ dazu schon etwas geschrieben und mir erlaubt dies hier wiederzugeben. Dafür meinen herzlichsten Dank.


    Versteh ich nicht

    Autor: Ludmila Carone

    Man mag Uri Geller als reine Unterhaltung begreifen und behaupten, dass das schon ok so sei. Kein Mensch glaube diesen Unfug. Aber eines verstehe ich nicht: Journalisten haben sich doch eigentlich der Wahrheitsfindung verschrieben oder habe ich da was falsch verstanden?

    Warum lassen sich dann Journalisten dazu herab, Gellers hanebüchenem Unsinn völlig unkritisch auch noch eine Plattform zu bieten?

    Mit Magengrummeln habe ich ein entsprechendes Interview im “Kölner Stadtanzeiger” gelesen und auf Focus Online ist das Jubelinterview noch unterträglicher. (Zum Interview. Gefunden via Wissenswerkstatt)

    “Und später beschlossen Sie, aus Ihren transformierenden Kräften eine Karriere zu machen?” Meine Fresse…

    Und der Bericht heute auf Focus Online fängt eigentlich recht vielversprechend an. Aber der Schlussabschnitt ist ja wohl für die Tonne. ( Nachbesprechung der Sendung )

    “Wenn schon der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger nach Maßnahmen gegen das Trash-Fernsehen ruft, sollte Fernsehdeutschland froh sein, wenn ausnahmsweise wieder talentierte Menschen über den Bildschirm flimmern. Auch wenn deren Talent nicht darin besteht, mit Toten zu sprechen, sondern darin, Menschen genau das glauben zu machen.”

    Meine Güte ist das eine moralische und logische Bankrotterklärung. Da wird Betrug an Menschen einfach mal eben zum “Talent” erklärt.

    Wenn es denn die Leute dabei bewenden lassen würden, ihre Kunststückchen im Fernsehen zu präsentieren. Aber dahinter steht eine ganzer Wirtschaftszweig. Schließlich verdienen Hellseher, Astrologen, etc. durchaus an ihren Künsten, indem sie den Leuten das Blaue vom Himmel vorlügen. Ist aber alles nicht so schlimm. Nicht wahr?
    Schon mal daran gedacht, dass es Leute gibt, die nach einem traumatischen Verlust nur zu gerne daran glauben wollen, dass jemand mit Geistern und damit z.B. mit ihrem toten Kind reden kann? Wenn also so genannte Medien, diese Trauer ausnutzen, um sich unberechtigterweise zu bereichern oder sogar in dieser Ausnahmesituation psychologisch ungeschickt vorgehen und den Trauernden Schuldgefühle einreden… Oder wenn diese “Hellseher” sich bei der Suche nach vermissten Personen einmischen, wie es Herr Geller übrigens tatsächlich getan hat, um den Angehörigen irgendeinen Quark zu erzählen…

    Dann ist das ein Talent? Dann verhöhnen wir die Opfer und sagen: “Selbst Schuld!”?

    Wenn ein Nepper einer alten Frau an der Haustür einen völlig überteuerten Vertrag andreht oder für Leistungen kassiert, die er einfach nicht erbringt wie z.B. die Inspektion der Gastherme, dann verfolgt die Justiz diese Fälle als Betrug. Da ist es dann nicht zulässig, sich auf den Standpunkt zu stellen, dass die Opfer irgendwie selbst schuld seien. Sie hätten sich besser informieren oder sich den Ausweis zeigen lassen sollen. Aber sobald es irgendwie mit angeblich “übersinnlichen Phänomenen” zusammenhängt, wird den Leuten ein Freifahrtschein ausgestellt und ihnen sogar Talent bescheinigt?

    Das versteh ich ganz und gar nicht.

    Ich meine, wer sucht denn sein Heil bei Esoterikern? Eine in sich gefestigte, stabile Persönlichkeit? In einigen Fällen werden durchaus labile Menschen dabei sein, die nur zu gerne auf Anweisungen von außen warten oder die gerade in einer solchen Ausnahmesituation sind, dass sie zu Strohhalmen greifen. Ganz zu schweigen davon, dass die Esoteriker-Ecke auch Sekten hervorgebracht hat, zu denen z.B. Scientology gehört. Von der Überschneidung zwischen Esoterik und alternativen Heilverfahren, die mitnichten so harmlos und nebenwirkungsfrei sind, wie Verfechter das immer wieder behaupten, will ich erst gar nicht anfangen (Sanfte Alternativen auf Kritisch gedacht).


    Aber ist ja alles nicht so schlimm, nicht wahr?

    Also, wenn ich staunen will, dann sehe ich mir beispielsweise das Weltraumbild des Tages an. Das hat außerdem den unschätzbaren Vorteil, dass die hier vorgestellten Phänomene nicht nur wunderschön sondern auch real sind.

    5. Jan. 2008

    Telepolis recherchiert die Hintergründe des vermeintlich größten Kinderporno-Skandals.  Alles nur heiße Luft? 

     Der angeblich “riesige Kinderporno-Skandal” unter dem Code-Namen “Operation Himmel” hat sich als Operation Heiße Luft erwiesen. Das Reizwort “Kinderpornografie” verführt deutsche Medien häufig zu einer kruden Mixtur aus Halbwahrheiten, urbanen Märchen und glatten Falschmeldungen
    Bei hoch emotionalisierten Themen wie “Kinderpornografie bei [bitte selbst ausfüllen]” werden journalistische Standards oft genug missachtet. Man sollte erst etwas publizieren, wenn man die Fakten überprüft hat. Das Statement eines Polizei- oder Justizpressesprechers ist keine Tatsache, die man ohne weitere Recherche einfach übernehmen könnte. Das hat sich jetzt bei der Operation “Himmel” wieder bewiesen: Viel heiße Luft und wenig dahinter.

    Die umfangreiche Berichterstattung über die Vorfälle gehen auf einige ganz wenige Meldungen zurück, von denen eine inzwischen dementiert sei (Provider habe Polizei eingeschaltet wegen auffällig hohen Transferraten) eine weitere als Missverständnis  herausgestellt habe. Telepolis-Autor Burkhard Schröder macht in seinem Artikel auf weitere Ungereimtheiten in der medialen Darstellung aufmerksam. Richtig stichhaltiges Material hat Schröder zwar nicht aufzubieten, aber auch bei Reizworten wie Kinderpornographie sollten wir wachsam bleiben und nicht alles ungeprüft für wahr halten.

    28. Okt. 2007

    Da einige Leser des SkepTicker Probleme mit dem Flash-Player haben, gibt es das komplette Video nun als Avi-Datei direkt auf dem Server des SkepTicker. Am Ende des Dokuments auch als Download (Achtung: Dateigröße ~302MB).
    Eine beeindruckende Dokumention über Kirchenkritiker Karlheinz Deschner entlarvt seine Gegner aus den Reihen der Kirchen. Diese Arbeit der Filmemacher Ricarda Hinz und Jacques Tilly, von den Medien des Mainstream bisher nie gezeigt, kann endlich ein breites Publikum erreichen.

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    18. Okt. 2007

    Zwölf Karikaturen in einer dänischen Provinzzeitung ließen die organisierte Wut von Muslimen vor allem im Nahen und Mittleren Osten über Dänemark hereinbrechen. Diesen Aufruhr nimmt eine sehr sehenswerte Dokumentation auf Arte zum Anlass, um die Frage nach möglichen Grenzen für das demokratische Grundrecht auf freie Meinungsäußerung zu stellen.

    Brennende dänische Botschaften, wütende Menschen auf den Straßen in Teheran, Damaskus und Kairo. Boykott gegen dänischen Joghurt und andere Delikatessen des kleinen nordeuropäischen Landes. Ausgelöst wurde dieser Aufruhr durch die Veröffentlichung der so genannten Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Provinzzeitung.
    Die freie Meinungsäußerung gilt als ein Grundpfeiler der Demokratie. Aber was passiert, wenn ein demokratisches Grundrecht das Recht anderer Menschen zu verletzen scheint? Der Aufruhr um die Mohammed-Karikaturen machte deutlich, dass nicht alle mit dem Gedanken der grenzenlosen Freiheit einverstanden sind. Die Dokumentation zeigt, wie und warum zwölf Zeichnungen in einer dänischen Lokalzeitung ein kleines Land mit fünf Millionen Einwohnern in eine Konfrontation mit Muslimen in der ganzen Welt stürzen konnten.
    Filmemacher Karsten Kjaer drehte im Libanon und im Iran, in Syrien, Qatar, Frankreich, in der Türkei, in Deutschland und in Dänemark. Er sprach mit Leuten, die während dieser Krise um die Mohammed-Karikaturen Schlüsselrollen innehatten. Und er fragt, ob es eine Grenze für die Freiheit der Meinungen gibt und ob kulturelle Toleranz eine Einbahnstraße ist.

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    5. Okt. 2007

    Neu und jetzt in besserer Qualität:
    Eine beeindruckende Dokumention über Kirchenkritiker Karlheinz Deschner entlarvt seine Gegner aus den Reihen der Kirchen. Diese Arbeit der Filmemacher Ricarda Hinz und Jacques Tilly, von den Medien des Mainstream bisher nie gezeigt, kann endlich ein breites Publikum erreichen.

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    25. Sep. 2007

    Fernsehcasting der katholischen Fernseharbeit

    Ganz ohne Beteiligung von Herrn Bohlen und der anderen üblichen Verdächtigen von RTL wird zur Einsendung selbstgedrehter Filme mit mindestens 1-3 minütiger Verkündigungsrede aufgerufen:

    Die Katholische Fernseharbeit in Frankfurt sucht fernsehtaugliche Kleriker und Laien, die in TV-Talkshows Rede und Antwort stehen oder selbst Verkündigungsbeiträge im Fernsehen präsentieren. Damit reagiert die Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz auf steigende Anfragen verschiedenster Fernsehsender nach geeigneten Studiogästen aus der Katholischen Kirche.
    Priester, Ordensleute oder Laien, die sich in der Fernseharbeit engagieren möchten, können ab sofort ein selbst gedrehtes Video einreichen oder von anderen Personen vorgeschlagen werden. Einsendeschluss ist der 30. November 2007.
    Die Katholische Fernseharbeit erwartet einen mit Handy oder professioneller Kamera gedrehten Film, der ca. 1-3 Minuten frei gesprochene Verkündigungsrede zeigt. Es darf sich dabei zum Beispiel auch um die live aufgezeichnete Sonntagspredigt handeln, durch die Gemeindemitglieder ihren Pfarrer vorschlagen können. Achtung: das Einverständnis der gefilmten Personen ist immer vorab einzuholen! Der Jury kommt es nicht auf den perfekten Film an, sondern auf die Person darin.

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    25. Sep. 2007

    Ahmadineschad besucht New York. Sein umstrittener Auftritt bei der Columbia University löste bereits im Vorfeld Proteste aus, doch der geplante PR-Coup des iranischen Präsidenten scheiterte.

    AhmadineschadLee Bollinger, Präsident der Columbia University, hatte die höchst umstrittene Einladung ausgesprochen. Bollinger - ein scharfer Gegner der Bush-Adminsitration - wurde damit zum Ziel konservativer Kritiker. Dem Holocaustleugner und Diktator eine propagandistische Plattform zu bieten sei unzumutbar, nicht zuletzt wegen seiner Forderung Israel von der Landkarte zu streichen. So kommentierte der konservative TV-Journalist Neil Cavuto ein Foto des Uni-Präsidenten Lee Bollinger mit den Worten: „Die uns töten wollen, dürfen kommen; die unsere Freiheit schützen wollen, nicht. Auch mit Ivy-League-Examen kann man ein A…loch sein, letzten Endes.“ Damit bezog er sich auf eine Anordnung der Uni-Leitung, die es der US-Armee verbietet auf dem Campus Offiziere anzuwerben, da in der Armee Homosexuelle diskriminiert würden.

    Während auf dem Campus die einen gegen Ahmadineschads Auftritt protestieren und die anderen gegen einen möglichen Militärschlag der USA gegen den Iran, wird von der Hauspostille des konservativen Amerika der ‘‘New York Sun‘ gefordert, der Columbia Universität staatliche Zuwendungen zu streichen.

    Bollingers Begrüßungssrede ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass Ahmadineschad kein Heimspiel bevorstehen würde, stattdessen ein ungewöhnlich harscher Empfang für ein ausländisches Staatsoberhaupt: Den ganzen Beitrag lesen …

    19. Sep. 2007

    Irans Präsident Ahmadinedschad ist als Veranstalter von Holocaust-Konferenzen mit zweifelhaften Experten berüchtigt. Nun zeigt das iranische Fernsehen eine mehrteilige Serie über einen iranischen Schindler und  über das Schicksal der europäischen Juden unter dem Nazi-Regime.

    “Zero Degree Turn” ist der Titel dieser aufwendigen Koproduktion des staatlichen iranischen Senders mit Sendeanstalten aus Ungarn, dem Libanon, Polen und Frankreich. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Habib, der als iranischer Schindler gezeigt wird. Der  junge Iraner beginnt kurz vor Ausbruch des Krieges ein Philosophie-Studium in Paris. Als die Nazis die Seine-Metropole besetzen, arbeitet er in der iranischen Botschaft. Von dort beobachtet er wie Juden zum Abtransport zusammengetrieben werden, wobei auch seine jüdische Freundin Sara in Gefahr gerät und er beschließt spontan Ausreisedokumente auszustellen um damit hunderte Juden zu retten.

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