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  • 18. Jan. 2008

    In Weißrussland hat ein Gericht einen Journalisten wegen des Abdrucks der Mohammed-Karikaturen aus der dänischen Zeitung “Jyllands-Posten” zu drei Jahren Haft verurteilt.

    Der stellvertretende Chefredakteur der Zeitung “Sgoda”, Alexander Sdwischkow, habe mit der Veröffentlichung der Zeichnungen religiösen Hass geschürt, befand ein Minsker Gericht heute nach Angaben der Agentur Interfax.

    Quelle 

    16. Jan. 2008

    In einem bisher einmaligen Vorgang hat der Vatikan einen für Donnerstag geplanten Besuch des Papstes in der Universität La Sapienza abgesagt. Nicht abreißende Proteste waren dem dramatischen Schritt voraus gegangen – gegen eine Rede, die Joseph Ratzinger vor fast 20 Jahren gehalten hat.

    Süddeutsche.de

    Ein Wort des Papstes über den „Zerfall“ der Barackenviertel im Armutsgürtel um Rom hatte hier schon vor Tagen genügt, dass die Äußerung im „Corriere della Sera“ als neues „kleines Regensburg“ des Pontifex erkannt worden war. Da hatte eine Erklärung aus dem Vatikan das „Missverständnis“ noch einmal auflösen können. Die neue Entwicklung gleicht nun einem eiskalten Sturmwind, der an allen Blenden des Vatikans rüttelt, wie es unter Johannes Paul II. undenkbar war. Reizfigur Nummer eins ist in diesem Streit für die ungläubige Linke vor allem der intellektuelle Deutsche auf dem Papstthron.

    Doch da hatte schon der auch im Alter noch immer wütend kämpferische Physiker Marcello Cini (84) mit seinem Protest gegen den Redner einen Aufschub des Besuchs auf das bisher visierte Datum erzwungen. Doch auch jetzt führte Dottore Cini die lautstarken Proteste gegen den Fremden erneut an, diesmal mit einer „antiklerikalen Woche“ und einer „frocessione“, wie die junge Elite des Landes einen homosexuellen Protestmarsch nennt (als Wortspiel aus dem vulgären Ausdruck „frocio“ für Schwule und dem Begriff der kirchlichen Prozession „processione“).

    Siehe auch Spiegel-Online und insbesondere kreuz.net, dessen Kommentator den linksradikalen Pöbels  Roms am Werk sieht.

    5. Jan. 2008

    Telepolis recherchiert die Hintergründe des vermeintlich größten Kinderporno-Skandals.  Alles nur heiße Luft? 

     Der angeblich “riesige Kinderporno-Skandal” unter dem Code-Namen “Operation Himmel” hat sich als Operation Heiße Luft erwiesen. Das Reizwort “Kinderpornografie” verführt deutsche Medien häufig zu einer kruden Mixtur aus Halbwahrheiten, urbanen Märchen und glatten Falschmeldungen
    Bei hoch emotionalisierten Themen wie “Kinderpornografie bei [bitte selbst ausfüllen]” werden journalistische Standards oft genug missachtet. Man sollte erst etwas publizieren, wenn man die Fakten überprüft hat. Das Statement eines Polizei- oder Justizpressesprechers ist keine Tatsache, die man ohne weitere Recherche einfach übernehmen könnte. Das hat sich jetzt bei der Operation “Himmel” wieder bewiesen: Viel heiße Luft und wenig dahinter.

    Die umfangreiche Berichterstattung über die Vorfälle gehen auf einige ganz wenige Meldungen zurück, von denen eine inzwischen dementiert sei (Provider habe Polizei eingeschaltet wegen auffällig hohen Transferraten) eine weitere als Missverständnis  herausgestellt habe. Telepolis-Autor Burkhard Schröder macht in seinem Artikel auf weitere Ungereimtheiten in der medialen Darstellung aufmerksam. Richtig stichhaltiges Material hat Schröder zwar nicht aufzubieten, aber auch bei Reizworten wie Kinderpornographie sollten wir wachsam bleiben und nicht alles ungeprüft für wahr halten.