• SkepTicker.org

  • Kategorien

  • Archiv

  • Meta

  • 6. Dez. 2007

    Ein Gastbeitrag von 9xklug.eu

    Jaja, die Brights.

    Eine auf den ersten Blick faszinierende Bewegung zur Organisation aufgeklärter Menschen. Auf den zweiten eigentlich auch.
    Nur ist der Aufhänger des Ganzen recht seltsam: Man will den Begriff “bright” auf die eigene Bewegung prägen und so im Sprachgebrauch zu den “Brights”, den “Hellen” oder - schlimmstenfalls - den “Erleuchteten” werden.

    Das ist abgesehen von der darin ausgedrückten Hochnäsigkeit zunächst einmal interessant, immerhin hat die Schwulenbewegung so etwas mit “gay” ja auch geschafft - wohl aber mit dem Ergebnis, dass “gay” heute bei entsprechend eingestellten Sprechern ebenso ein Schimpfwort ist wie “faggot”.
    Irgendwie hat das mit der Begriffsbesetzung also so ganz dann doch nicht funktioniert.

    Aber zurück zu den Brights:
    Aus deren Reihen kam nun ein Vorstoß, der aufhorchen lässt. Aber lassen wir sie doch selber zu Wort kommen:

    Wenn die Antievolutionisten darauf bestehen, das öffentliche Missverständnis von Worten wie Theorie und Glaube auszubeuten, dann sollten wir das nicht bekämpfen. […]

    Was schlägt sie vor? Wenn es um wirklich grundsolide, wohl etablierte Wissenschaft geht, dann lasst uns damit aufhören, überhaupt noch das Wort Theorie zu gebrauchen.

    Okay, wir geben also auf und ziehen uns zurück.

    Naja, kann ja mal gemacht werden, ein taktischer Rückzug ist keine Schande.

    Aber was sagen wir denn nun statt dessen?
    Die Antwort darauf ist die folgende: Gesetz.

    Ja, das ist ernst gemeint.
    Um das missverständliche Wort “Theorie” zu vermeiden nutzt man das noch viel missverständlichere “Gesetz”.

    Das ist nicht so schlimm wie das, was ich beim ersten Lesen der Überschrift “Theorie muss Gesetz werden” erwartet habe (nämlich tatsächlich ein Gesetz, das bestimmte Ideen als wahr festschreibt), aber auch nicht viel besser.

    Es hieß, die “Munition” antiaufklärerischer Bewegungen sei die Sprache. Wenn das die passende Metapher ist, dann ist dieser Vorschlag kostenloses Dynamit für den Gegner, kann er so doch vollkommen mühelos die Vorwürfe von Dogmatismus, Denkverboten und - bald neu im Angebot - “vorgeschriebenen Forschungsergebnissen” anbringen.
    Zumal diese Umbenennung den Kreationisten (u.ä.) im Gegenzug keinen nennenswerten Nachteil bringt.

    Es ist vielleicht keine schlechte Idee, die Sprache der Wissenschaft alltagstauglicher zu machen.
    Nur der konkrete Vorschlag hier, der ging nach hinten los.

    Literatur
    Theorie muss Gesetz werden, online verfügbar

    3. Dez. 2007

    Seit Jahrzehnten unternehmen Katholiken Anstrengungen um moderner zu wirken. Der neueste Coup in dieser Sache scheint Gloria.tv zu sein. Es handelt sich um ein Youtube-ähnliches Videoportal, das von Moldavien aus betrieben wird.

    Religionsfern aufgewachsene Menschen, die dem Hype von der Wiederkehr der Religion auf dem Leim gegangen sind und sich in ihrer Sinnsuche von der katholischen Kirche Antworten erhoffen, können sich auf diesem Video-Portal gleich mal eine kalte Dusche zur Abschreckung holen. 90% der bisherigen Videos bestätigen jedes Klischee, das katholische Vorzeige-Talkshow-Gäste vehement abstreiten würden. Im Gegensatz zu so manchen Bischöfen, die die Höllenandrohung im Streitgespräch mit Atheisten pragmatischerweise verleugnen, gehören auf Gloria.tv beispielsweise Teufel und Hölle ganz traditionell dazu.

    Manche Videos geben Rätsel auf. Das Folgende stammt von einem österreichischen Pfarrer und Religionslehrer, der sich selbst pfaffenheini nennt, die Webseite www.exorzismus.net betreibt und zum Thema Exorzismus schon öfters im österreichischen Fernsehen zu bewundern war. Offenbar könnte der Mann nun selbst einen guten Teufelsaustreiber gebrauchen. Anzeichen für Besessenheit, wie Gebrabbel von unverständlichem Kauderwelsch oder die Verwendung von Fremdsprachen, die der Betroffene offensichtlich nicht beherrscht, sind jedenfalls reichlich vorhanden.

    [youtube 7E1_O-1aGiY]

    Originalvideo auf Gloria.tv

    27. Sep. 2007

    Italienische Markenschuhe, Luxusuhren aus der Schweiz, zollfreie Zigaretten und verführerische Dessous im Vatikaneigenen Konsumtempel.

    Der Spiegel in seiner Vatikan-Kolumme UUPS! - ET ORBI

    Wenn die Logik des Profits “die Oberhand gewinnt”, verstärkt sie “das Missverhältnis zwischen Reich und Arm”, redet Benedikt XVI. den Pilgern ins Gewissen, am Sonntag beim “Angelus” in Castelgandolfo. Währenddessen werden die Humidore neu bestückt mit “Cohibas”, 168 Euro das Dutzend, werden die Vitrinen mit den Schweizer Luxus-Chronometern poliert, wird all jenes auf Glanz getrimmt, was die feinen Unterschiede zwischen Arm und Reich so auszeichnet - mitten im Vatikan.
    [...]
    In langen Reihen stehen handgenähte Schuhe aus England, hinter einer Vitrine glimmt die Longines-Collection “Dolce Vita”, gegenüber, in der Herrenuhrenabteilung etliche Paul Picot-Uhren schon ab 3675 Euro das Stück. Ein eigener Maßschneider hat Ballen englischen Tuchs vor sich ausgebreitet. In der Damenabteilung im zweiten Geschoss führen ein paar Stufen hinauf zur Dessousabteilung, mit Spaghetti-Tops, Seiden-Négligés und Pantys aus der “Hanro of Switzerland”-Kollektion Perfectly Nude - “Die Wäsche wird zur perfekten zweiten Haut, einem Erlebnis, das selbst unter der engsten Oberbekleidung unsichtbar ist”, wirbt die Firma.
    Den ganzen Beitrag lesen …

    4. Sep. 2007

    HagardColorado-Springs - Ted Haggard, der über einen Sexskandal gestürzte Evangelikalen-Pastor, erregt durch einen Spendenaufruf zur Finanzierung seines Studiums erneut den Unmut seiner Gemeinde.

    Die Vorgeschichte:
    Ted Haggard, ehemals einer der einflussreichsten Figuren der evangelikalischen Christen in den USA, verfügte seinerzeit nicht nur über einen direkten Draht zu Gott sondern hatte laut eigener Angaben auch beste Kontakte zu Präsident Bush, den er wöchentlich beriet . Manche werden ihn aus Richard Dawkins Dokumentation ‘The Root of all Evil’ von 2006 kennen, in der er nach Beendigung des Interviews im Jesus Camp, Dawkins sehr aufgebracht von seinem Grund verwies (”You called my children Animals“). Haggard hatte sich zuvor nicht gerade als Befürworter von Homosexualätit gezeigt. In seiner Funktion als Präsident der evangelikalen Organisation ‘National Association of Evangelicals’ führte er einen erbitteerten Kampf insbesondere gegen Abtreibung und Homo-Ehe. Um so größer war das Entsetzen als Ende 2006 ein Callboy in die Öffentlichkeit trat und bekannte Haggard habe ihn drei Jahre lang für Sex bezahlt. Nach einer recht kurzen Phase des Leugnens gab Haggard alle seine Ämter frei und bekannte sich schließlich zu seinen Sünden. Es folgte die Phase der Läuterung und schließlich zog er sich ganz ins Privatleben zurück.

    Nun hat Haggard sich wieder zurückgemeldet: Den ganzen Beitrag lesen …

    10. Aug. 2007

    Am heutigen Freitag beginnt die neue Bundesliga-Saison. Die spannendste Frage ist dabei wie immer: Wer wird Deutscher Meister? Nun scheint klar: Bayern, Schalke oder Stuttgart können trotz Ribéry, Kuranyi oder Gomez einpacken. Denn Meister wird wohl der SV Werder Bremen!

    Der Grund: Die Bremer steigern die Leistung ihrer Spieler via “Bio-Energetik”. Wie die “Sport-Bild” vom 8. August vermeldet, lassen sich 13 Werder-Spieler von einem Herrn namens Kurt Schweinberger behandeln – darunter viele deutsche Nationalkicker, namentlich: Frings, Diego, Borowski, Mertesacker, Fritz, Wiese, Schulz, Owomoyela, Baumann, Niemeyer, Hunt, Rosenberg und Almeida. Torhüter Wiese wird zitiert: „Es klingt verrückt, aber ich bin noch konzentrierter, fühle mich körperlich besser, wenn ich die Therapie bei ihm hinter mir habe.“

    Wie aber behandelt „Wunder-Doc“ Schweinberger die Werder-Spieler? Laut Sport-Bild werden am Computer gemessene Körperschwingungen aufgezeichnet, die über Elektroden auf Wasser übertragen(!) werden. Wenn der Patient nun dieses Wasser trinkt, wird „negative“ in „positive“ Energie umgewandelt. Selbst Sport-Bild gibt allerdings zu, dass die Methode „wissenschaftlich umstritten“ sei. Dabei dürfte selbst das übertrieben sein, denn wenn etwas „wissenschaftlich umstritten“ ist, muss es wissenschaftlich begründete Fürs und Widers geben. Die Fürs sind freilich schwer vorstellbar.

    „Mit Bio-Energie zum Titel?“ fragt Sport-Bild in der Überschrift vom 8. August 2007. Vielleicht muss man diese Frage dann aber doch verneinen bzw. die eingangs aufgestellte Meisterschaftsbehauptung überdenken , denn die Springer-Presse wusste via Bild-Online schon in der Saison 2005/2006 von den Umtrieben des Herrn Schweinberger bei Bremen zu berichten. Die Überschrift damals: „Heilpraktiker macht Bremen fit - Werder holt Wunder-Doc für den Meister-Kampf - Auf seine Heilkunst hofft Werder: Dr. Kurt Schweinberger -Machen seine Hände die Meisterschaft wieder spannend?“

    Torsten Frings wird dort wie folgt zitiert: „Kurt ist mein Guru, ich bin sein Jünger. Mir tut seine Behandlung unglaublich gut.“ Esoterik-Heiler als „Guru“ und millionenschwere Fußballjünglinge als „Jünger“ – Vorbildcharakter optional. Nachweislich genutzt hat es den Bremern jedenfalls nicht: Bekanntlich wurde Werder am Ende nur Zweiter.

    Das mag daran liegen, dass der „gelernte Heilpraktiker“ Schweinberger seinerzeit noch mit der Bioresonanz-Therapie „gearbeitet“ hat. Laut Bild maß er dabei an „Akupunktur-Punkten elektromagnetische Schwingungen im Körper. Dann führt er einen Messingstift über die Haut und wandelt so „negative“ in „positive“ Schwingungen um.“

    Den ganzen Beitrag lesen …

    18. Jul. 2007

    Schwarze Madonna

    Der Glaube an Dämonen oder gar an den Teufel persönlich, der von seinem Opfer Besitz ergreift, ist - so könnte man meinen - eine längst überwundene Kehrseite des christlichen Glaubens, der allenfalls von reaktionären, religösen Fundamentalisten geteilt wird. Doch weit gefehlt: Unter der Führung des neuen Papstes wird der Rückfall in das Okkultisch-Irrationale gefördert.

    Am 13.07 diesen Jahres berichtete das katholischen Nachrichtenportal kath.net über ein Exorzistentreffen in Polen. 330 Exorzisten aus 29 Ländern seien dort zusammengekommen. Nur offizielle Exorzisten seien eingeladen worden zu dem jährlichen Treffen der “Internationalen Vereinigung der Exorzisten”. Dieser Verein wurde erst 1990 von einem gewissen Pater Gabriele Amorth gegründet , der von kath.net als langjähriger Chef-Exorzist im Vatikan vorgestellt wird:

    Pater Amorth gründete die Vereinigung, weil er hoffte, die Arbeit der Exorzisten weltweit zu verstärken. Oft sei auch in der Kirche kaum Verständnis dafür da, bedauert Pater Amorth in einem Interview mit der italienischen Zeitung „30 Giorni“.
    Doch der Dienst werde immer wichtiger, weil auch der Okkultismus wieder zunehme und sich der Satanismus verbreite sehr stark verbreite, sagt Amorth: „Wenn der Glaube sinkt, steigt der Aberglaube. Um es in biblischer Sprache auszudrücken: Man verlässt Gott und gibt sich dem Götzendienst hin. In der heutigen Sprache heißt das: Man verlässt Gott, um sich dem Okkultismus hinzugeben.“
    Amorth bezeichnet es als größten Erfolg Satans, „glauben zu machen, dass er nicht existiere. Und es ist ihm fast gelungen. Auch im Inneren der Kirche.“

    Den ganzen Beitrag lesen …

    15. Jun. 2007

    “Berliner Begegnung” - nie gehört? “Überparteiliches Gebetsfrühstück für Parlamentarier” - was soll das denn sein - bitte schön? Das gibt es und es soll “ein Kontrapunkt zum tagespolitischen Geschäft” sein. Das jedenfalls sagt die Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen). Am 13. Juni eröffnete Volker Kauder (Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion) die 12. Internationale Berliner Begegnung, laut einer Meldung des christlichen Nachrichtenportals idea.de mit den Worten:

    Die Ablehnung Gottes in der Politik hat in Deutschland zu einem der schlimmsten Terror-Regimes der Geschichte geführt. Aufgrund der Erfahrung des Nationalsozialismus hätten Politiker heute „allen Grund, ihre Arbeit unter das Kreuz“ zu stellen.

    Das übliche Anti-Atheistische Geschwafel also. “Wir” Ungläubigen sind wie immer die Bösen und “die” sind die Guten. “Wir” sind schuld an Hilter, Stalin und Pol Pot, weil wenn man an Gott glaubt kann so was nicht passieren. Immerhin räumt Kauder ein:

    Zwar könne es nicht Aufgabe von Politikern sein, das Neue Testament in Gesetzesparagraphen umzusetzen…

    Den ganzen Beitrag lesen …

    « zurück