• SkepTicker.org

  • Kategorien

  • Archiv

  • Meta

  • 11. Okt. 2007

    Darf eine Kirche in eine Moschee umgewandelt werden? Das Erzbistum sieht Christen und Muslime derzeit noch zu weit voneinander entfernt. Den Verkauf einer Kirche an eine Supermarktkette bereut das Bistum inzwischen.Vor zwei Jahren wurde die Kirche St. Raphael in Gatow an eine Supermarktkette verkauft. Im Brandenburgischen Milow ist eine Sparkasse in die Dorfkirche eingezogen. Dass eine Kirche in eine Moschee verwandelt wird, schließen die Amtskirchen aus. Die Neuapostolische Kirche, eine Freikirche, hat hingegen vor kurzem zwei Kirchen in Neukölln und in Tempelhof an muslimische Vereine verkauft. Am Wochenende berichtete der Tagesspiegel darüber.

    „Ich bin erschrocken, als ich das gelesen habe“, sagt Bernd Szymanski, Superintendent der evangelischen Landeskirche für Neukölln. Kirchen seien „deutlich christliche Zeichen“. Andererseits werde das nördliche Neukölln schleichend islamisiert, das sei nun mal so. „Da kann man christliche Kirchen nicht ewig als Museen stehen lassen.“ Wenn man sich aber anschaue, wie Muslime etwa in Istanbul mit der früheren Kirche Hagia Sophia umgegangen sind, dann sollte man eine Kirche doch lieber abreißen, als sie an Muslime zu verkaufen.

    Der Migrationsbeauftragte im Bezirk Neukölln hat gegen die Umwandlung der ehemals neuapostolischen Kirche in der Flughafenstraße in eine Moschee nichts einzuwenden: „Ein Gotteshaus ist ein Gotteshaus.“ So einfach sei das nicht, widerspricht der katholische Pfarrer Bernhard Motter von der Gemeinde St. Clara in Neukölln. „Wir Christen glauben an den dreifaltigen Gott. Das ist doch ein anderer Gott als der, zu dem die Muslime beten.“ So sieht es auch die Pröpstin der evangelischen Landeskirche, Friederike von Kirchbach. Eine Nutzung als Moschee komme deshalb nicht in Frage. Aber auch nicht der Einzug einer auf Gewinnmaximierung ausgelegten Sparkasse oder eines Restaurants. Auch das widerspreche dem christlichen „Symbolwert“ einer Kirche.

    Weiterlesen im Orginalartikel

    25. Sep. 2007

    Ahmadineschad besucht New York. Sein umstrittener Auftritt bei der Columbia University löste bereits im Vorfeld Proteste aus, doch der geplante PR-Coup des iranischen Präsidenten scheiterte.

    AhmadineschadLee Bollinger, Präsident der Columbia University, hatte die höchst umstrittene Einladung ausgesprochen. Bollinger - ein scharfer Gegner der Bush-Adminsitration - wurde damit zum Ziel konservativer Kritiker. Dem Holocaustleugner und Diktator eine propagandistische Plattform zu bieten sei unzumutbar, nicht zuletzt wegen seiner Forderung Israel von der Landkarte zu streichen. So kommentierte der konservative TV-Journalist Neil Cavuto ein Foto des Uni-Präsidenten Lee Bollinger mit den Worten: „Die uns töten wollen, dürfen kommen; die unsere Freiheit schützen wollen, nicht. Auch mit Ivy-League-Examen kann man ein A…loch sein, letzten Endes.“ Damit bezog er sich auf eine Anordnung der Uni-Leitung, die es der US-Armee verbietet auf dem Campus Offiziere anzuwerben, da in der Armee Homosexuelle diskriminiert würden.

    Während auf dem Campus die einen gegen Ahmadineschads Auftritt protestieren und die anderen gegen einen möglichen Militärschlag der USA gegen den Iran, wird von der Hauspostille des konservativen Amerika der ‘‘New York Sun‘ gefordert, der Columbia Universität staatliche Zuwendungen zu streichen.

    Bollingers Begrüßungssrede ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass Ahmadineschad kein Heimspiel bevorstehen würde, stattdessen ein ungewöhnlich harscher Empfang für ein ausländisches Staatsoberhaupt: Den ganzen Beitrag lesen …

    20. Sep. 2007

    Heute: die WAZ

    Kommentare sind eine schöne Gattung von Pressetexten, da sie vor allem Meinungen transportieren sollen. Insofern geben sie oft die besten und ehrlichsten Einblicke in die Denkstrukturen von Journalisten, die sich meistens intern erst für diese „Königsdisziplin“ qualifizieren müssen. Rolf Potthoff zum Beispiel schreibt Kommentare in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) aus Essen, immerhin laut eigener Darstellung „Deutschlands größte Regionalzeitung“. Diese fällt säkularen Beobachtern allerdings seit geraumer Zeit vor allem dadurch auf, dass sie sich in der weitgehend monopolisierten Presselandschaft des Ruhrgebiets mehr und mehr in ein Hofberichterstattungsorgan kirchlicher Einrichtungen verwandelt hat.

    In der Ausgabe vom 20. September verteidigt Rolf Potthoff in seinem Kommentar zum neuen „Karrikaturenstreit“ rund um den Schweden Lars Vilks zunächst grundgesetzlich garantierte Selbstverständlichkeiten, verwahrt sich gegen die Bevormundung der Kunst und warnt vor „devoter“ Nachgiebigkeit in der Sache.

    Ach, hätte er doch an dieser Stelle aufgehört!

    Den ganzen Beitrag lesen …

    19. Sep. 2007

    Irans Präsident Ahmadinedschad ist als Veranstalter von Holocaust-Konferenzen mit zweifelhaften Experten berüchtigt. Nun zeigt das iranische Fernsehen eine mehrteilige Serie über einen iranischen Schindler und  über das Schicksal der europäischen Juden unter dem Nazi-Regime.

    “Zero Degree Turn” ist der Titel dieser aufwendigen Koproduktion des staatlichen iranischen Senders mit Sendeanstalten aus Ungarn, dem Libanon, Polen und Frankreich. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Habib, der als iranischer Schindler gezeigt wird. Der  junge Iraner beginnt kurz vor Ausbruch des Krieges ein Philosophie-Studium in Paris. Als die Nazis die Seine-Metropole besetzen, arbeitet er in der iranischen Botschaft. Von dort beobachtet er wie Juden zum Abtransport zusammengetrieben werden, wobei auch seine jüdische Freundin Sara in Gefahr gerät und er beschließt spontan Ausreisedokumente auszustellen um damit hunderte Juden zu retten.

    Den ganzen Beitrag lesen …

    20. Aug. 2007

    In Holland ist der Teufel los. Während Geert Wilder, Fraktionsvorsitzender der rechtspopulistischen Partei für die Freiheit (PVV) den Koran nach Parallelen zu Hitlers “Mein Kampf” durchforstet und gleich ein Verbot der heiligen Schrift fordert, erregt der Vorschlag eines katholischen Bischofs die Gemüter:

    Um der Angst vor Ausländern und dem Hass auf Muslime zu begegnen, hat sich der katholische Bischof von Breda, Tiny Muskens, eine besondere Versöhnungsgeste ausgedacht. Er schlägt vor, man möge Gott in Zukunft “Allah” nennen. Christen, Juden und Muslime beteten schließlich denselben Gott an.

    In Indonesien, einer früheren holländischen Kolonie, und in anderen islamischen Ländern sei es nicht ungewöhnlich, dass auch Christen statt “Gott” “Allah” sagen, so der 71-Jährige: “Gott ist es doch egal, wie wir Ihn nennen. Wir Menschen haben die verschiedensten Namen erfunden, um darüber streiten zu können.

    (sueddeutsche.de)

    31. Jul. 2007

    In der Rheinischen Post fordert Bischof Mixa Gegenleistungen von islamischen Staaten für den Bau von Moscheen in Deutschland und offenbart sein Verständnis von Toleranz und rechtsstaatlicher Prinzipien.

    In vornehmlich islamisch geprägten Kulturen und Ländern haben Christen heute noch so gut wie keine Daseinsberechtigung.” Wenn sich dies nicht endlich ändere, sollte man in Deutschland den Muslimen in aller Freundschaft antworten: „Dann muss es eben keine große Moschee sein mit hoch emporragenden, demonstrativ in Erscheinung tretenden Minaretten, dann reicht in einer christlich geprägten Kultur auch ein schlichter muslimischer Andachtsraum.

    Kleine Nachhilfestunde - Grundgesetz, Artikel 4:

    2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

    Sehr geehrter Herr Mixa, dieser Text ist umissverständlich. Die Religionsfreiheit - ebenso wie jedes andere Menschenrecht - darf in der BRD nicht eingeschränkt werden!

    18. Jul. 2007

    Der Zentralrat der Muslime fordert auf seiner Webseite die Schlechterstellung von Frauen im Ehe-, Scheidungs- und Erbschaftsrecht, vor Gericht und in der Partnerschaft und verbietet ihnen, sich sexuell zu verweigern.

    Als vor einigen Monaten ein alter Artikel einer Webseite der Ahmadiyya-Sekte ans Tageslicht kam, in dem ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Schweinefleisch und Homosexualität behauptet wurde, war die mediale Entrüstung groß. Schließlich hatte die Ahmadiyya-Sekte mit Hilfe von liebenswerten Vorzeigemuslimen, wie dem deutschen Konvertiten Hadayatullah Hübsch, gegenüber der Öffentlichkeit ein fortschrittlich-liberales Bild kultiviert. Offenbar hielt es keiner der Journalisten für notwendig, sich näher zu informieren.

    Die gängige mediale Kritik am Zentralrat der Muslime hängt sich meist an Nebensächlichkeiten, wie der Frage des gemeinsamen Sportunterrichts und der Teilnahme an Klassenfahrten, auf. Dabei hat der ZDM auf der von ihm unterhaltenen Webseite www.islam.de ganz andere Leichen im Keller.

    Den ganzen Beitrag lesen …

    21. Jun. 2007

    faz.net geriert sich als Plattform kruder Verlautbarungen katholischer Würdenträger. Kardinal Lehmann:

    „Die Neutralität des Staates im Blick auf die einzelnen Religionen darf nicht mit Gleichgültigkeit und unreflektierter Toleranz gegenüber dem Wirken von Religionen in der Gesellschaft verwechselt werden“

    Der Online-Pressedienst pr-inside indes zitiert Lehmann vollständiger:

    Die «richtig verstandene Neutralität des Staates» müsse gegenüber den christlichen Kirchen «eher fördernd und wohlwollend sein».

    Laut Duden bedeutet neutral „unparteiisch“ und „unvoreingenommen“. Lehmanns Umdeutung zu „wohlwollend und fördernd“ steht damit in bester theologischer Neusprech-Sprachpraxis: Bloß nicht zu sehr am Wortlaut kleben: Neutral richtig verstanden heißt eben nicht neutral, so wie auch in Unwissenheit bekanntermaßen Stärke liegt und echte Freiheit vor allem in der Sklaverei zu finden ist. Der Kardinal gibt damit auch sein Verständnis der verfassungsrechtlich garantierten Religionsfreiheit bekannt: Jeder kann selbstverständlich an den Gott glauben, den er selbst für den Wahren und Einzigen hält. Aber wenn es nicht der christliche Gott ist, muss man das mit der Religionsfreiheit nicht ganz so Ernst nehmen.

    Aber nicht nur Lehmanns Definition von Neutralität wird von faz.net völlig unkommentiert und damit unkritisch verbreitet. Auch Lehmanns merkwürdige These über die Gründe für die Ablehnung eines geplanten Moscheebaus wird erwähnt:

    Mit Blick auf Bedenken vieler Kölner sagte Meisner: „Könnte die Ablehnung nicht daran liegen, dass zum Beispiel Muslime, die bei uns hier in Köln Christen werden, wo Religionsfreiheit herrscht, sich in ihrem Leben durch ihre Glaubensgenossen bedroht fühlen?“

    Amen

    « zurück