Ein Gastbeitrag vom Blog Evil under The Sun
In der aktuellen Zeit gibt es einen sehr interessanten Artikel zur Haltung zur Biomedizin in Israel.
Künstliche Befruchtung, Präimplantations- und Pränataldiagnostik (PID bzw. PND), Abtreibung, Embryonale Stammzellen, Klonen - all das sind in Deutschland heiß diskutierte Themen, die in Israel weit weniger Kontroversen auslösen.
Tatsächlich ist Israel in vieler Hinsicht extrem, wenn es um die Fortpflanzungsmedizin geht. Was anderswo heiß diskutiert oder sogar verboten ist, wird hier akzeptiert. So erlaubt Israel die Leihmutterschaft, sofern ein gesetzlich vorgeschriebenes Komitee der Vereinbarung zugestimmt hat. Seine Samenbanken stehen Singlefrauen wie Lesben offen. Stirbt ein Mann, etwa bei einem Unfall, so darf ihm nach dem Tod Sperma entnommen werden, damit seine Frau sich befruchten lassen kann. Die Präimplantationsdiagnostik (PID), bei der Embryonen vor der Einpflanzung im Reagenzglas [Anm.: Bei einer künstlichen Befruchtung] auf Genschäden untersucht und aussortiert werden, ist hier eine Routineprozedur.
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Wollte man in der Biomedizin, insbesondere in den Bereichen Fortpflanzung und Verwertung von Embryonen, zwei globale Gegenpole bezeichnen, so wären dies Israel und Deutschland – der eine Staat extrem liberal und wenig reguliert, der andere eher restriktiv. Nach einer vergleichenden Untersuchung aus den neunziger Jahren fanden es zwei Drittel der israelischen Humangenetiker unverantwortlich, wissentlich ein Kind mit schweren Erbschäden zur Welt zu bringen. Nur acht Prozent der deutschen Kollegen teilten diese Ansicht.
