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  • 28. Jan. 2008

    Gastbeitrag von Ladeenis Blog “Eindrücke aus Arabien

    Der Vater bei dem Interview

    Muhammad Hijazi mit seiner Frau

    Die Vorgeschichte:

    Der junge Mann Muhammad Ahmad Hijazi (Higazi) war der erste Ägypter, der es wagte, vor ein Gericht zu ziehen, um die Änderung des Eintrags seiner Religionszugehörigkeit auf seinem Ausweis zu erstreiten. Er und seien Frau waren vom Islam zum Christentum konvertiert. Die Medien berichteten ausführlich über den Fall, weil es einmalige Schlagzeile war. Bilder von ihm wurden gezeigt und sogar sein richtiger Name wurde angegeben (hier ein Interview mit ihm auf einem ägyptischen Satellitensender) . Seitdem hält er sich irgendwo in Ägypten versteckt.

    Vater droht seinen zum Christentum konvertierten Sohn mit dem Tod, wenn er nicht zum Islam zurückkehren würde

    Alarabiya, Almasry Alyawm
    Der Vater des zum Christentum konvertierten Muhammad Hijazi sagte in einem Interview mit der Zeitung „ Al Masry Al Yawm“ (Ägypter Heute), falls er seinen Sohn treffen würde, würde er ihn nach den Gründen fragen, die ihn dazu bewegten, den Islam zu verlassen und das Christentum anzunehmen. Er werde ihm eine Chance geben, zum Islam zurückzukehren, falls er dies nicht tue, würde er ihn auf der Stelle töten. „Ich werde darauf nicht verzichten, sein Blut in der Öffentlichkeit (vor der Menge) zu vergießen. Ich werde stolz darauf, ihn getötet zu haben, auch wenn das mich an den Galgen bringen würde. Ich werde ihn aber verzeihen, wenn er zu seiner Religion zurückkehrt, seinen Fehler eingesteht und versichert, dass diese Gruppe ihn zum Christentum gezwungen hat und seine Armut und seine Not ausgenutzt hat“.

    Er erzählte weiter: „Mein Sohn hat immer gebetet und gefastet, seitdem er ein Kind war. Er hat viele religiöse Bücher gekauft und gelesen, die in der Bibliothek der Familie in Port Said stehen. Vor drei Jahren hat er eine politische Gedichtesammlung verfasst, in der er die Polizei und die Sicherheitskräfte des Landes kritisiert hatte. Deshalb wurde zwei Monate lang inhaftiert. Als er entlassen wurde, hatte er sich total verändert. Er wollte, dass die Menschen über ihn reden, er wollte etwas anders machen“.
    Die ganze Familie leidet und muss vieles durchmachen, seitdem die Geschichte von Muhammad bekannt wurde, erzählte der Vater. Er fügte hinzu:“ Was ist unsere Schuld daran? Was ist die Schuld meiner Familienmitglieder, wenn diese auf der Straße laufen und jemand mit dem Finger auf sie zeigt: Das ist die Schwester von Muhammad, der zum Christentum konvertiert hat. Meine Tochter geht nicht mehr zur Uni. Sie fragte mich einmal, wie sie mit ihren Kollegen umgehen soll, nachdem ein Blogger veröffentlicht hat, dass sie die Schwester von Muhammad sei?“ Der Vater erzählte weiter: “Ich habe meinen Job gekündigt und bin in einem anderen Ort umgezogen, Ich konnte die Blicke meiner Kollegen nicht mehr ertragen. Aber unsere Nachbarn kennen uns gut, und wissen wie religiös und ruhig wir sind. Ganz im Gegenteil, sie haben von Anfang an zu uns gehalten.“

    Herr Hijazi bat den ägyptischen Präsidenten, ihm seinen Sohn zurück zu bringen, wie es in dem Fall von Wafaa Costantin geschah, die zum Islam konvertiert war und auf Druck der Kopten mit polizeilicher Gewalt zu ihrer Familie zurückgebracht wurde. Der Vater hat vor, zur Polizei zu gehen und dort um Hilfe bitten, seinen vermissten Sohn zu finden. Er wird der Polizei 15 Tage Zeit geben. Nach dieser Frist wird er nicht mehr verantwortlich sein für das, was er tun werde. Er wird sich an den Verantwortlichen rächen, die seinem Sohn einer Gehirnwäsche unterzogen haben. Nichts wird ihn abschrecken, weder das Gefängnis noch der Tod.

    6. Nov. 2007

    Gastbeitrag vom Ex-PI Autor von Wichtingen auf dem Blog Ramon-Schack.de:

    Herr v. Wichtingen, ich gratuliere Ihnen zu dieser Entscheidung. Sie haben das Richtige getan.Herzlichen Glückwunsch!Vielen Dank auch für Ihre offenen und mutigen Worte.Hoffen wir gemeinsam das auch andere (noch)PI- Mitarbeiter diesen Weg gehen.Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!Hoffen wir auch das Stefan Herre -endlich- das moralische Scheitern, gemessen an den eigenen Ansprüchen, seines Projektes erkennt. Noch ist es nicht zu spät.

    Ich habe einen Fehler gemacht

    Ja ich gebe es zu: ich habe als Autor bei PI Artikel geschrieben, die ich heute nicht mehr schreiben würde. Ich habe viel zu spät bemerkt, dass ich mit meinen Artikeln nicht dazu beitrage, unsere Welt besser zu machen – im Gegenteil.

    Ich hätte viel eher merken sollen, dass ich nicht das Richtige tue. Dies tut mir leid.

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    18. Okt. 2007

    Zwölf Karikaturen in einer dänischen Provinzzeitung ließen die organisierte Wut von Muslimen vor allem im Nahen und Mittleren Osten über Dänemark hereinbrechen. Diesen Aufruhr nimmt eine sehr sehenswerte Dokumentation auf Arte zum Anlass, um die Frage nach möglichen Grenzen für das demokratische Grundrecht auf freie Meinungsäußerung zu stellen.

    Brennende dänische Botschaften, wütende Menschen auf den Straßen in Teheran, Damaskus und Kairo. Boykott gegen dänischen Joghurt und andere Delikatessen des kleinen nordeuropäischen Landes. Ausgelöst wurde dieser Aufruhr durch die Veröffentlichung der so genannten Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Provinzzeitung.
    Die freie Meinungsäußerung gilt als ein Grundpfeiler der Demokratie. Aber was passiert, wenn ein demokratisches Grundrecht das Recht anderer Menschen zu verletzen scheint? Der Aufruhr um die Mohammed-Karikaturen machte deutlich, dass nicht alle mit dem Gedanken der grenzenlosen Freiheit einverstanden sind. Die Dokumentation zeigt, wie und warum zwölf Zeichnungen in einer dänischen Lokalzeitung ein kleines Land mit fünf Millionen Einwohnern in eine Konfrontation mit Muslimen in der ganzen Welt stürzen konnten.
    Filmemacher Karsten Kjaer drehte im Libanon und im Iran, in Syrien, Qatar, Frankreich, in der Türkei, in Deutschland und in Dänemark. Er sprach mit Leuten, die während dieser Krise um die Mohammed-Karikaturen Schlüsselrollen innehatten. Und er fragt, ob es eine Grenze für die Freiheit der Meinungen gibt und ob kulturelle Toleranz eine Einbahnstraße ist.

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    19. Sep. 2007

    Irans Präsident Ahmadinedschad ist als Veranstalter von Holocaust-Konferenzen mit zweifelhaften Experten berüchtigt. Nun zeigt das iranische Fernsehen eine mehrteilige Serie über einen iranischen Schindler und  über das Schicksal der europäischen Juden unter dem Nazi-Regime.

    “Zero Degree Turn” ist der Titel dieser aufwendigen Koproduktion des staatlichen iranischen Senders mit Sendeanstalten aus Ungarn, dem Libanon, Polen und Frankreich. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Habib, der als iranischer Schindler gezeigt wird. Der  junge Iraner beginnt kurz vor Ausbruch des Krieges ein Philosophie-Studium in Paris. Als die Nazis die Seine-Metropole besetzen, arbeitet er in der iranischen Botschaft. Von dort beobachtet er wie Juden zum Abtransport zusammengetrieben werden, wobei auch seine jüdische Freundin Sara in Gefahr gerät und er beschließt spontan Ausreisedokumente auszustellen um damit hunderte Juden zu retten.

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    19. Sep. 2007

    Robert Leicht, ehemals Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland und Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin, hat in einem Kommentar für den Berliner “Tagesspiegel” christliche Fundamentalisten mit islamischen Terroristen verglichen.

    Schon für die Vergangenheit, gerade auch für die christliche, galt der Doppelsatz: Nie kann die Freiheit die Religion beschädigen, sehr wohl aber die Religion die Freiheit. Nun sehen wir: Dieser Satz kann auch für die Zukunft gelten – auch hier nicht nur für islamischen, sondern durchaus auch für christlichen Fundamentalismus. Zählt man etwa die Attentate und Gewaltakte, die in den USA aus christlich deklarierter Motivation in den letzten ein, zwei Jahrzehnten verübt worden sind (nicht nur gegen Abtreibungskliniken und -ärzte), so kann man durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass dieser religiöse Terrorismus es in der Summe mit dem 9/11-Anschlag aufnehmen kann.

    Für Leicht lautet die Konsequenz, der man sich nur anschließen kann:

    Wir brauchen aber auch künftig einen weltanschaulich neutralen Staat, der in den Grundprinzipien der freiheitlichen demokratischen Verfassung seine Prärogativen vor jeder Religion, seinen Vorrang gegenüber jeder selbstherrlichen Berufung auf ein Jenseits entschieden durchsetzt. Wir brauchen also einen Staat, der beides schützt: die Freiheit der Religion – und die Freiheit vor der Religion.

    Ganzen Artikel im Tagesspiegel lesen

    Weiterführende Links:

    • Bericht über missglückten Attentatsversuch von christlichen Terroristen von Juli 2007
    • Video über die christliche Rechte in Deutschland
    13. Sep. 2007

    God Delusion CoverWenn Richard Dawkins The God Delusion eines bewirkt hat, dann eine Flut Rezensionen. Was all diese Rezensionen ausmacht, ist das Fehlen dessen, was eine Rezension eigentlich im Kern haben sollte, nämlich eine Schilderung des Buchinhalts.

    Falls überhaupt, dann wird ein kleiner Aspekt des Buches in verzerrender Weise zum Hauptthema aufgeblasen und dann direkt attackiert. Aber in der Regel wird die lästige Arbeit einer Inhaltsbeschreibung gleich übersprungen und das Buch vorweg für unnötig und veraltet erklärt. Das Buch würde nichts neues bringen, was über die Aufklärung des 19. Jahrhunderts hinausgehe. Selbst, wenn dem so wäre, dann schmälert das den Wert des Buches keineswegs, denn die Anzahl derer, die das 19. Jahrhundert noch selbst erlebt haben, ist gering und die Zahl jener, die sich in einem Philosophiestudium durch die altbackenen und schwer lesbaren Texte längst verstorbener Philosophen und Aufklärer gequält haben, ist auch nicht viel größer.

    Darüber hinaus wird Richard Dawkins gerne als Person verunglimpft. Der sanftmütige, geduldige und ruhige Oxford-Professor wird da schon mal als militant, als Hassprediger, Eiferer oder Fundamentalist beschimpft. Was die Rezensenten zu solch Ausbrüchen bewegt, darüber kann man nur spekulieren. Vielleicht erschütterte Dawkins’ Buch ihren Glauben an Gott, oder ihren Glauben an die Notwendigkeit des Glaubens, was sie dazu bewegte den bösen Mann, der gesagt hat, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gebe, so zu attackieren. Aber ich will mich ja nicht auf das Niveau dieser Leute herabbegeben.

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    12. Sep. 2007

    Mit einem Beitrag in der Süddeutschen reiht Friedrich Wilhelm Graf sich in den Chor der Kritiker des so genannten neuen Atheismus ein. Kennzeichen für diese Art des Diskurses ist erstens der überaus sparsame Gebrauch sachlicher Argumente und zweitens die persönliche Diffamierung

    Graf, ein evangelischer Theologe, zur Zeit sogar als Fellow beim Wissenschaftskolleg zu Berlin tätig, macht gleich zu Beginn im Untertitel seines Betrages klar, worum es ihm geht:

    Richard Dawkins und Christopher Hitchens - ein biologistischer Hassprediger und ein liberaler Skeptiker greifen in ihren Büchern die Religion an.

    Der Gegner ist es also, der geifert, eine Unterstellung, die Graf an keiner Stelle seines Beitrages belegen wird. Das Attribut ‘biologistisch’ ist schon deutlich negativ konnotiert. Der durchschnittliche Leser soll hier wohl eine Nähe der Autoren zu sozialdarwinistischen Ansätze assoziieren. Weit schlimmer wiegt natürlich die Klassifikation als Hassprediger. Hassprediger, wie man hier nachlesen kann, sind Personen,

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    8. Sep. 2007

    Die Dokumentation “Die christliche Rechte und ihre Rekruten” von Tita von Hardenberg zeigt mit welchen Methoden die amerikanische Bet- und Bußgemeinde “The Call” in Deutschland Fuß fasst und warum sie besonders Jugendliche fasziniert.

    In den USA ist die religiöse Rechte bereits zu einer einflussreichen politischen Kraft geworden. Auch in Europa gewinnen die christlichen Konformisten durch systematische Evangelisation an Terrain. Hauptzielgruppe ist die Jugend, die den Kirchen abhanden kommt. Die Reportage der Polylux-Moderatorin von Hardenberg beobachtet “The Call” in Deutschland, mit bedrückenden Bildern von Kursen in denen der Chefmissionar Jugendliche im Handwerk der Mission im Sinne der Organisation unterrichtet. Den ganzen Beitrag lesen …

    4. Sep. 2007

    HagardColorado-Springs - Ted Haggard, der über einen Sexskandal gestürzte Evangelikalen-Pastor, erregt durch einen Spendenaufruf zur Finanzierung seines Studiums erneut den Unmut seiner Gemeinde.

    Die Vorgeschichte:
    Ted Haggard, ehemals einer der einflussreichsten Figuren der evangelikalischen Christen in den USA, verfügte seinerzeit nicht nur über einen direkten Draht zu Gott sondern hatte laut eigener Angaben auch beste Kontakte zu Präsident Bush, den er wöchentlich beriet . Manche werden ihn aus Richard Dawkins Dokumentation ‘The Root of all Evil’ von 2006 kennen, in der er nach Beendigung des Interviews im Jesus Camp, Dawkins sehr aufgebracht von seinem Grund verwies (”You called my children Animals“). Haggard hatte sich zuvor nicht gerade als Befürworter von Homosexualätit gezeigt. In seiner Funktion als Präsident der evangelikalen Organisation ‘National Association of Evangelicals’ führte er einen erbitteerten Kampf insbesondere gegen Abtreibung und Homo-Ehe. Um so größer war das Entsetzen als Ende 2006 ein Callboy in die Öffentlichkeit trat und bekannte Haggard habe ihn drei Jahre lang für Sex bezahlt. Nach einer recht kurzen Phase des Leugnens gab Haggard alle seine Ämter frei und bekannte sich schließlich zu seinen Sünden. Es folgte die Phase der Läuterung und schließlich zog er sich ganz ins Privatleben zurück.

    Nun hat Haggard sich wieder zurückgemeldet: Den ganzen Beitrag lesen …

    21. Aug. 2007

    “Nur ein toter Schwuler ist ein guter Schwuler” titelt der Gay-West-Blog und schreibt: Nach diesem Motto verfährt zur Zeit ein katholisches Ehepaar aus Carmel, Indiana. Sie hassen ihren Sohn Patrick, der seit gut 25 Jahren mit seinem Freund Brett zusammen lebt, ebenso wie diesen Freund und jeden Schwulen auf der Welt.

    Der Classical Liberally Blog berichtete ebenfalls über den Fall:
    Patrick, Sohn eines ultrareligiösen, katholischen Ehepaars, lebt in einem gleichgeschlechtlichen eheähnlichen Verhältnis mit seinem Partner Brett.

    Ein Vierteljahrhundert lang leben, lieben und kämpfen Brett und Patrick zusammen. Nach 12 Jahren sind sie in der Lage gemeinsam ein Haus zu kaufen. Sie teilen das Bankkonto und ihr gesamtes Leben. Die *** von Eltern hassten jeden Moment davon. Aber wie weit sie dann gehen würden, erstaunte selbst mich, obwohl ich von Fanatikern keinerlei Humanität erwarte.

    Als Patrick in Folge eines Aneurysma kollabiert, beeilen sich die Eltern ihre elterliche Sorge um den behinderten Sohn geltend zu machen. Im Focus ihrer fürsorglichen Bemühungen steht jedoch nicht das gesundheitliche Wohl des Sohnes sondern die Verhinderung von weiteren Kontakten zu dem homosexuellen Partner. Sie verweigerten Brett sogar das Besuchsrecht, das er gerichtlich erstritten hatte, obwohl ein Neuropsychologe diese Besuche befürwortet hatte. Die ärtzliche Empfehlung “Reintegration des Patienten in die gewohnte Umgebung, Aktivitäten und Situationen fördert den Heilungsprozess” wird elterlicherseits jedoch ignoriert. Wes Geistes die Mutter (Jeanne) ist kann an folgendem Zitat ermessen werden:

    Jeanne sagte zu Brett, dass wenn Patrick nach seiner Genesung zu ihm zurückkehren würde, würde sie (Anm: sie ist die Mutter!) vorziehen er würde nicht genesen.

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