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  • 30. Jan. 2009

    Jesus Camp

    Die Dokumentation der US-amerikanischen Regisseurinnen Rachel Grady und Heidi Ewing über ein evangelikales Sommerlager für Kinder in deutscher Synchronisation.

    Uewe Schmitt, Die Welt

    Sie beten zu Gott, Bush und Amerika

    Eine Dokumentation spaltet die USA. Kinder beten wie in Ekstase, während ihnen die Priesterin zuruft: „Das ist Krieg! Seid ihr Teil davon oder nicht?“ Ein Ausflug in eine amerikanische Parallelwelt.

    „Steht auf!“ schreien die kleinen Jungs in den Tarnfarbenuniformen, die in Tanzformation dreizackartige Waffen wirbeln. „Folgt der Prophezeiung!“, singen sie und schleudern glühende Blicke gegen ihre Eltern im Publikum, denen vor Stolz die Augen feucht werden.

    Die Chöre erinnern an Pink Floyds Verweigerungskids und ihre 80er-Jahre-Hymne „We Don´t Need No Education“. Die religiöse Ekstase gemahnt eher an Jugendfreizeiten von fanatischen Islamisten. Doch hier tanzt nicht der Nachwuchs der Hisbollah, sondern der Kindergottesdienst der „Christ Triumphant Church“ im amerikanischen Mittelwesten. Und wenn Pastor Becky Fisher ihren Lämmchen zuruft „Das ist Krieg! Seid ihr Teil davon oder nicht?“ und ein jauchzendes „Yeah!“ anstößt, können nur böse Menschen Schlechtes denken. Nicht wahr?

    “Ein Angriff auf charismatische Christen”

    Die Szenen stammen aus „Jesus Camp“, einem Dokumentarfilm von Heidi Ewing und Rachel Grady, der Ende September in die Programmkinos einiger US-Metropolen kam und mehr Debatten als Dollars erntet. Linke, säkulare und durchaus fromme Liberale empörten sich über die im Film gezeigte Indoktrinierung von Kindern durch „wiedergeborene“ Evangelikale in Kirchencamps, beim „home schooling“ durch Eltern, die das gottlose Schulsystem boykottieren, beim Missonieren durch andere Kinder. Die Gegenseite fühlte sich beleidigt und diffamiert durch den 85 Minuten langen Film, der auf jede Narration und jeden offenen Kommentar von Ewing und Grady verzichtet.

    Reverend Ted Haggard, Präsident der „National Association of Evangelicals“ mit direktem Zugang zum Weißen Haus, fand sich schlecht getroffen. „MovieGuide Web“, die Webseite eines gewissen Ted Baehr, der Filme nach „biblischen Prinzipien“ bewertet, schimpft über „einen sehr negativen, gemeinen Angriff auf charismatische Christen. Es wurden die denkbar übelsten Szenen benutzt, die sie drehen konnten.“

    “Wir haben die Wahrheit”

    Mit etwas mehr Gelassenheit lässt sich „Jesus Camp“ von Anhängern beider Lager als ein lehrreicher Film betrachten, der keine Partei ergreift, sondern Wirklichkeit in Amerika zeigt. Für viele der rund 80 Millionen Evangelikalen in den USA (bei weitem nicht für alle) ist nichts Anstößiges an Pastor Fishers Überzeugung, dass die Sehnsucht von Kindern nach dem Übersinnlichen und ihre Begeisterungsfähigkeit für den Weg zu Jesus genutzt müssen. Fisher, eine fettleibige blonde Frau Mitte 40 von beträchtlichem Charme und Sinn für Humor, bewundert offen die Indoktrinierung blutjunger Muslime. Nicht das Ergebnis, aber das Fischen nach Kinderseelen: „Wir haben die Wahrheit“, sagt sie und entschuldigt sich nicht dafür. Und sie weiß, wie sie in ihrem „Bible Camp“ am Devil´s Lake im ländlichen North Dakota die Kinder zum Go-kart-Fahren wie zum Beten bekommt. Es wird in Zungen gesprochen, manche Kinder winden sich in Trance, tränen überströmt, selig, „von Gott berührt“. Ein lebensgroßer Pappkamerad, der eine Photokopie von George W. Bush ist, wird gesegnet. Der Präsident habe sich um die Evangelikalen verdient gemacht, meint Pastor Becky Fisher.

    read on, my dear

    Weitere Links:

    http://ibka.org/node/702

    Wikipedia

    http://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_Camp

    Ted Haggard: Der Pastor, der Stricher und der junge Gläubige

    Ein bekannter evangelikaner Pfarrer hatte nicht nur Sex mit einem Stricher. Er belästigte auch ein junges Mitglied seiner Kirche. Artikel in der Basler Zeitung (28.01.09)

    ——————————————————————————

    Jesus Camp auf Deutsch:

    [youtube 9Kt5jnJLLnA]

    [Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Teil 5] [Teil 6]

    Die Dokumentation im englischsprachigen Original auf:

    Google Video [1h 24min]

    30. Jan. 2009

    WDR-Dokumentation über die Tochter eines Milli Görüş-Funktionärs.

    Bis zu ihrem 44. Lebensjahr galt Emel Abidin Algan als Vorzeigemuslimin, lebte in einer arrangierten Ehe, bekam sechs Kinder und arbeitete in islamischen Organisationen mit. Dann, vor einem Jahr, beschloss sie, ihr Leben von Grund auf zu verändern. Ihre Thesen sorgen für Schlagzeilen.

    Ist diese Frau verrückt geworden? Emel Abidin Algan hat das Kopftuch abgelegt, glaubt nicht mehr, dass es Allah ist, der sie verschleiert sehen will. Die 45-jährige Muslimin ist keine Unbekannte. Sie ist die Tochter des Vordenkers der Milli Görüs-Organisation in Deutschland. Diese streng religiöse Gruppierung wird seit langem schon vom Verfassungsschutz beobachtet.

    die story enthüllt Alltägliches aus einer Parallelwelt mitten in Deutschland.        Eine  Welt, in der sich etwa die türkische Lehrerin Senay L. die Frage gefallen lassen muss, “ob sie sich nicht schämt, ohne Kopftuch rumzulaufen?!” Schon in der fünften Klasse kommen ihre Schülerinnen “bedeckt” zum Unterricht. “Die Eltern bekommen dafür Geld von der Moschee”, sagt die Lehrerin. Die Jungs in ihrer Klasse weigern sich, kurze Turnhosen anzuziehen, weil das als unislamisch gilt. Auch der Kuchen, den die Lehrerin mitgebracht hat, wird abgelehnt. Er könnte Schweinefett, den “Kot des Teufels” enthalten. Stück für Stück entfremden sich unter dem Einfluss islamischer Hardliner nicht nur die Schüler von der deutschen Gesellschaft. Ein Prozess, der nicht aufhaltbar erscheint. Gegen diesen Prozess kämpft die “verrückte” Emel Abidin Algan an.

    Repost von Lernzeit:http://www.lernzeit.de/sendung.phtml?detail=705743

    Teil 1/5 der Dokumentation:

    [youtube q6xXZ2cKk7k]

    Teil 2

    Teil 3

    Teil 4

    Teil 5

    6. Dez. 2008

    Die Liga Gottes

    Dokumentation über evangelikale Missionare in Deutschland


    Deutschland im Sommer 2006: Jubelnde Fußballfans aus aller Welt tummeln sich in deutschen Städten. Unter ihnen sind 10.000 christliche Missionare, die sich wenig dafür interessieren, wer die begehrte Weltmeistertrophäe mit nach Hause nimmt. Für sie ist das sportliche Großereignis die perfekte Gelegenheit, um möglichst viele Menschen zu bekehren. Einer der enthusiastischen Missionare ist Scott Rourk.


    Nach dem 11. September 2001 bekam er 250.000 US Dollar Spendengelder und gründete damit seine eigene Kirche, die “411″ in New York. Rourk und seine Gemeinde bezeichnen sich als wiedergeborene Christen und fühlen sich dazu berufen, möglichst viele Menschen zu bekehren, denn nur so, glauben sie, entkommt man dem Höllenfeuer. Zusammen mit seinem Neubekehrten Cody Mui und anderen Gemeindemitgliedern macht sich Rourk auf den Weg zur Fußballweltmeisterschaft nach Deutschland. Oberstes Credo: “Jedes Treffen ist eine Möglichkeit, von Gott zu reden.” Cody würde gern mehr missionieren, aber er ist sehr schüchtern.

    Für Gershom aus Kenia hingegen ist die Sache ganz einfach: “Wer Jesus Christus als Herren und Erlöser annimmt, kommt in den Himmel. Wer Jesus ablehnt, kommt in die Hölle.” In der Zentrale der evangelikalen Organisation “Jugend mit einer Mission” im Schloss Hurlach in Bayern empfängt Tilmann Pforr die Neuankömmlinge. Von dort schwärmen sie zusammen mit 10.000 weiteren aus, um die Bundesrepublik und ihre Sommergäste zu bekehren.

    Teil 1/6 der Dokumentation:
    watch?v=oZcHeNMxdp4

    Repost der ARTE-Dokumentation:
    www.arte.tv/de/Willkommen/woche/244,broadcastingNum=887437,day=2,week=18,year=2008.html

    28. Jan. 2008

    Gastbeitrag von Ladeenis Blog “Eindrücke aus Arabien

    Der Vater bei dem Interview

    Muhammad Hijazi mit seiner Frau

    Die Vorgeschichte:

    Der junge Mann Muhammad Ahmad Hijazi (Higazi) war der erste Ägypter, der es wagte, vor ein Gericht zu ziehen, um die Änderung des Eintrags seiner Religionszugehörigkeit auf seinem Ausweis zu erstreiten. Er und seien Frau waren vom Islam zum Christentum konvertiert. Die Medien berichteten ausführlich über den Fall, weil es einmalige Schlagzeile war. Bilder von ihm wurden gezeigt und sogar sein richtiger Name wurde angegeben (hier ein Interview mit ihm auf einem ägyptischen Satellitensender) . Seitdem hält er sich irgendwo in Ägypten versteckt.

    Vater droht seinen zum Christentum konvertierten Sohn mit dem Tod, wenn er nicht zum Islam zurückkehren würde

    Alarabiya, Almasry Alyawm
    Der Vater des zum Christentum konvertierten Muhammad Hijazi sagte in einem Interview mit der Zeitung „ Al Masry Al Yawm“ (Ägypter Heute), falls er seinen Sohn treffen würde, würde er ihn nach den Gründen fragen, die ihn dazu bewegten, den Islam zu verlassen und das Christentum anzunehmen. Er werde ihm eine Chance geben, zum Islam zurückzukehren, falls er dies nicht tue, würde er ihn auf der Stelle töten. „Ich werde darauf nicht verzichten, sein Blut in der Öffentlichkeit (vor der Menge) zu vergießen. Ich werde stolz darauf, ihn getötet zu haben, auch wenn das mich an den Galgen bringen würde. Ich werde ihn aber verzeihen, wenn er zu seiner Religion zurückkehrt, seinen Fehler eingesteht und versichert, dass diese Gruppe ihn zum Christentum gezwungen hat und seine Armut und seine Not ausgenutzt hat“.

    Er erzählte weiter: „Mein Sohn hat immer gebetet und gefastet, seitdem er ein Kind war. Er hat viele religiöse Bücher gekauft und gelesen, die in der Bibliothek der Familie in Port Said stehen. Vor drei Jahren hat er eine politische Gedichtesammlung verfasst, in der er die Polizei und die Sicherheitskräfte des Landes kritisiert hatte. Deshalb wurde zwei Monate lang inhaftiert. Als er entlassen wurde, hatte er sich total verändert. Er wollte, dass die Menschen über ihn reden, er wollte etwas anders machen“.
    Die ganze Familie leidet und muss vieles durchmachen, seitdem die Geschichte von Muhammad bekannt wurde, erzählte der Vater. Er fügte hinzu:“ Was ist unsere Schuld daran? Was ist die Schuld meiner Familienmitglieder, wenn diese auf der Straße laufen und jemand mit dem Finger auf sie zeigt: Das ist die Schwester von Muhammad, der zum Christentum konvertiert hat. Meine Tochter geht nicht mehr zur Uni. Sie fragte mich einmal, wie sie mit ihren Kollegen umgehen soll, nachdem ein Blogger veröffentlicht hat, dass sie die Schwester von Muhammad sei?“ Der Vater erzählte weiter: “Ich habe meinen Job gekündigt und bin in einem anderen Ort umgezogen, Ich konnte die Blicke meiner Kollegen nicht mehr ertragen. Aber unsere Nachbarn kennen uns gut, und wissen wie religiös und ruhig wir sind. Ganz im Gegenteil, sie haben von Anfang an zu uns gehalten.“

    Herr Hijazi bat den ägyptischen Präsidenten, ihm seinen Sohn zurück zu bringen, wie es in dem Fall von Wafaa Costantin geschah, die zum Islam konvertiert war und auf Druck der Kopten mit polizeilicher Gewalt zu ihrer Familie zurückgebracht wurde. Der Vater hat vor, zur Polizei zu gehen und dort um Hilfe bitten, seinen vermissten Sohn zu finden. Er wird der Polizei 15 Tage Zeit geben. Nach dieser Frist wird er nicht mehr verantwortlich sein für das, was er tun werde. Er wird sich an den Verantwortlichen rächen, die seinem Sohn einer Gehirnwäsche unterzogen haben. Nichts wird ihn abschrecken, weder das Gefängnis noch der Tod.

    6. Nov. 2007

    Gastbeitrag vom Ex-PI Autor von Wichtingen auf dem Blog Ramon-Schack.de:

    Herr v. Wichtingen, ich gratuliere Ihnen zu dieser Entscheidung. Sie haben das Richtige getan.Herzlichen Glückwunsch!Vielen Dank auch für Ihre offenen und mutigen Worte.Hoffen wir gemeinsam das auch andere (noch)PI- Mitarbeiter diesen Weg gehen.Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!Hoffen wir auch das Stefan Herre -endlich- das moralische Scheitern, gemessen an den eigenen Ansprüchen, seines Projektes erkennt. Noch ist es nicht zu spät.

    Ich habe einen Fehler gemacht

    Ja ich gebe es zu: ich habe als Autor bei PI Artikel geschrieben, die ich heute nicht mehr schreiben würde. Ich habe viel zu spät bemerkt, dass ich mit meinen Artikeln nicht dazu beitrage, unsere Welt besser zu machen – im Gegenteil.

    Ich hätte viel eher merken sollen, dass ich nicht das Richtige tue. Dies tut mir leid.

    Weiterlesen im Original

    18. Okt. 2007

    Zwölf Karikaturen in einer dänischen Provinzzeitung ließen die organisierte Wut von Muslimen vor allem im Nahen und Mittleren Osten über Dänemark hereinbrechen. Diesen Aufruhr nimmt eine sehr sehenswerte Dokumentation auf Arte zum Anlass, um die Frage nach möglichen Grenzen für das demokratische Grundrecht auf freie Meinungsäußerung zu stellen.

    Brennende dänische Botschaften, wütende Menschen auf den Straßen in Teheran, Damaskus und Kairo. Boykott gegen dänischen Joghurt und andere Delikatessen des kleinen nordeuropäischen Landes. Ausgelöst wurde dieser Aufruhr durch die Veröffentlichung der so genannten Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Provinzzeitung.
    Die freie Meinungsäußerung gilt als ein Grundpfeiler der Demokratie. Aber was passiert, wenn ein demokratisches Grundrecht das Recht anderer Menschen zu verletzen scheint? Der Aufruhr um die Mohammed-Karikaturen machte deutlich, dass nicht alle mit dem Gedanken der grenzenlosen Freiheit einverstanden sind. Die Dokumentation zeigt, wie und warum zwölf Zeichnungen in einer dänischen Lokalzeitung ein kleines Land mit fünf Millionen Einwohnern in eine Konfrontation mit Muslimen in der ganzen Welt stürzen konnten.
    Filmemacher Karsten Kjaer drehte im Libanon und im Iran, in Syrien, Qatar, Frankreich, in der Türkei, in Deutschland und in Dänemark. Er sprach mit Leuten, die während dieser Krise um die Mohammed-Karikaturen Schlüsselrollen innehatten. Und er fragt, ob es eine Grenze für die Freiheit der Meinungen gibt und ob kulturelle Toleranz eine Einbahnstraße ist.

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    19. Sep. 2007

    Irans Präsident Ahmadinedschad ist als Veranstalter von Holocaust-Konferenzen mit zweifelhaften Experten berüchtigt. Nun zeigt das iranische Fernsehen eine mehrteilige Serie über einen iranischen Schindler und  über das Schicksal der europäischen Juden unter dem Nazi-Regime.

    “Zero Degree Turn” ist der Titel dieser aufwendigen Koproduktion des staatlichen iranischen Senders mit Sendeanstalten aus Ungarn, dem Libanon, Polen und Frankreich. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Habib, der als iranischer Schindler gezeigt wird. Der  junge Iraner beginnt kurz vor Ausbruch des Krieges ein Philosophie-Studium in Paris. Als die Nazis die Seine-Metropole besetzen, arbeitet er in der iranischen Botschaft. Von dort beobachtet er wie Juden zum Abtransport zusammengetrieben werden, wobei auch seine jüdische Freundin Sara in Gefahr gerät und er beschließt spontan Ausreisedokumente auszustellen um damit hunderte Juden zu retten.

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    19. Sep. 2007

    Robert Leicht, ehemals Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland und Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin, hat in einem Kommentar für den Berliner “Tagesspiegel” christliche Fundamentalisten mit islamischen Terroristen verglichen.

    Schon für die Vergangenheit, gerade auch für die christliche, galt der Doppelsatz: Nie kann die Freiheit die Religion beschädigen, sehr wohl aber die Religion die Freiheit. Nun sehen wir: Dieser Satz kann auch für die Zukunft gelten – auch hier nicht nur für islamischen, sondern durchaus auch für christlichen Fundamentalismus. Zählt man etwa die Attentate und Gewaltakte, die in den USA aus christlich deklarierter Motivation in den letzten ein, zwei Jahrzehnten verübt worden sind (nicht nur gegen Abtreibungskliniken und -ärzte), so kann man durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass dieser religiöse Terrorismus es in der Summe mit dem 9/11-Anschlag aufnehmen kann.

    Für Leicht lautet die Konsequenz, der man sich nur anschließen kann:

    Wir brauchen aber auch künftig einen weltanschaulich neutralen Staat, der in den Grundprinzipien der freiheitlichen demokratischen Verfassung seine Prärogativen vor jeder Religion, seinen Vorrang gegenüber jeder selbstherrlichen Berufung auf ein Jenseits entschieden durchsetzt. Wir brauchen also einen Staat, der beides schützt: die Freiheit der Religion – und die Freiheit vor der Religion.

    Ganzen Artikel im Tagesspiegel lesen

    Weiterführende Links:

    • Bericht über missglückten Attentatsversuch von christlichen Terroristen von Juli 2007
    • Video über die christliche Rechte in Deutschland
    13. Sep. 2007

    God Delusion CoverWenn Richard Dawkins The God Delusion eines bewirkt hat, dann eine Flut Rezensionen. Was all diese Rezensionen ausmacht, ist das Fehlen dessen, was eine Rezension eigentlich im Kern haben sollte, nämlich eine Schilderung des Buchinhalts.

    Falls überhaupt, dann wird ein kleiner Aspekt des Buches in verzerrender Weise zum Hauptthema aufgeblasen und dann direkt attackiert. Aber in der Regel wird die lästige Arbeit einer Inhaltsbeschreibung gleich übersprungen und das Buch vorweg für unnötig und veraltet erklärt. Das Buch würde nichts neues bringen, was über die Aufklärung des 19. Jahrhunderts hinausgehe. Selbst, wenn dem so wäre, dann schmälert das den Wert des Buches keineswegs, denn die Anzahl derer, die das 19. Jahrhundert noch selbst erlebt haben, ist gering und die Zahl jener, die sich in einem Philosophiestudium durch die altbackenen und schwer lesbaren Texte längst verstorbener Philosophen und Aufklärer gequält haben, ist auch nicht viel größer.

    Darüber hinaus wird Richard Dawkins gerne als Person verunglimpft. Der sanftmütige, geduldige und ruhige Oxford-Professor wird da schon mal als militant, als Hassprediger, Eiferer oder Fundamentalist beschimpft. Was die Rezensenten zu solch Ausbrüchen bewegt, darüber kann man nur spekulieren. Vielleicht erschütterte Dawkins’ Buch ihren Glauben an Gott, oder ihren Glauben an die Notwendigkeit des Glaubens, was sie dazu bewegte den bösen Mann, der gesagt hat, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gebe, so zu attackieren. Aber ich will mich ja nicht auf das Niveau dieser Leute herabbegeben.

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    12. Sep. 2007

    Mit einem Beitrag in der Süddeutschen reiht Friedrich Wilhelm Graf sich in den Chor der Kritiker des so genannten neuen Atheismus ein. Kennzeichen für diese Art des Diskurses ist erstens der überaus sparsame Gebrauch sachlicher Argumente und zweitens die persönliche Diffamierung

    Graf, ein evangelischer Theologe, zur Zeit sogar als Fellow beim Wissenschaftskolleg zu Berlin tätig, macht gleich zu Beginn im Untertitel seines Betrages klar, worum es ihm geht:

    Richard Dawkins und Christopher Hitchens - ein biologistischer Hassprediger und ein liberaler Skeptiker greifen in ihren Büchern die Religion an.

    Der Gegner ist es also, der geifert, eine Unterstellung, die Graf an keiner Stelle seines Beitrages belegen wird. Das Attribut ‘biologistisch’ ist schon deutlich negativ konnotiert. Der durchschnittliche Leser soll hier wohl eine Nähe der Autoren zu sozialdarwinistischen Ansätze assoziieren. Weit schlimmer wiegt natürlich die Klassifikation als Hassprediger. Hassprediger, wie man hier nachlesen kann, sind Personen,

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