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  • 5. Jan. 2008

    Eine Umfrage des FASEB-Journals* zeigt: 61% der US-Bürger glauben, dass Leben sich im Laufe der Zeit entwickelte, 36% halten diese Evolution für einen natürlichen Prozess.

    In der Umfrage wurde nach der Zustimmung zu folgenden Aussagen gefragt, dabei wurden die Befragten in zwei Hälften aufgeteilt. Die jeweilige Frage der zweiten Gruppe in Klammern.

    Manchen glauben, dass Menschen und andere Lebewesen (oder sämtliches Leben) sich im Laufe der Zeit entwickelten, andere glauben, dass Menschen und andere Lebewesen (oder alles Leben) in ihrer heutigen Form seit Beginn der Zeit existieren. Welcher dieser Aussagen kommt ihrer Ansicht am nächsten?

    Diejenigen, die einer Entwicklung im Laufe der Zeit zustimmten, wurden anschließen gefragt:

    Glauben sie, dass Menschen und andere Lebewesen (oder sämtliches Leben) sich in Folge eines natürlichen Prozesses wie zB natürliche Selektion entwickelten oder glauben sie, dass eine höheres Wesen die Entwicklung von Lebewesen gelenkt hat, um Menschen und andere Lebewesen (oder sämtliches Leben) in seiner heutigen Form zu erschaffen?

    Evoluton-Kreationismus

    Zustimmung zur Evolution:
    Links: Gruppe 1, Menschen und andere Lebewesen, Rechts: Gruppe 2, sämtliches Leben
    hellblau: natürliche Entwicklung
    dunkelblau: gelenkte Entwicklung
    gelb: in heutiger Form durch höheres Wesen erschaffen
    grün: weiß nicht/keine Antwort

    Die Studie zeigt weiterhin einen interessanten (wenn auch wenig überraschenden) Zusammenhang über Akzeptanz von Evolutionstheorie und wissenschaftliches Vorwissen. Dazu wurden die Zustimmung zu drei einfachen wissenschaftlichen Aussagen abgefragt:

    a) Die Kontinente, auf denen wir leben, bewegen sich seit Millionen von Jahren und werden sich auch in Zukunft weiter bewegen.
    b) Antibiotika töten Viren ebenso wie Bakterien.
    c) Die frühesten Menschen lebten zur gleichen Zeit wie die Dinosaurier.

    Bildung_EvolutionAls ‘richtige Antwort’ wurde völlige oder teilweise Zustimmung (bzw. völlige oder teilweise Ablehnung) einer richtigen (bzw. einer falschen Aussage) gewertet. Die Grafik rechts ordnet die Zahl der richtigen Antworten (o-1, 2 oder 3) der jeweiligen Zustimmung zu Evolution, Kreationismus oder Intelligent Design zu.

    Ebenfalls beachtenswert sind die Antworten zur Frage wer in der Öffentlichkeit zu wissenschaftliche Themen Stellung beziehen sollte. In der Debatte um Evolution, Kreationismus und Intelligent Design wünschen sich die Befragten eine stärkere öffentliche Beteiligung von Wissenschaftlern (77%), Lehrern (76%) Richtern (37%), Schulbehörden (30%) oder sonstigen Prominenten (11%). Das zeigt, die Mehrheit der amerikanischen Öffentlichkeit akzeptiert und wünscht Aussagen wissenschaftlicher Experten auch bei Themen, die möglicherweise relevant sind für Glaubensfragen.
    Abschließend noch ein Zitat von Gerald Weissmann, dem Chefredakteur des FASEB-Journals:

    The bottom line is that the world is round, humans evolved from an extinct species and Elvis is dead. This survey is a wake-up call for anyone who supports teaching information based on evidence rather than speculation or hope; people want to hear the truth, and they want to hear it from scientists.

    Siehe auch:
    Artikel als PDF-Download: Evolution and Its Discontents
    Artikel auf der FASEB-Homepage

    * The Federation of American Societies for Experimental Biology, publishes The FASEB Journal. Stanford University Libraries

    21. Dez. 2007

    Wir berichteten schon über die BMI-Studie zur Gewaltbereitschaft und Demokratieakzeptanz unter den in Deutschland lebenden Muslimen.

    Ausgerechnet die konservative Welt verweigert sich der allgemeinen Panikmache und stimmt einen gemäßigten Ton an:

    Schäuble verteidigt Muslime vor Gewaltverdacht

    Jeder vierte junge Anhänger des Islam ist zu Gewalt gegen Andersgläubige bereit. So lautet ein Ergebnis einer neuen Studie aus dem Innenministerium, die für Aufregung sorgte. Wolfgang Schäuble relativierte jetzt die Interpretation. Muslime in Deutschland seien insgesamt friedlich.

    Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hält die Muslime in Deutschland insgesamt für friedlich und gut integriert. Die große Mehrheit von ihnen sei nicht gewaltbereit, erklärte sein Sprecher Stefan Kaller am Freitag in Berlin. Er relativierte damit die Interpretation einer neuen Studie zu Einstellungen der Muslime in Deutschland.

    [...]

    In der Studie stecke aber auch eine „gute Botschaft“, nämlich dass die allermeisten Muslime froh seien, in einem demokratischen Staat zu leben, sagte Kaller.

    [...]

    Auch der Bielefelder Soziologe Jürgen Mansel warnte in der „Berliner Zeitung“ vor Fehlinterpretation der Ergebnisse. „Es gibt keine Hinweise, dass es unter Moslems oder Zuwanderern eine höhere Gewaltbereitschaft gibt als unter anderen Gruppen in Deutschland“, sagte er. Auch die Demokratiefeindlichkeit sei unter Islamanhängern nicht weiter verbreitet als unter Nicht-Muslimen.

    19. Dez. 2007

    Gott bewegt die Deutschen und die Welt” titelte kürzlich die Welt und schrieb weiter: Eine umfassende Studie zur Religiosität widerlegt die Annahme, dass der Glauben in Deutschland in die Bedeutungslosigkeit abrutscht. Der humanistische Pressedienst hat die Studie gründlich unter die Lupe auseinander genommen.

    Welt.de
    Die Deutschen sind religiöser als bislang angenommen. Religion ist für 70 Prozent der deutschen Bevölkerung über 18 Jahren bedeutsam. Fast jeder fünfte Deutsche ist sogar tiefreligiös. Er besucht regelmäßig Gottesdienste, betet häufig und beschäftigt sich intensiv mit religiösen Fragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende internationale Studie der Bertelsmann Stiftung, deren Ergebnisse WELT ONLINE vorliegen.

    Der humanistische Pressedienst entzaubert das wirre Machwerk der Bertelsmann-Stiftung gründlich. Unter der Überschrift “Terminologische Trickkiste” schreibt Carsten Frerk: Den ganzen Beitrag lesen …

    18. Nov. 2007

    Mac Johnson ist ein Molekularbiolgoe mit einigem Ansehen in der evangelikalen konservativen Szene. Er betreibt eine eigene politische Webseite und schreibt regelmäßig Beiträge für Human Events, einem Urgestein unter den konservativen US-Publikationen. Und ausgerechnet auf ‘Human Events‘ veröffentlichte er nun einen Beitrag ‘Intelligent Design, and Other Dumb Ideas‘, in dem er ID als “bad thinking” bezeichnet und auch sonst keine guten Worte für ID und ihre Anhänger findet.

     

    Bisher habe ich diese Auseinandersetzung aus religiösen Gründen gemieden. Zum einen aus professioneller Höflichkeit gegenüber den Anhängern, mit denen ich in den meisten Glaubensfragen übereinstimme (und zu denen ich in vielen Fällen eine persönliche Beziehung habe). Zum anderen, weil ich instinktiv spürte, dass diese Idee zu obskur ist um sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Diese Idee ist offensichtlich lächerlich und dies einem Freund, der dieser IDee anhaängt, mitteilen zu müssen wäre so als müsste ich ihm sage, dass er einen schlechten Atem hat. Ich denke - es wäre ein sehr unangenehmer Moment für uns beide. Aber dann: Vom wem sonst, wenn nicht von mir wird es mein Freund erfahren?

    [...]

    Im Lichte der neu gewonnen Prominenz der Theorie vom Intelligenten Design und mit der Absicht die mentale Hygiene ihrer Anhänger zu verbessern, komme ich nicht umhin festzustellen: Intellignet Design ist eine wirklich, wirklich sehr schlechte Idee - wissenschaftlich, politisch und theologisch. Ich sage das als dezidierter Konservativer, der bei vielen Gelegenheiten religiöse Positionen oder religiösen Konservatismus verteidigte und unterstütze. Ich sage es auch als professioneller Molekularbiologe, der seit vielen Jahren täglich (oder wenigtsens wochentäglich) biologische Forschung betreibt, zu deren Verständnis die Evolutionstheorie unabdingbar ist wohingegen ID nichts das Geringste dazu beigetragen hat. Einen jeden Apektes der Biologie zu dem launenhaften Treiben eines göttlichen Heimwerkers zuzuschreiben lehrt uns ebensowenig über Biologie wie wir über Geologie erführen, wenn wir statt der Vulkanausbrüche selbst die Gemütsverfassungen irgendwelcher Lavagötter studierten. Eine Theorie, so ist es definiert, macht Vorhersagen, die getestet werden können. ID sagt nichts vorher, weil es im Kern nichts behauptet, außer daß jedes Ding so ist wie es ist, weil Gott es so wollte wie es ist.

    Vollständiger Artikel im Original

    12. Nov. 2007

    Der Mainzer Philosoph Professor Thomas Metzinger in einer dreiteiligen Reihe auf SWR2 Aula über das Bewusstein. Ein sehr hörens- und/oder lesenswerter Beitrag.

    Teil 1:

    • Keine andere Teildisziplin der Philosophie hat in den letzten Jahrzehnten eine so stürmische Entwicklung durchlaufen wie die Philosophie des Geistes. Die aktuelle Diskussion konzentriert sich dabei auf die Frage, was ist das phänomenale Bewusstsein, wie kann man es aus philosophischer Sicht beschreiben, aus welchen Elementen setzt es sich zusammen. Außerdem finden es ja viele Menschen aufregend und mysteriös zugleich. Thomas Metzinger, Professor für Philosophie an der Gutenberg-Universität in Mainz, fragt im ersten Teil, warum das Bewusstsein für Philosophen ein Rätsel ist.
    • Teil 1: anhören (mp3 28:46 min), Script herunterladen (rtf, 62kB)

    Teil 2:

    • Nichts scheint uns so nah zu sein wie das eigene Bewusstsein, unsere Sinnesempfindungen, Gefühle und Gedanken sind uns auf sehr direkte Art gegeben, sie gehören auf untrennbare Weise zu unserer Identität. Dennoch gibt es Gefühle, die wir uns nicht erklären können, es gibt Gedanken über Menschen und die Welt, die wir im Rückblick revidieren müssen, die auf Irrtümern basierten, und es bleibt immer die Frage, ob unser Bewusstein auch die äußere Welt adäquat widerspiegelt. Was ist die Farbe Grün, die ich gerade beim Anblick eines Blatts empfinde, ist das nur ein subjektives Phänomen? Thomas Metzinger, Professor für Philosophie an der Gutenberg-Universität in Mainz, beschreibt im zweiten Teil das phänomenale Bewusstsein mit seinen Inhalten.
    • Teil 2: anhören (mp3 29:07 min), Script herunterladen (rtf, 51kB)

    Teil 3:

    • Das Problem des Bewusstseins besteht aus einem ganzen Bündel theoretischer und empirischer Fragestellungen. Es gibt jedoch ein Kernproblem, eine wichtige Frage: Was genau bedeutet es eigentlich, wenn man sagt, dass Bewusstsein ein subjektives Phänomen ist? Jeder Mensch verfügt über eine Innenperspektive, die kein anderer Mensch nachvollziehen kann und die auf untrennbare Weise mit einem Ich-Gefühl verbunden ist. Thomas Metzinger, Professor für Philosophie an der Universität Mainz, beschreibt im letzten Teil seiner Reihe über das Bewusstsein das Rätsel der Subjektivität anhand aktueller Beispiele aus der Hirnforschung.
    • Teil 3: anhören (mp3 29:08 min), Script herunterladen (rtf, 72kB)

    Homepage der Sendung auf dem SWR2 Portal