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  • 19. Nov. 2007

    Grünen-Politiker Volker Beck hat Klage gegen eine einstweilige Verfügung des Kardinals Joachim Meisner erhoben. Beck will Meisner zwar nicht mehr “selbstgerechter Hassprediger” nennen – aber sich das eben nicht vorschreiben lassen.

    welt.de

    Der Kölner Erzbischof dürfe nicht das Recht haben, Beck die Äußerung zu untersagen, Meisner betätige sich in Bezug auf eine bestimmte Predigt als „selbstgerechter Hassprediger“.

    Diese Feststellung solle das Gericht treffen, heißt es in einer Erklärung Becks, die dem „Tagesspiegel“ vorlag. Meisner hatte die entsprechende Untersagung im Wege einer einstweilige Verfügung Ende Oktober vor dem Landgericht Köln erwirkt.

     

    Zuvor hatte Beck sich in einem Interview entsprechend über Meisner geäußert, dann aber erklärt, er werde die Bezeichnung Hassprediger in Bezug auf den Kardinal nicht mehr verwenden. Daran werde sich auch künftig nichts ändern, so Beck. Es gehe ihm aber um die „Frage der Meinungsfreiheit“.

    Unsere Sorgen, dass Beck einknicken könnte, waren also offenbar unbegründet. Jürgen Becker und Volker Pisper zeigten in einem Dialog (siehe Videobeitrag) bei den Mitternachtsspitzen einen alternativen Umgang mit derartigen Urteilen.

    7. Nov. 2007

    Am Dienstag stellte die Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin eien neue Studio vor: “Ich habe nichts gegen Juden, aber “, heißt die Studie, die ein erschreckendes Bild zeichnet. Befragt wurden 13 - 19 Jährige in Gruppen und Einzelbefragungen. Fast ein Drittel der Befragten sind der Meinung, dass Juden zu viel Einfluss auf das Weltgeschehen hätten, die Hälfte der Befragten glaubt, dass “Viele Juden versuchen, aus der Vergangenheit des Dritten Reiches Vorteile zu ziehen und die Deutschen dafür zahlen zu lassen”.

     

    «Die Mehrzahl der Befragten argumentierte im Ergebnis in sich widersprüchlich», sagte Autorin Schäuble. Die Jugendlichen seien zwar nicht kontinuierlich antijüdisch eingestellt, würden aber in ihrer Argumentation «antisemitische Splitter» verwenden. Dazu gehörten Stereotype wie «irgendwas wird schon mit den Juden gewesen sein, sonst wären sie nicht verfolgt worden» oder «Juden sind reich». Als Quelle für diese Einstellungen nannten sie laut Schäuble häufig den Schulunterricht.

    «Bisher wird der Antisemitismus zu häufig in den Themenkomplexen Drittes Reich oder Rassismus versteckt», fügte Schäuble hinzu. Wichtig sei es aber, ihn auch in seinem «modernen Gewand», beispielsweise im Nahost-Konflikt, zu benennen. Die Studie «’Ich habe nichts gegen Juden, aber…’ - Ausgangsbedingungen und Perspektiven gesellschaftspolitischer Bildungsarbeit gegen Antisemitismus» kann für fünf Euro bei der Amadeu-Antonio-Stiftung, Linienstraße 139, 10115 Berlin, erworben werden und steht als PDF-Dokument auf der Homepage der Amadeo-Antonio-Stiftung zum Download bereit.

    Die Studie erscheint im Rahmen der “Aktionswochen gegen Antisemitismus”, die rund um den 9. November Zeitzeugengespräche, Theater- und Filmvorführungen an mehr als 70 Orten umfassen. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse startete als Schirmherr der Aktionswochen die erneuerte Internetplattform www.mut-gegen-rechte-gewalt.de.

    6. Nov. 2007

    Von wegen “Die Wiederkehr des Religiösen”:

    idea. de:

    Der Mitgliederschwund der evangelischen Kirchen ist ungebrochen: Im vergangenen Jahr haben 21 von 23 Landeskirchen insgesamt 194.472 Mitglieder verloren. Zwei Landeskirchen – Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Hessen-Nassau – konnten noch keine Angaben machen.

    Damit sank die Mitgliederzahl im Durchschnitt um 0,8 Prozent auf knapp unter 25,2 Millionen (2005 war bei allen Kirchen ein Verlust von insgesamt 0,9 Prozent zu verzeichnen). Das ergab eine aktuelle idea-Umfrage. Die EKD führt den anhaltenden Mitgliederrückgang vor allem auf den demografischen Faktor – also den Schwund der einheimischen Bevölkerung – zurück. Der Umfrage zufolge konnte keine Landeskirche ihre Mitgliederzahl steigern. Den geringsten Schwund verzeichneten im Westen mit 0,4 bzw. 0,5 Prozent die Landeskirchen Bayern (2,64 Millionen) und Baden (fast 1,3 Millionen Mitglieder).  Im Osten blieben Pommern mit einem Minus von 0,5 Prozent (103.200) und Sachsen mit 0,7 Prozent (828.000) unter den Durchschnittsverlusten. Die prozentual größten Einbußen musste die kleinste Landeskirche hinnehmen. Der Mitgliederstand der Evangelischen Landeskirche Anhalts fiel um 4,9 Prozent auf 50.400. Ein Minus von 2,9 % registrierte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen, die jetzt noch 440.600 Mitglieder zählt. Die schwersten Verluste im Westen verbuchten die Lippische Landeskirche mit 2,2 Prozent (191.800), die Evangelisch-reformierte Kirche mit 1,4 Prozent (185.300) und die Evangelisch-lutherische Kirche in Braunschweig mit 1,1 % (406.000).

    11. Okt. 2007

    Darf eine Kirche in eine Moschee umgewandelt werden? Das Erzbistum sieht Christen und Muslime derzeit noch zu weit voneinander entfernt. Den Verkauf einer Kirche an eine Supermarktkette bereut das Bistum inzwischen.Vor zwei Jahren wurde die Kirche St. Raphael in Gatow an eine Supermarktkette verkauft. Im Brandenburgischen Milow ist eine Sparkasse in die Dorfkirche eingezogen. Dass eine Kirche in eine Moschee verwandelt wird, schließen die Amtskirchen aus. Die Neuapostolische Kirche, eine Freikirche, hat hingegen vor kurzem zwei Kirchen in Neukölln und in Tempelhof an muslimische Vereine verkauft. Am Wochenende berichtete der Tagesspiegel darüber.

    „Ich bin erschrocken, als ich das gelesen habe“, sagt Bernd Szymanski, Superintendent der evangelischen Landeskirche für Neukölln. Kirchen seien „deutlich christliche Zeichen“. Andererseits werde das nördliche Neukölln schleichend islamisiert, das sei nun mal so. „Da kann man christliche Kirchen nicht ewig als Museen stehen lassen.“ Wenn man sich aber anschaue, wie Muslime etwa in Istanbul mit der früheren Kirche Hagia Sophia umgegangen sind, dann sollte man eine Kirche doch lieber abreißen, als sie an Muslime zu verkaufen.

    Der Migrationsbeauftragte im Bezirk Neukölln hat gegen die Umwandlung der ehemals neuapostolischen Kirche in der Flughafenstraße in eine Moschee nichts einzuwenden: „Ein Gotteshaus ist ein Gotteshaus.“ So einfach sei das nicht, widerspricht der katholische Pfarrer Bernhard Motter von der Gemeinde St. Clara in Neukölln. „Wir Christen glauben an den dreifaltigen Gott. Das ist doch ein anderer Gott als der, zu dem die Muslime beten.“ So sieht es auch die Pröpstin der evangelischen Landeskirche, Friederike von Kirchbach. Eine Nutzung als Moschee komme deshalb nicht in Frage. Aber auch nicht der Einzug einer auf Gewinnmaximierung ausgelegten Sparkasse oder eines Restaurants. Auch das widerspreche dem christlichen „Symbolwert“ einer Kirche.

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    5. Okt. 2007

    Während sich die Aufregung um Meisners Äußerungen bezüglich entarteter Kunst etwas zu legen scheint, sorgt Bischof Mixa für neuen Ärger. Er bezeichnet familienpolitische Maßnahmen des Staates als Umerziehungsprogramm.

    kath.net

    Das Familienministerium wolle Frauen als Arbeitskräfte-Reserve für die Industrie rekrutieren, kritisiert der Augsburger Bischof.
    Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, hat die Unionsparteien aufgerufen, sich geschlossen und unmissverständlich hinter die Forderung nach einem Betreuungsgeld für Eltern zu stellen, die ihre Kinder bis zum dritten Lebensjahr selbst erziehen, wie es von der CSU und verschiedenen CDU-Abgeordneten gefordert und in der Koalitionsrunde vereinbart worden ist.
    Bei einer Rede vor rund 300 Zuhörern in Regensburg sagte Mixa, staatliche Familienpolitik müsse die Entscheidung von Eltern, ihre kleinen Kinder selbst zu erziehen und nicht in staatliche Betreuungseinrichtungen zu geben, in gleicher Weise fördern wie den Ausbau von Krippenplätzen. „Familienpolitische Maßnahmen müssen den Eltern unmittelbar helfen und darf nicht als staatliches Umerziehungsprogramm für Frauen und Mütter missbraucht werden, mit dem junge Frauen in erster Priorität auf Erwerbstätigkeit statt auf Familienarbeit und Kindererziehung eingestellt werden sollen,“ sagte der Bischof.

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    25. Sep. 2007

    Über Glaubensfragen und den Stolz einer säkularen Gesellschaft: Auszüge aus der Eröffnungsrede von Jan Philipp Reemtsma beim Philosophicum in Lech

    “Wo der Mensch sich nicht relativieren oder eingrenzen lässt, dort verfehlt er sich immer am Leben: zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann u.a. Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.” So der Kölner Kardinal Joachim Meisner in einer Predigt.
    Der Satz erregte Aufsehen. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, sprach von einer Beleidigung von Millionen von Holocaust-Opfern und von Frauen, die sich in einer Notlage entscheiden müssten. Der Kardinal sagte daraufhin, er sei missverstanden worden und ließ bei der Drucklegung seiner Predigt den Namen Hitler weg. Es wird unter Ihnen wenige geben, die Meisners historische Reihenbildung billigen würden. Aber warum eigentlich? Weil es skandalös ist, die Ermordung von Millionen von Menschen gleichzusetzen mit Abtreibungen? Und damit entweder Frauen, die abgetrieben haben, mit SS-Mördern gleichzusetzen, Ärzte, die in Kliniken Abtreibungen durchführen, auf dieselbe moralische Stufe zu stellen, auf der ein Mengele steht, oder, umgekehrt, das Leid der in Auschwitz Ermordeten auf dieselbe Stufe mit der Tötung eines Embryos zu stellen? Wenn Sie über Meisners Satz empört sind - sind Sie dann über diesen Vergleich empört? Oder sind Sie darüber empört, dass Meisner katholisch ist?
    [...]
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    20. Sep. 2007

    Der Petent bittet den Deutschen Bundestag, die Streichung des Artikels 7 Abs. 3 Grundgesetz (GG) zu beschließen.Begründung:
    GG Artikel 7(3) lautet:
    „Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnis-freien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religions-gemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Reli-gionsunterricht zu erteilen.“

    In der Praxis führt der Artikel 7(3) zur Aufspaltung der Klassenverbände nach Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen. Dies widerspricht der Offenheit für eine Vielfalt der Mei-nungen und Auffassungen, die konstitutive Voraussetzung einer öffentlichen Schule in einem freiheitlich-demokratischen Gemeinwesen sind. Er behindert die auf Toleranz und Nicht-Diskriminierung beruhende Integrationsaufgabe des Staates in einer pluralistischen Gesell-schaft bis hin zur Gefährdung des inneren Friedens.

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    18. Sep. 2007

    Religion macht einsam. Von wegen Wiederkehr der Religion und Rückkehr in den spirituellen Hafen: Glaube ist total out, das belegt eine neue Studie.

    Unter dem Titel ‘Megaparty Glaubensfest, Weltjugendtag: Erlebnis - Medien - Organisation‘ veröffentlicht das Forschungskonsortiums WJT - eine Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche der Universitäten Trier, Bremen, Dortmund, Karlsruhe und Koblenz - die Ergebnisse einer neuen Studie:

    Religion als Eventkultur?

    Köln im August 2005. Die rheinische Metropole befindet sich im Ausnahmezustand. Es ist Weltjugendtag und der Papst ist in der Stadt. Doch nicht nur Köln und das Rheinland sind außer Rand und Band. Ganz Deutschland befindet sich in einer Art von ‘religiösem Taumel’. Angestachelt durch eine flächendeckende Medienberichterstattung scheint es kein anderes Thema mehr zu geben als den Besuch des Papstes und das Glaubensfest der katholischen Jugend. Selten zuvor wurde in Deutschland das Katholischsein so enthusiastisch und so ausgelassen gefeiert.
    Dem ‘Geheimnis’ dieses besonderen Ereignisses auf die Spur zu kommen, ist Absicht und Ziel dieses Buches.

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    8. Sep. 2007

    Die Dokumentation “Die christliche Rechte und ihre Rekruten” von Tita von Hardenberg zeigt mit welchen Methoden die amerikanische Bet- und Bußgemeinde “The Call” in Deutschland Fuß fasst und warum sie besonders Jugendliche fasziniert.

    In den USA ist die religiöse Rechte bereits zu einer einflussreichen politischen Kraft geworden. Auch in Europa gewinnen die christlichen Konformisten durch systematische Evangelisation an Terrain. Hauptzielgruppe ist die Jugend, die den Kirchen abhanden kommt. Die Reportage der Polylux-Moderatorin von Hardenberg beobachtet “The Call” in Deutschland, mit bedrückenden Bildern von Kursen in denen der Chefmissionar Jugendliche im Handwerk der Mission im Sinne der Organisation unterrichtet. Den ganzen Beitrag lesen …

    7. Sep. 2007

    Derzeit versuchen christliche Gruppen den medialen Großangriff auf deutsche Fußballstadien. „Christliche Fan-Clubs breiten sich in den deutschen Fußballstadien aus“, vermeldet die EKD. Sie sorgten „dort für gegenseitigen Respekt, Toleranz und Friedfertigkeit.“ Anderer Auffassung ist allerdings der Weltfußballverband FIFA, der aus Gründen der präventiven Deeskalierung brisanter Duelle religiöse Symbole gänzlich verboten hat. Auch die schottische Regierung sah sich jüngst genötigt, eine Kampagne gegen religiöse Intoleranz ins Leben zu rufen, denn die dortigen religiösen Hassduelle z.B. zwischen den Glasgower Fußballclubs „Rangers“ (protestantisch) und „Celtic“ (katholisch) sind legendär und fordern immer wieder Opfer.

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