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  • 26. Apr. 2008

    Am 22. April wurde in Trier der “Humanistische Verband Deutschland, Rheinland Pfalz e.V.” gegründet, und ist damit der zehnte Landesverband des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD).

     

    HVD-GründungImmerhin 50 Interessierte hatten sich zu der Veranstaltung eingefunden. Dr. Horst Groschopp , der Vorsitzenden des Bundesverbandes, referierte zunächst über Sinn, Zweck und Ziel dieser Vereinsgründung: “Warum wir säkulare Kindergärten, Schulen, Seniorenheime brauchen” lautete der Titel seines Vortrags. Die Trennung von Staat und Kirche in der BRD stehe auf dem Stand von 1919 stellte er lakonisch fest. Aber es gebe erkennbar ein Bedürfnis nach nichtreligiösen Alternativangeboten in den Bereichen Erziehung, Bildung, Fest- und Feierkultur ebenso wie in den Sektoren Kranken- und Altenpflege. Auch im hochreligiösen Rheinland-Pfalz, das laut Umfragen eine sehr niedrige Quote an Konfessionsfreien aber einen extrem hohen Anteil an Katholiken aufweist. Zwar seien laut neueren Erhebungen nur 7,2% aller Rheinland-Pfälzer konfessionslos, obwohl über 17% sich selbst als Atheisten bezeichnen, was auf einen hohen Grad an Zwangskonfessionierten hinweise.

    VorstandMichael Schmidt-Salomon moderierte die nachfolgende Gründung des Vereins. In gewohnt eloquenter und zügiger Weise leitete der Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung durch die staubtrockenen Formalia des Gründungsaktes: Feststellung der Gründungsfähigkeit, Bestellung der Protokollantin, Beschluss über die Geschäftsordnung, Beschluss zur Tagesordnung usw.. Spannend wurde es erst als politische Erklärung und Satzung präsentiert werden. Ebenso wie bei Dr. Groschopps Vortrag zeigte sich auch hier das lebhafte Interesse der Teilnehmer. Inbesondere auf die von den Initiatoren vorbereitete Satzung des Vereins erfolgten zahlreiche Nachfragen des Publikums, das einzelne Punkte äußerst lebhaft diskutierte. Anschließend erfolgte die Wahl des Vorstandes, mit der Vereinsführung betraut werden (im Bild v.l.): Thomas Schmidt (Schatzmeister), Jörg Salomon (stellv. Vorsitzender), Fiona Lorenz (Vorsitzende), Helmut Debelius (Beisitzer) und Wolfgang Schmitt (Beisitzer) - sowie der Beitritt zum Bundesverband des HVD.

    Rheinland-Pfalz braucht den HVD-Rheinland-Pfalz. Der HVD-Rheinland-Pfalz ruft alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in unserem Bundesland zur Mitarbeit auf.

    Downloads:

    Vereinssatzung

    Politische Erklärung

    Mitglied werden im HVD, Rheinland Pfalz e.V.

     

    In Kürze wird das Internetangebot des Vereins unter www.hvd-rlp.de zu finden sein.

    Kontakt: info@hvd-rlp.de

     

     


    7. Feb. 2008

    Da 40 Prozent aller schwarzen Schüler Torontos die Highschool nicht abschließen, will die Schulbehörde es mit der Rassentrennung versuchen. Der eurozentrische Unterricht herkömmlicher Schulen würde schwarzen Schülern nicht gerecht werden. Im Jahr 2009 soll daher die erste afrozentrische Schule eröffnet werden, die nur für schwarze Schüler vorgesehen ist.

    Man erwartet, dass die Schüler bessere schulische Leistungen bringen würden, wenn sie beispielsweise im Geschichtsunterricht über Mathieu da Costa, einem schwarzafrikanischen Navigator, der 1603 im Rahmen einer Expedition nach Kanada kam, erfahren würden.

    Wie der Toronto Star berichtet, ging die Abstimmung mit 11 zu 9 Stimmen zugunsten des Vorhabens aus. Wer hinter diesem Vorhaben ein Widererstarken des Ku-Klux-Klans vermutet, der irrt. Die neue Apartheid Kanadas wird schon eine Zeit lang ganz besonders von afro-kanadischen Vereinigungen und liberalen Pädagogen gefordert.

    In Deutschland wurde ein derartige Trennung der Schulen für Türken und Deutsche ebenfalls schon angedacht; allerdings von der NPD.


    30. Jan. 2008

    Unter dem Motto “Anschlag auf die Kunstfreiheit” wurde soeben die Webseite www.ferkelbuch.de online geschaltet. Dort werden Informationen der Autoren und der betroffenen Instutionen gesammelt und es gibt eine Unterschriftenaktion gegen diesen Zensurversuch des Bundesfamilienministeriums.

    Anschlag auf die Meinungsfreiheit

    Großer Ärger um ein kleines Ferkel: Im Oktober 2007 kam das religionskritische Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke auf den Markt und fand sehr bald eine große Fangemeinde. Auch Pädagogen und Psychologen waren von der frechen, kleinen Geschichte angetan. So urteilte der renommierte Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. Peter Riedesser, Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das Buch sei „als Gegengift zu religiöser Indoktrination von Kindern pädagogisch besonders wertvoll“. Ursula von der Leyens Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sieht die Sache jedoch völlig anders: Das Ministerium beantragte die Indizierung des Kinderbuchs als jugendgefährdende Schrift. Nach Angaben der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wird die mündliche Verhandlung Anfang März stattfinden.
    Diese Website versammelt alle Informationen zu diesem Anschlag auf die Kunstfreiheit. Sie informiert über das Buch, die Autoren, den Verlag und über die Fakten zum Fall. Weiteres Material für die Kollegen von der Presse und Medienberichte finden sich in der Rubrik Presse. Kontakt zu den betroffenen Personen und Institutionen können Sie hier aufnehmen.

    Unterstützen Sie uns jetzt, um diesen Anschlag auf die Kunsfreiheit zu stoppen! Tragen Sie sich in die Unterstützerliste ein!

    Diesem Aufruf möchten wir uns an dieser Stelle anschließen:

    rettetdasferkel

    7. Jan. 2008

    Ein unsäglich schlechter Artikel in ‘Ökotest’ 01/2008 über Kinder und Religion veranlasste einen Leser zu folgendem Leserbrief:

     


    Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,anbei mein Leserbrief zum Artikel: „Kinder und Religion“ in der aktuellen JanuarausgabeMein Gott!

    Eigentlich bin ich bin ich von Ihnen Besseres gewohnt! Selten habe ich in einer Zeitschrift soviel christliche Propaganda und moralistische Plattitüden gelesen, wie auf diesen vier Seiten.

    Im ersten Artikel wird richtig erkannt, dass sich die Menschen kritisch mit dem Thema Religion auseinandersetzen. Dass die Werte, auf die sich die Menschen besinnen, humanistischen Ursprungs sind und nicht primär christlichen wird aber völlig verleugnet. Gleichwohl wird impliziert, dass dieses Hinterfragen zu einer neuen Religiosität führt obwohl es in Wirklichkeit die bewusste Abwendung von Religion begründet. Statt dessen wird die Interpretation einer Aussage eines Professors mit eindeutig theistischem Hintergrund aus eines anderen Quelle herangezogen.
    Warum man Kinder einer religiösen Indoktrination aussetzen sollte, wird mit einem diffusen “Mehr-als” begründet mit dem Glauben einer weiteren herbeizitierten Theologin.
    Im nächsten Absatz sollen dann Kinder im Glauben eine (Selbst-)Sicherheit finden, die ihnen zu geben die scheinbar unfähigen Eltern nicht in der Lage sein sollen. Die angeblich höhere Stabilität religiöser Kinder wird weder relativiert (stabiler als welche anderen Kinder?) noch belegt, sondern nur den Aussagen nicht näher genannter Fachleute zugesprochen.

    Das Kinder einer Regelmäßigkeit im Tagesablauf, im Wochen- und im Jahresrythmus bedürfen ist soweit erst einmal unstrittig. Was der Vorteil christlicher Feste gegenüber anderer sein soll wird nicht deutlich zumal christliche Feste historisch betrachtet nichts anderes sind als Adaptionen älterer heidnischer Feiertage. Es wird auch nicht von Toleranz gesprochen, sondern von einem offensivem Umgang mit dem christlichen Glauben gegenüber anderen Religionen - von Respekt dem gegenüber, auch dem Nichtgläubigen und Andersgläubigen kein Wort. Vom Interesse oder Respekt an anderen Weltsichten keine Spur.

    Seinen vorläufigen Höhepunkt findet man dann im Interview mit Frau Schneider, die das Heil der kirchlich kontrollierten (obwohl überwiegend staatlich finanzierten) Kindergärten im Schulterschluss mit den muslimischen Eltern sucht und findet.

    Der Gewinn, den Kinder für die Kirchen bedeuten könnten, mit dem Satz: “… und man kann mit dem kleinen Schreihals ja auch mal zehn Minuten vor die Tür gehen.” wird hier leider völlig verkannt, zumal der Absatz eine positive Entwicklung diesbezüglich suggerieren soll, da hier auf die scheinbar wachsende Toleranz der Kirchen gegenüber Kindern und Kleinkindern .dargestelt werden soll. Der Hinweis dass diese neue Toleranz mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nichts anderes ist als eine strategische Entscheidung, da den Amtskirchen aufgrund sinkender Mitgliederzahlen und sinkender Taufbereitschaft von Eltern schlicht und einfach der Nachwuchs ausgeht, fehlt völlig.
    Statt dessen sollen die Eltern mangelnde Bereitschaft in den Gemeinden, sich den Wünschen und Bedürfnissen der jüngeren Vereinsmitglieder zu öffnen, erst einfordern und dann auch noch selbst organisieren.

    Der Absatz “Jugendliche und Religion” gesteht allerdings nicht nur ein, das sich kritische Jugendlich trotz beständiger und teilweise Jahrzehnte dauernder Indoktrination nicht nur aus den Kirchen, sondern auch aus dem Glauben lösen. Er verweist auch auf die Tatsache, dass dieser säkulare Staat alternative Weltanschauungen weder im Ethikunterricht noch in Geschichte wirklich zulässt und die Kinder und Jugendlichen mit Ihren Fragen allein lässt. Sie müssen sich diese Antworten, werden sie nicht im Elternhaus fündig, selbst suchen. PISA und der scheinbare Erfolg pseudowissenschaftlicher Modelle wie Intelligent Design sprechen da Bände.

    Im Folgenden tut dann Frau Binder Ihr Entsetzen über das religiöse Unwissen in Quizshows im Fernsehen kund und versucht uns Glauben zu machen Ethikunterricht habe die Aufgabe sich nur mit den Religionen zu beschäftigen und wäre sonst eine “Wissensvermittlung ohne Werte”. Als wenn es gerade im Ethikunterricht nicht um das Erarbeiten und hinterfragen von Werten ohne religiöse Fußfesseln ginge!
    Dass ihr Menschen, die sich ihr eigenes, womöglich von den standardisierten religiösen Vorgaben abweichendes Weltbild erarbeiten und dabei dennoch auf als richtig Erkanntes aus den Religionen zurückgreifen, “ein absolutes Gräuel” sind, verwundert an dieser Stelle wohl niemanden mehr.

    Summa summarum keine Fakten. Nur Meinungen, Vermutungen und leere Heilsversprechen. Und natürlich der erhobene Zeigefinger zu den Eltern.
    Das ist kein anspruchsvoller Journalismus. Das ist Meinungsmache auf unterstem Niveau.

    Auf die Propagandaliteraturliste einzugehen erspare ich mir und Ihnen.

     

    Hochachtungsvoll L. Irrgang, Bremen

     


     

    Dem ist nichts hinzufügen außer: Vielen Dank Herr Irrgang

     

    11. Dez. 2007

    Josef HöchtlLetzte Woche berichtete ich vom Vorhaben der ÖVP angesichts der hohen Kirchenaustrittszahlen und Religionsabmeldungen einen verpflichtenden Ethikunterricht für bekenntnisfreie Schüler einzuführen, der von Religionslehrern gehalten werden soll. Der Verdacht, dass die Kinder von Ungläubigen unter dem Deckmantel eines Ethikunterrichts missioniert werden sollen, drängte sich auf.

    Diesen Montag erklärte der frühere Nationalratsabgeordnete der ÖVP, Josef Höchtl, in seiner aktuellen Funktion als Vorsitzender des Österreichischen Vereins für Völkerverständigung (ÖVfV) offenbar ganz unverblümt, dass der Ethikunterricht in der Tat im Kontext eines Remissionierungsprogramms steht.

    Bei der gestrigen Pressekonferenz im Café Landtmann präsentierte Höchtl eine so genannte Studie, deren kolportierter Inhalt vor allem darin bestand, dass die Zahl der Muslime nun die Zahl der Protestanten in Österreich vermutlich übersteigen würde. Offenbar kann man heutzutage eine simple Fortschreibung der Volkszählung von 2001 mit viel Medienecho als “Studie” verkaufen.

    Gegen die weitere rasante Zunahme an bekenntnisfreien Österreichern empfahl Josef Höchtl ein Bündel an Maßnahmen. Dazu gehört für Höchtl neben einem verbessertern Religionsunterricht eben auch der verpflichtende Ethikunterricht für Bekenntnisfreie. Weiters forderte Höchtl von den Christen Österreichs, zur Kirche zu stehen und einen neuen Missionseifer zu entwickeln.

    “Frag nicht, was die kirchliche Führung für dich tun kann, sondern was du zur Vermittlung von christlichen Werten beitragen kannst”, mahnte Höchtl.

    Einen Ansporn für die Mission schöpft Josef Höchtl aus der letzten Jugendwertestudie. Denn laut dieser, im Jahre 2006 durchgeführten Studie, bekannten sich 70% der befragten Jugendlichen zum Glauben an Gott, während die Vergleichszahl aus dem Jahre 2000 nur bei 50% lag.

    Da sollte sich Höchtl aber nicht zu früh freuen. Denn diese Studie wurde vom Institut für praktische Theologie der Universität Wien durchgeführt. Die Leiterin des Instituts und Autorin besagter Studie, Regina Polak, gehört zu jenen, die krampfhaft eine Wiederkehr der Religion durch den 11. September herbeischreiben und ihre diesbezüglichen Bücher verkaufen wollen. Die Co-Autorin Ingrid Kromer war früher Bildungsreferentin der katholischen Jugend Österreichs.

    Die Objektivität solcher Umfrageergebnisse ist also anzuzweifeln und darüber hinaus ergab die Befragung beispielsweise auch, dass der Anteil der wöchentlichen Kirchgänger unter den Jugendlichen seit dem Jahr 2000 von 9% auf 5% sank.

    18. Nov. 2007

    Mac Johnson ist ein Molekularbiolgoe mit einigem Ansehen in der evangelikalen konservativen Szene. Er betreibt eine eigene politische Webseite und schreibt regelmäßig Beiträge für Human Events, einem Urgestein unter den konservativen US-Publikationen. Und ausgerechnet auf ‘Human Events‘ veröffentlichte er nun einen Beitrag ‘Intelligent Design, and Other Dumb Ideas‘, in dem er ID als “bad thinking” bezeichnet und auch sonst keine guten Worte für ID und ihre Anhänger findet.

     

    Bisher habe ich diese Auseinandersetzung aus religiösen Gründen gemieden. Zum einen aus professioneller Höflichkeit gegenüber den Anhängern, mit denen ich in den meisten Glaubensfragen übereinstimme (und zu denen ich in vielen Fällen eine persönliche Beziehung habe). Zum anderen, weil ich instinktiv spürte, dass diese Idee zu obskur ist um sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Diese Idee ist offensichtlich lächerlich und dies einem Freund, der dieser IDee anhaängt, mitteilen zu müssen wäre so als müsste ich ihm sage, dass er einen schlechten Atem hat. Ich denke - es wäre ein sehr unangenehmer Moment für uns beide. Aber dann: Vom wem sonst, wenn nicht von mir wird es mein Freund erfahren?

    […]

    Im Lichte der neu gewonnen Prominenz der Theorie vom Intelligenten Design und mit der Absicht die mentale Hygiene ihrer Anhänger zu verbessern, komme ich nicht umhin festzustellen: Intellignet Design ist eine wirklich, wirklich sehr schlechte Idee - wissenschaftlich, politisch und theologisch. Ich sage das als dezidierter Konservativer, der bei vielen Gelegenheiten religiöse Positionen oder religiösen Konservatismus verteidigte und unterstütze. Ich sage es auch als professioneller Molekularbiologe, der seit vielen Jahren täglich (oder wenigtsens wochentäglich) biologische Forschung betreibt, zu deren Verständnis die Evolutionstheorie unabdingbar ist wohingegen ID nichts das Geringste dazu beigetragen hat. Einen jeden Apektes der Biologie zu dem launenhaften Treiben eines göttlichen Heimwerkers zuzuschreiben lehrt uns ebensowenig über Biologie wie wir über Geologie erführen, wenn wir statt der Vulkanausbrüche selbst die Gemütsverfassungen irgendwelcher Lavagötter studierten. Eine Theorie, so ist es definiert, macht Vorhersagen, die getestet werden können. ID sagt nichts vorher, weil es im Kern nichts behauptet, außer daß jedes Ding so ist wie es ist, weil Gott es so wollte wie es ist.

    Vollständiger Artikel im Original

    6. Nov. 2007

    Ein Lehrmittel über Schöpfung und Evolution stösst auf Kritik von Fachleuten: Der Inhalt sei nahe am Schöpfungsglauben der Kreationisten und relativiere die Bedeutung von Darwins Evolutionstheorie.

    Im September erschien im Berner Schulverlag das Lehrmittel «Natur Wert». Darin sollen für Schüler ab dem 7. Schuljahr laut Beschrieb «naturwissenschaftliche Kenntnisse mit philosophisch-ethischen Betrachtungen» verbunden werden. Das erste Kapitel heisst «Schöpfung und Evolution – Entstehung des Lebens». Dieses Kapitel stösst bei Fachleuten auf Kritik: «Hier wird erstmals in einem Schweizer Lehrmittel die Schöpfungslehre im Sinne der Kreationisten mit der Evolutionstheorie auf die gleiche Stufe gestellt», sagt Markus Wilhelm, Professor an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz in Luzern.

    Nur Extrempositionen

    Seine Kritik entzündet sich an einem kurzen Text unter dem Titel «Erklärungsversuche»: Es gebe verschiedene Antworten auf die Frage, wie das Leben entstanden sei, heisst es da, «hier sollen vor allem die zwei bei uns am meisten verbreiteten Erklärungsversuche dargestellt werden». Erstens: «Gläubige Menschen gehen davon aus, dass jemand oder etwas – Gott / eine höhere Macht – das Universum in seiner ganzen Vielfalt erschaffen habe. Diese Vorstellung wird Schöpfungsglauben genannt.» Und zweitens: «Vor etwa 150 Jahren verbreitete sich unter Naturwissenschaftern die Vorstellung, es gebe keinen Schöpfer, das Leben sei durch zufällige chemische Prozesse entstanden und die heutige Vielfalt sei das Resultat weiterer zufälliger Veränderungen. Dieses Modell heisst Evolutionstheorie.

    Quelle: Neue Züricher Zeitung

    Der Schweizer Tagesanzeiger meldet inzwischen, dass das Schulbuch überarbeitet wird:

    Die «NZZ am Sonntag» nährte diesbezügliche Befürchtungen. Ein neues Berner Lehrmittel für Volksschulen sei kreationistisch gefärbt, zitierte sie verschiedene Fachleute; wissenschaftliche Erkenntnisse über die Evolution würden der biblischen Schöpfungslehre gleichwertig gegenübergestellt.
    Unzulässige Vermischung

    Zu diesem Schluss ist nun auch die Berner Erziehungsdirektion gelangt. Man habe bereits reagiert und werde den entsprechenden Text überarbeiten, sagt Generalsekretär Robert Furrer auf Anfrage. Zwar habe Erziehungsdirektor Bernhard Pulver den Text noch nicht gesehen. Doch sei er in der Sache absolut derselben Meinung: «Die kreationistische Auffassung basiert nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.» Man könne sich im Religionsunterricht mit dieser Auffassung auseinander setzen. Nur formuliere diese keine gültige Antwort auf die Frage, wie die Welt entstanden sei. Der fragliche Text vermische aber die beiden Ebenen, und das sei nicht zulässig.

    11. Okt. 2007

    Die meisten Deutschen können die Märchen von Hänsel und Gretel oder Dornröschen eher nacherzählen als einen Bibeltext. “Welche Geschichte können Sie spontan erzählen?” hatte das Meinungsforschungsinstitut emnid im Auftrag des evangelischen Magazins “Chrismon” gefragt.

    Umfrage_Bibel-Grimm

    Die Gebrüder Grimm sind offensichtlich fester in der Erinnerung verankert als biblische Geschichten. 88 % der Befragten wissen was Hänsel und Gretel zugestoßen ist. Die biblische Erzählung von Adam und Eva konnten nur etwa zwei Drittel wiedergeben. Immerhin 63 Prozent der Befragten wussten, was alles bei der Geburt Jesu geschah.

    In Ostdeutschland sind biblische Texte weniger bekannt. Nur 17 % wissen um Jonas und den Wal und nur knapp die Hälfte können die Umstände von Jesu Geburt wiedergeben.

    Bei der Befragung der 1.000 Menschen standen acht Texte zur Auswahl, die nacherzählt werden sollten. Darunter waren bekannte Märchen sowie bekannte biblische Texte und eine Stelle aus einem Harry Potter Band.

    Quelle:  www.chrismon.de.

    27. Sep. 2007

    ferkel_2.jpgEndlich ist das mit Spannung erwartete Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel(wir berichteten davon) von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nynckl lieferbar.

    Das Buch

    Das kleine Ferkel und der Igel führen ein glückliches und ausgefülltes Leben, in einem überaus gemütlichen und hübschen kleinen Häuschen im Grünen verbringen sie gemeinsam ihre Tage. Ein wenig hat es sogar den Anschein als lebten die beiden Protagonisten, deren Geschlecht nicht explizit erwähnt wird, in einer eheähnlichen Gemeinschaft. Eines Tages, sie sind hungrig von einem gemeinsamen Schaumbad, verlassen sie das Haus um ein paar Äpfel zu pflücken, und finden an der Wand ihres Häuschen ein Plakat mit einer ganz und gar rätselhaften Botschaft: “Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!” steht da mit einem dicken Ausrufezeichen geschrieben. “Wer oder was ist denn dieser/dieses Gott?” fragen sich die beiden und “Wieso soll er uns denn fehlen?” Sofort machen sie sich auf dem Weg um das Rätsel zu lösen.

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    20. Sep. 2007
    Der Petent bittet den Deutschen Bundestag, die Streichung des Artikels 7 Abs. 3 Grundgesetz (GG) zu beschließen.Begründung:
    GG Artikel 7(3) lautet:
    „Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnis-freien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religions-gemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Reli-gionsunterricht zu erteilen.“

    In der Praxis führt der Artikel 7(3) zur Aufspaltung der Klassenverbände nach Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen. Dies widerspricht der Offenheit für eine Vielfalt der Mei-nungen und Auffassungen, die konstitutive Voraussetzung einer öffentlichen Schule in einem freiheitlich-demokratischen Gemeinwesen sind. Er behindert die auf Toleranz und Nicht-Diskriminierung beruhende Integrationsaufgabe des Staates in einer pluralistischen Gesell-schaft bis hin zur Gefährdung des inneren Friedens.

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