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  • 26. Mrz. 2008

    Der Alibri-Verlag, der  das religionskritische Ferkelbuch herausgibt, geht gegen die unfaire Berichterstattung vor. Gefordert werden ein Widerruf in der FAZ, der Presserat wurde angerufen und eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen einen Staatsanwalt erhoben.

    Alibri-Verlag:

    In einigen Fällen überschritt die Kritik allerdings die Grenze dessen, was noch als fair bezeichnet werden kann; gegen diese Form der Berichterstattung setzen sich der Verlag und die beiden Macher des Kinderbuches zur Wehr. Den Vogel schoß dabei die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ab. In der Ausgabe vom 5.3.2008 – also einen Tag vor der Verhandlung vor der Bundesprüfstelle – behauptete Thomas Thiel in einem Artikel über die Einweihung des Giordano Bruno-Denkmals in Berlin, das Buch sei „auf dem Index der Bundesprüfstelle“ gelandet. Aufgrund dieser offensichtlich falschen Tatsachenbehauptung, der wir durchaus eine rufschädigende Absicht unterstellen, fordert der im Text genannte Autor Michael Schmidt-Salomon von der FAZ einen Widerruf.

    Den Presserat rief der Verlag in einem anderen Fall an: Der Journalist Ulrich W. Sahm hatte zunächst auf ntv.de, dann in leicht abgeänderter Form im Feuilleton der NRZ behauptet, die „Formulierung ‘Menschen vernichten’“ sei „der Nazisprache“ entlehnt und insofern handele es sich um eine „vielleicht gar antisemitisch angehauchte Darstellung“ (ntv) bzw. „vielleicht sogar latent anitsemitische Darstellung“ (NRZ). Abgesehen davon, daß die behauptete Formulierung in dieser Form im „Ferkelbuch“ gar nicht vorkommt, muß in Sahms Artikeln aus zwei Gründen der Versuch einer gezielten Diffamierung des Autors Michael Schmidt-Salomon gesehen werden. Denn die Nationalsozialisten beschrieben ihre Verbrechen mit euphemisierenden Begriffen; die Vernichtung der europäischen Juden wurde als „Endlösung der Judenfrage“ kommuniziert (und eben nicht als Vernichtung von Mitmenschen). Mit geringem Rechercheaufwand hätte Sahm herausfinden können, was tatsächlich die Quellen waren, aus denen Schmidt-Salomon seine Formulierungen entlehnt hat: Kinderbibeln.

    Eine Dienstaufsichtsbeschwerde brachte der Verlag gegen den Leitenden Oberstaatsanwalt in Aschaffenburg, Ernst Wich-Knoten, auf den Weg. Die Staatsanwaltschaft in Aschaffenburg hatte eine Strafanzeige zu prüfen, die das Bistum Rottenburg-Stuttgart gegen das „Ferkelbuch“ gestellt hatte. Diese Prüfung kam zu einem negativen Ergebnis, so daß die Staatsanwaltschaft Mitte Februar verlauten ließ, das Buch enthalte keine strafbaren Inhalte; es wurde kein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Allerdings schien dies dem Leitenden Oberstaatsanwalt wenig zu gefallen, denn der Evangelische Pressedienst (epd) zitiert ihn in einer weit verbreiteten Meldung mit den Worten, das Buch sei ein „perfides Machwerk in der Maske des religiösen Kinderbuchs“. Was als persönliche […] ist als Aussage eines Leitenden Oberstaatsanwaltes – und als dieser wird er zitiert – unzulässig.

    Siehe auch:

    Presseschau zur Causa Ferkelbuch

    3 Kommentare »

    1. Jochen Hoff schreibt:

      Eine Sache kapiere ich immer nicht. Alle möglichen Leute, inklusive vieler Blogger haben geschrieben und alles mögliche getan um dafür zu sorgen, dass, das Kleine Ferkel gut verteidigt wird und nicht in den Kochtopf der Meinungsfeinde muss. Sieg auf der ganzen Linie. Die Verkaufserfolge sind auch da. Alles in Ordnung.

      Warum muss das Thema jetzt noch weitergekocht werden. Die Kraft wird jetzt für den nächsten Fall der Meinungsfreiheit gebraucht, aber nicht um kleinliche Rache zu üben. Ein Sieg reicht.

      26. Mrz. 2008 | #

    2. sehwolf schreibt:

      Was heißt hier kleinliche Rache. Der Vorwurf Antisemitismus ist eine üble Rufschädigung und dürfte für einen kleinen zudem s.g. linken Verlag einen nicht unerheblichen Schaden zufügen. Dieser Verlag versucht nun den Schaden zu begrenzen. Das halte ich für durchaus legitim weshalb ich darüber berichte. Das dadurch im Kampf um die Meinungsfreiheit irgendwelche Ressourcen gebunden würden, vermag ich jetzt so nicht nachzuvollziehen.

      26. Mrz. 2008 | #

    3. Skeptischer Streifzug quer durch die Blogroll at gwup | die skeptiker schreibt:

      […] kleine Ferkel” von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nynckl abgewendet ist, schießt nun der Alibri-Verlag gegen unfaire Journalisten und einen Staatsanwalt. Vermutlich haben die Aschaffenburger im Medien-Rummel der vergangenen […]

      12. Apr. 2008 | #

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