Heute vormittag fand sie statt, die Verhandlung vor der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn die Entscheidung. Sie dauerte anderthalb Stunden:
Die nötige Zweidrittelmehrheit, die für eine Indizierung des Buches nötig gewesen wäre, kam demnach nicht zustande.
Das umstrittene Buch von Philosoph Michael Schmidt-Salomon “Wo bitte geht’s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel”, gehört nach Meinung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien nicht auf den Index.
Frank Welker, Vertriebsleiter des Aschaffenburger Alibri-Verlags:
„Die Pluralisierung ist gerettet. Es hat sich gezeigt, dass es mehrere Meinungen geben kann.“ Er berichtete im Anschluss an die Verkündung, es habe eine lange Diskussion gegeben. Einzelne Mitglieder des Gremiums, dem auch Vertreter der Kirche, der Jugendhilfe und Autoren angehören, seien durchaus der Auffassung gewesen, das Buch beinhalte antisemitische Tendenzen.
„Alles andere als ein Freispruch wäre ein Skandal gewesen!”, sagte Autor Michael Schmidt-Salomon nach der Urteilsverkündung. „Eine offene Gesellschaft kann es sich nicht leisten, religiöse Gefühle unter Denkmal-Schutz zu stellen. Dies würde zu einer gefährlichen Unterhöhlung der Streitkultur der Aufklärung führen.”
Illustrator Helge Nyncke wertete den Urteilsspruch als „Sieg des gesunden Menschenverstandes über das religiöse Scheuklappendenken”: „Ich bin sehr erleichtert - jetzt darf endlich ganz offiziell in unseren Kinderbüchern auch über Religion wieder nachgedacht und gelacht werden.”
Gunnar Schedel, Leiter des Alibri Verlags, richtet den Blick bereits nach vorn: „Jetzt erteile ich erstmal den Auftrag zum Druck der vierten Auflage”, meinte er unmittelbar nach der Verhandlung, „und heute Abend geh ich ins Hannebambel und gönn mir nach all dem Stress ein gemütliches Weißbier”.

[...] via Skepticker [...]
6. Mrz. 2008 | #
Na wenigstens hat sich der ganze Rummel für Verlag und Autor tüchtig ausgezahlt.
6. Mrz. 2008 | #
[...] unserer Zeit und unserer Werte dar. Die post-aufklärerische Zeit zeigt ihr wahres Gesicht. ~ Das Ferkel hatte nochmal Schwein « Masernimpfungen auch bei der Presse [...]
6. Mrz. 2008 | #
Das Buch hat mit Information so wenig zu tun wie ein Auto mit einer Atombombe. Es will beleidigen und es tut es auch. Der militante Atheismus ist anscheinend auf dem Vormarsch. Und die Bundesprüfstelle muß sich fragen lassen, warum sie eine solche geistige Umweltverschmutzung nicht der Müllentsorgung zuführen will.
10. Mrz. 2008 | #
@Kirchenfreund
bla.
10. Mrz. 2008 | #
@Kirchenfreund und den Rest der Eindimensionalisten
blabla blablabla blabla.
Wenn schon solche harmlosen, humorvollen und aufklärerischen Werke verboten würden, wäre das das geistige, kulturelle, moralische, soziale und überhaupt das Ende Deutschlands als “zivilisiertes” Land.
Diejenigen, die das Denken anderen überlassen und es dann auch noch anderen zu verbieten trachten stellen sich mit den, von den “freien” Medien gern ins öffentliche Rampenlicht gestellten Islamo-Gottes-Kriechern, zumindest mental auf eine Stufe.
Verdammt, wir leben im 21 Jh. und nicht mehr im Mittelalter. Das trifft zumindest auf diejenigen zu, die ihren Kopf auch zum Denken nutzen und nicht nur als Hutablage.
Zivilcourage ist auch hier gefragt und nicht nur auf der Straße.
Deutschland muss Stolz sein Menschen wie Salomon-Schmidt in diesem Lande noch zu haben.
10. Mrz. 2008 | #
@ Kirchenfeind
Stimme Ihnen uneingeschränkt zu. Möchte aber noch Folgendes hinzufügen: Glauben ist und bleibt nun einmal Glaubenssache! Punkt! Das, Ihr Gläubigen, schreibt Euch bitte mal hinter die Ohren!
10. Mrz. 2008 | #
@aschenbroedel
Jeder Mensch soll und kann glauben, was immer er will, aber bitte belästigt mich nicht damit.
In diesem Verfahren ging es nicht um das Recht jedes Menschen zu glauben, wie und was es ihm beliebt!
Es ging nicht um Glaubensfreiheit, es ging um Pressefreiheit! Mein Tipp: Nicht immer alles verwechseln.
Eine Demokratie ohne Pressefreiheit ist wie …hmm ? Na?
Das Unrecht, welches diese selbst ernannten Diener Gottes, Gotteskrieger, Stellvertreter Gottes auf Erden, oder wie auch immer diese Fanatiker und Menschenfresser noch zukünftig genannt werden, der Menschheit angetan haben und antun füllt Bibliotheken. Das gesamte Internet ließe sich mit den Gräueltaten, die im Namen des Glaubens verübt wurden, voll schreiben und es wäre doch nur ein Bruchteil dessen, was diese Kirchenfürsten zu verantworten hätten.
Um nur einige der allg. bekannten Ereignisse aufzulisten:
Kreuzzüge, Hexenverfolgung und Hexenverbrennung, Exorzismen, Steinigung, Mord und Vergewaltigung in jeder Form (nannte sich Bekehrung, z.B. der Ureinwohner Afrikas, Amerikas, etc.), Unterdrückung der Frauen, Kindermord (in Augsburg, und wahrscheinlich nicht nur dort, wurden bei archäologischen Grabungen unterirdische Verbindungen, so genannte Tunnels zw. Klöster entdeckt, die die unerwünschten Kinder von Mönchen und Nonnen “beherbergten”), Waffenhandel, Betreiben von Bordellen mit Zwangsprostituierten, Pervertierung der menschlichen Sexualität als Kontrollmechanismus, u.v.v.m.
Es geht hier, ich wiederhole mich noch einmal, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, nicht um das Recht des Einzelnen, seinem Glauben in welcher Art und Weise auch immer nach zu gehen, solange er sich an Menschenrechte und Verfassungen hält. Es geht um Pressefreiheit!
Zum Thema Glauben fällt mir sowieso nur ein Spruch ein: “Wer nichts weiß muss alles glauben”
11. Mrz. 2008 | #
Hab’ ich doch glatt vergessen die bei den Stellvertretern beliebte Folter zu erwähnen. Deutschland war übrigens auch auf diesem Gebiet, nämlich der Entwicklung und Produktion diverser Foltermethoden, zumindest im Mittelalter, Exportweltmeister.
11. Mrz. 2008 | #
Warum regen sich die Gläubigen überhaupt auf? Sie haben sich doch gegen jede Kritik abgeschottet, indem sie Rationalität einfach nicht zulassen.
Erstaunlicherweise habe ich auch noch nie von einem Atheisten gehört, der mit Morddrohungen um sich wirft, weil man seinen Nichtglauben kritisiert oder sich über darüber lustig macht. Das sieht die Gegenseite jedoch ganz anders; hier ein Beispiel: http://blog.klabusterbeere.nl/index.php?s=fliegengitter
13. Mrz. 2008 | #
Sorry, die Kommentare sind hier zu sehen: http://blog.klabusterbeere.nl/?p=108
13. Mrz. 2008 | #
[...] geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel” von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nynckl abgewendet ist, schießt nun der Alibri-Verlag gegen unfaire Journalisten und einen Staatsanwalt. Vermutlich haben [...]
12. Apr. 2008 | #
[...] unserer Zeit und unserer Werte dar. Die post-aufklärerische Zeit zeigt ihr wahres Gesicht. ~ Das Ferkel hatte nochmal Schwein « Ferkelbuch einmal mehrEngland schafft Blasphemie-Gesetz ab » Dieser Eintrag wurde [...]
11. Dez. 2008 | #