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  • 26. Mrz. 2008

    Am 22. April 2008 steht in Trier die Gründung des Humanistischen Verbandes Rheinland-Pfalz auf der Tagesordnung.

    HVD-Logo
    Rheinland Pfalz ist mit nur 7,2% konfessionslosen ein besonders dunkler Fleck auf der Landkarte. Es wird also Zeit, dass die Arme hochgekrempelt werden. Wir bitten deshalb um zahlreiches Erscheinen. Zuhören kann jeder Interessierte, mitmachen können nur Einwohner von Rhenland-Pfalz. Besucher von außerhalb (Triers) können sich gerne direkt an den Skepticker wenden: info (ät) skepticker.org

    Ort: TUFA (kleiner Saal)
    Weberbach/Wechselstraße, 54290 Trier
    Datum: Dienstag, 22.04.2008
    Beginn: 19:00 Uhr

    Zum Auftakt ein Vortrag von Dr. Horst Groschopp Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD):
    “Warum wir säkulare Kindergärten, Schulen, Seniorenheime brauchen”
    Moderation: Dr. Michael Schmidt-Salomon (gbs)

    Veranstalter: Humanistischer Verband Deutschlands in Verbindung mit dem katz e.V. und der Giordano Bruno Stiftung

    26. Mrz. 2008

    Der Alibri-Verlag, der  das religionskritische Ferkelbuch herausgibt, geht gegen die unfaire Berichterstattung vor. Gefordert werden ein Widerruf in der FAZ, der Presserat wurde angerufen und eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen einen Staatsanwalt erhoben.

    Alibri-Verlag:

    In einigen Fällen überschritt die Kritik allerdings die Grenze dessen, was noch als fair bezeichnet werden kann; gegen diese Form der Berichterstattung setzen sich der Verlag und die beiden Macher des Kinderbuches zur Wehr. Den Vogel schoß dabei die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ab. In der Ausgabe vom 5.3.2008 – also einen Tag vor der Verhandlung vor der Bundesprüfstelle – behauptete Thomas Thiel in einem Artikel über die Einweihung des Giordano Bruno-Denkmals in Berlin, das Buch sei „auf dem Index der Bundesprüfstelle“ gelandet. Aufgrund dieser offensichtlich falschen Tatsachenbehauptung, der wir durchaus eine rufschädigende Absicht unterstellen, fordert der im Text genannte Autor Michael Schmidt-Salomon von der FAZ einen Widerruf.

    Den Presserat rief der Verlag in einem anderen Fall an: Der Journalist Ulrich W. Sahm hatte zunächst auf ntv.de, dann in leicht abgeänderter Form im Feuilleton der NRZ behauptet, die „Formulierung ‘Menschen vernichten’“ sei „der Nazisprache“ entlehnt und insofern handele es sich um eine „vielleicht gar antisemitisch angehauchte Darstellung“ (ntv) bzw. „vielleicht sogar latent anitsemitische Darstellung“ (NRZ). Abgesehen davon, daß die behauptete Formulierung in dieser Form im „Ferkelbuch“ gar nicht vorkommt, muß in Sahms Artikeln aus zwei Gründen der Versuch einer gezielten Diffamierung des Autors Michael Schmidt-Salomon gesehen werden. Denn die Nationalsozialisten beschrieben ihre Verbrechen mit euphemisierenden Begriffen; die Vernichtung der europäischen Juden wurde als „Endlösung der Judenfrage“ kommuniziert (und eben nicht als Vernichtung von Mitmenschen). Mit geringem Rechercheaufwand hätte Sahm herausfinden können, was tatsächlich die Quellen waren, aus denen Schmidt-Salomon seine Formulierungen entlehnt hat: Kinderbibeln.

    Eine Dienstaufsichtsbeschwerde brachte der Verlag gegen den Leitenden Oberstaatsanwalt in Aschaffenburg, Ernst Wich-Knoten, auf den Weg. Die Staatsanwaltschaft in Aschaffenburg hatte eine Strafanzeige zu prüfen, die das Bistum Rottenburg-Stuttgart gegen das „Ferkelbuch“ gestellt hatte. Diese Prüfung kam zu einem negativen Ergebnis, so daß die Staatsanwaltschaft Mitte Februar verlauten ließ, das Buch enthalte keine strafbaren Inhalte; es wurde kein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Allerdings schien dies dem Leitenden Oberstaatsanwalt wenig zu gefallen, denn der Evangelische Pressedienst (epd) zitiert ihn in einer weit verbreiteten Meldung mit den Worten, das Buch sei ein „perfides Machwerk in der Maske des religiösen Kinderbuchs“. Was als persönliche [...] ist als Aussage eines Leitenden Oberstaatsanwaltes – und als dieser wird er zitiert – unzulässig.

    Siehe auch:

    Presseschau zur Causa Ferkelbuch

    6. Mrz. 2008

    Heute vormittag fand sie statt, die Verhandlung vor der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn die Entscheidung. Sie dauerte anderthalb Stunden:

    Focus Online:

    Die nötige Zweidrittelmehrheit, die für eine Indizierung des Buches nötig gewesen wäre, kam demnach nicht zustande.

    Der Tagesspiegel:

     

    Das umstrittene Buch von Philosoph Michael Schmidt-Salomon “Wo bitte geht’s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel”, gehört nach Meinung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien nicht auf den Index.

    Frank Welker, Vertriebsleiter des Aschaffenburger Alibri-Verlags:

    „Die Pluralisierung ist gerettet. Es hat sich gezeigt, dass es mehrere Meinungen geben kann.“ Er berichtete im Anschluss an die Verkündung, es habe eine lange Diskussion gegeben. Einzelne Mitglieder des Gremiums, dem auch Vertreter der Kirche, der Jugendhilfe und Autoren angehören, seien durchaus der Auffassung gewesen, das Buch beinhalte antisemitische Tendenzen.

    hpd-online:

    „Alles andere als ein Freispruch wäre ein Skandal gewesen!”, sagte Autor Michael Schmidt-Salomon nach der Urteilsverkündung. „Eine offene Gesellschaft kann es sich nicht leisten, religiöse Gefühle unter Denkmal-Schutz zu stellen. Dies würde zu einer gefährlichen Unterhöhlung der Streitkultur der Aufklärung führen.”

    Illustrator Helge Nyncke wertete den Urteilsspruch als „Sieg des gesunden Menschenverstandes über das religiöse Scheuklappendenken”: „Ich bin sehr erleichtert - jetzt darf endlich ganz offiziell in unseren Kinderbüchern auch über Religion wieder nachgedacht und gelacht werden.”

    Gunnar Schedel, Leiter des Alibri Verlags, richtet den Blick bereits nach vorn: „Jetzt erteile ich erstmal den Auftrag zum Druck der vierten Auflage”, meinte er unmittelbar nach der Verhandlung, „und heute Abend geh ich ins Hannebambel und gönn mir nach all dem Stress ein gemütliches Weißbier”.

    5. Mrz. 2008

    Die atheistisch-skeptische Blogparade ist online bei JLT von Evil under the Sun:

    Eine Gottlose Veranstaltung.

    Rübergehen, durchlesen, drüber nachdenken und mitdiskutieren…

    2. Mrz. 2008

    An tiefgreifendere Reformen sind wir ebenso gewöhnt wie an weitreichendste Vollmachten. Auch fürchterliche Pleonasmen wie der größte denkbare Super-GAU sind im politischen Sprachgebrauch allgegenwärtigst. Auch auf die immer wiederkehrenden Quantensprünge mag der Machtmensch nicht verzichten um seinen Reformwillen oder auch seine Bereitschaft zum Umdenken optimalst zu demonstrieren. Rolf Schneider (nicht zu verwechseln mit Wolf Schneider) widmete sich im Deutschlandradio nun einen weiterem Feld der politischen Sprache, der Metapher:

    Immer mal wieder ist es an der Zeit, die Sprache der aktuellen Politik zu bedenken. Wir wissen, die Demokratie, und zumal die unsere, lebt von einer medial beförderten Geschwätzigkeit bei sich verflüchtigenden Inhalten. Doch wir wollen hier keine Einzelpersonen herausstellen bei etwas, an dem sich die gesamte politische Klasse beteiligt, mehr oder weniger, von der Kanzlerin bis zum letzten Hinterbänkler in einem von 16 Landtagen.

    Metaphern sind Glückssache

    1. Mrz. 2008

    Neue Terrorgefahr durch die ‘radikale antifiskalische Szene’:

    [youtube Gl1Z5h8X1Dc]