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  • 21. Dez. 2007

    Weihnachten geht auch Atheisten an – davon ist Kardinal Joachim Meisner überzeugt. Das Fest habe auch für Ungläubige eine existenzielle Bedeutung. Denn kein Mensch wolle ungeliebt sein – und Gott lasse keinen Menschen los, sagte der Kölner Erzbischof im Interview mit der Zeitschrift ‘Die Bunte’

    Können Sie einem Atheisten erklären, warum Weihnachten auch für ihn Bedeutung hat?

    Kardinal Meisner: Gott lässt keinen Menschen los. Deshalb gibt es – wenigstens von Gott her – keine Gottlosen. Diese Beziehung ist entscheidend. Das wird Weihnachten in der Geburt Jesu Christi deutlich. Er ist wirklich wahrer Gott vom wahren Gott und zeigt damit, dass er den Menschen nicht loslässt.

    Kann man sich also nicht von Gott lossagen?

    Kardinal Meisner: Auf die Frage, ob ein Mensch den Satz über seine Lippen bringt: „Ich möchte niemanden haben, der mich liebt“, habe ich meistens die Antwort erhalten – auch von Atheisten: „Das wäre ja die Hölle!“ Woher kennen diese Menschen denn diese theologische Definition der Hölle? Der Mensch ist eigentlich nicht Urbild, sondern Abbild, nämlich Abbild Gottes. Darum kann kein Mensch ungeliebt sein wollen.

    Es ist natürlich müßig sich ernsthaft mit jeder Plattitüde dieses katholischen Musterprügelknaben auseinanderzusetzen. Er hat sich zwar in der Rolle als Möchtegern-Tabubruch-Stichwortgeber eingefunden aber schafft es immerhin im weihnachtlichen Kontext auf entartetes Vokabular zu verzichten. Stattdessen generiert er ähnlich wie die Maschine ELIZA völlig sinnlosen Theologensprech a la “wahrer Gott vom wahren Gott”.

    ‘beachbernie’ hat im Forum Freigeisterhaus eine viele passendere Antwort auf Meisner geliefert:

    Weihnachten geht auch Katholiken auf den Sack – davon ist Forenpapst beachbernie überzeugt. Das Fest sei auch für Gläubige eine existenzielle Bedrohung. Denn kein Mensch halte diese Kitschtsunami auf Dauer aus – und Karel Gott lasse keinen Menschen los, wenn man sich erst mal eine Weihnachtsplatte von ihm gekauft hat sagte der Forenpapst im Interview.

    Können Sie einem Katholiken erklären, warum Weihnachten auch für ihn eine Bedrohung darstellt?

    Forenpapst beachbernie: Karel Gott lässt keinen Menschen los. Deshalb gibt es – wenigstens von Karel Gott her – keine Stille Nacht unterm Tannenbaum, sondern bloss Jingle Bells bis zum abwinken. Diese Beziehung ist entscheidend. Das wird Weihnachten beim Auspacken der Geschenke deutlich. Da sind wirklich wahre Karel-Gott-CDs vom wahren Karel Gott und der zeigt damit, dass er den Menschen nicht loslässt.

    Kann man sich also nicht von Karel Gott lossagen?

    Forenpapst beachbernie: Auf die Frage, ob ein Mensch den Satz über seine Lippen bringt: „Ich möchte nicht haben, dass Karel Gott an Weihnachten singt“, habe ich meistens die Antwort erhalten – auch von Katholiken: „Das wäre ja die Hölle!“ Woher kennen diese Menschen denn diese apokalyptische Dimension von Karel Gotts Weihnachtsliedern? Der Mensch ist eigentlich nicht Urbild, sondern Abziehbild, nämlich Abziehbild Karel Gotts. Darum kann kein Mensch ohne die Stimme aus Prag unter Tannenbaum sitzen.

    21. Dez. 2007

    Wir berichteten schon über die BMI-Studie zur Gewaltbereitschaft und Demokratieakzeptanz unter den in Deutschland lebenden Muslimen.

    Ausgerechnet die konservative Welt verweigert sich der allgemeinen Panikmache und stimmt einen gemäßigten Ton an:

    Schäuble verteidigt Muslime vor Gewaltverdacht

    Jeder vierte junge Anhänger des Islam ist zu Gewalt gegen Andersgläubige bereit. So lautet ein Ergebnis einer neuen Studie aus dem Innenministerium, die für Aufregung sorgte. Wolfgang Schäuble relativierte jetzt die Interpretation. Muslime in Deutschland seien insgesamt friedlich.

    Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hält die Muslime in Deutschland insgesamt für friedlich und gut integriert. Die große Mehrheit von ihnen sei nicht gewaltbereit, erklärte sein Sprecher Stefan Kaller am Freitag in Berlin. Er relativierte damit die Interpretation einer neuen Studie zu Einstellungen der Muslime in Deutschland.

    [...]

    In der Studie stecke aber auch eine „gute Botschaft“, nämlich dass die allermeisten Muslime froh seien, in einem demokratischen Staat zu leben, sagte Kaller.

    [...]

    Auch der Bielefelder Soziologe Jürgen Mansel warnte in der „Berliner Zeitung“ vor Fehlinterpretation der Ergebnisse. „Es gibt keine Hinweise, dass es unter Moslems oder Zuwanderern eine höhere Gewaltbereitschaft gibt als unter anderen Gruppen in Deutschland“, sagte er. Auch die Demokratiefeindlichkeit sei unter Islamanhängern nicht weiter verbreitet als unter Nicht-Muslimen.

    20. Dez. 2007

    gesund_gluecklich_spiegelIm aktuellen Spiegel-Special Heft “Gesund und Glücklich” darf Autor Peter Seewald sich über die heilsame Kraft des Glaubens auslassen. Seewald ist , wie man etwa dem (übrigens ganz erstaunlichen in der Hauptsache vom Autor ‘Bene16‘ verfassten) Artikel bei Wikipedia entnehmen kann, durchaus ein ausgewiesener Experte in Glaubensbelangen. Auch seine zahlreichen Veröffentlichungen “Salz der Erde“, “Benedikt XVI. Ein Porträt aus der Nähe” oder Benedikt XVI. Leben und Auftrag” deuten darauf hin, dass er einen mehr als durchschnittlichen Bezug zur katholischen Kirche hat. Nun bedeutet ja die Weltanschauliche Ausrichtung eines Autors nicht zwingend, dass sein journalistisches Wirken ausschließlich von eben dieser Weltanschauung beeinflusst oder gar diktiert wird. Auch die Macher des Heftes verschweigen nicht aus welcher weltanschaulichen Ecke der Autor stammt. Wie in solchen Heften üblich wird er zu Beginn des Artikels kurz vorgestellt:

    Peter Seewald, 53. Verfasser mehrerer Gesprächsbücher mit Kardinal Joseph Ratzinger (dem jetzigen Papst Benedikt XVI.), ist Herausgeber der sechsbändigen “Bibliothek der Mönche“. Zuletzt erschien von ihm “Kult“, eine Sammlung von Kuriositäten und Besonderheiten aus 2000 Jahren christlicher Kultur.

    Der Titel des Artikels lautet “Die Homöopathie Gottes” und einen kleinen Augenblick lang ist man geneigt auf einen aufklärerisch-skeptischen Beitrag zu hoffen, schließlich ist es wohl bekannt, dass kein über Placebo hinausgehender Heileffekt der Homöopathie feststellbar ist. Man fragt sich, ob der Autor hier eine ganz subtile Form von Religionskritk anbringen möchte: Gott als Ober-Homöopath, der Hahnemanns Ähnlichkeitsprinzip (Simile) folgend, das Böse bekämpft, in dem er das Böse selbst in ganz kleinen Dosen (Religion) in die Welt setzt? Pfarrer und sonstige Lakaien, die Gottes homöopathische Medizin in einem für Laien kaum nachvollziehbaren Prozedere (Theologie) solange potenzieren - also verdünnen - bis das kleinste Fitzelchen “Wirkstoff” verflüchtigt ist. Aber dann, Nein. Doch nicht, leider zu früh gefreut. Wäre ja auch zu schön gewesen. Schon der Teaser belehrt uns in fetten Lettern eines Besseren: Den ganzen Beitrag lesen …

    20. Dez. 2007

    Viele junge Muslime neigen zur Gewalt” titelt der Focus unter Berufung auf eine Studie im Auftrag des Inneministeriums. Wie viel sind denn viel, fragt man sich unwillkürlich und schreitet zur Lektüre:

    Diese Frage - so scheint es - möchte der Focus aber dann doch nicht beantworten:

    … Jeder vierte junge Muslim zu Gewalt gegen Andersgläubige bereit.

    … 40 Prozent seien „fundamental orientiert“.

    … sechs Prozent werde als „gewaltaffin“ eingestuft.

    … Immerhin 14 Prozent stünden mit der Rechtsstaatlichkeit auf Kriegsfuß und zeigten eine problematische Distanz zur Demokratie.

    … Zwölf Prozent identifizierten sich mit einer stark religiös-moralischen Kritik an westlichen Gesellschaften, kombiniert mit der Befürwortung von Körperstrafen bis hin zur Todesstrafe.

    Das ergibt Summa summaraum - nun ja - offensichlich kein einheitlich Bild, außer natürlich für einen Innenminister, von dem allerdings nicht bekannt ist, ob es überhaupt irgendetwas gibt, das von ihm als frei von Bedrohungspotenzial angesehen würde. Den ganzen Beitrag lesen …

    19. Dez. 2007

    Gott bewegt die Deutschen und die Welt” titelte kürzlich die Welt und schrieb weiter: Eine umfassende Studie zur Religiosität widerlegt die Annahme, dass der Glauben in Deutschland in die Bedeutungslosigkeit abrutscht. Der humanistische Pressedienst hat die Studie gründlich unter die Lupe auseinander genommen.

    Welt.de
    Die Deutschen sind religiöser als bislang angenommen. Religion ist für 70 Prozent der deutschen Bevölkerung über 18 Jahren bedeutsam. Fast jeder fünfte Deutsche ist sogar tiefreligiös. Er besucht regelmäßig Gottesdienste, betet häufig und beschäftigt sich intensiv mit religiösen Fragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende internationale Studie der Bertelsmann Stiftung, deren Ergebnisse WELT ONLINE vorliegen.

    Der humanistische Pressedienst entzaubert das wirre Machwerk der Bertelsmann-Stiftung gründlich. Unter der Überschrift “Terminologische Trickkiste” schreibt Carsten Frerk: Den ganzen Beitrag lesen …

    16. Dez. 2007

    Gastbeitrag von 9xklug

    Harun Yahya, der vermutlich einzige muslimische Kreationist (der Qu’ran enthält keine Schöpfungsgeschichte, weswegen islamischer Kreationismus eigentlich keinen wirklichen Sinn ergibt) arbeitet weiter an seinem Ruf und verschickt seinen Atlas der Schöpfungy ungefragt in die Welt.
    800 Seiten in Farbe, darunter zahlreiche doppelseitige Fotoabdrucke.

    Geldsorgen hat er also offenbar nicht.

    Eigentlich hatte ich ja vor, zu dem Murks, der sich darin findet etwas zu schreiben.
    Statt dessen werde ich einfach die lustigsten Zitate hier sammeln und jeweils kurz zu erläutern, was daran nicht stimmt. Los geht es mit der Einleitung von Band 1:

    Eine der wichtigsten Entdeckungen, die die Evolutionstheorie widerlegen, ist die Entdeckung der Fossilien, denn diese beweisen, dass sich die Struktur der Lebewesen auch nach Jahrmillionen nicht verändert hat

    Ich möchte das betonen: Die Tatsache, dass einige Arten höheren Alters auch heute noch leben soll angeblich die Evolution widerlegen.
    Ein evolutionäres Gesetz, welches besagt, dass Lebewesen nach wenigen Jahrmillionen wieder aussterben müssen gibt es aber nicht.

    Lustigerweise stützt sich das ganze Buch auf der recht unsinnigen Behauptung, die Fossilien würden beweisen, dass das Leben schon immer so aussah wie heute.

    Und tatsächlich, die Enten in meinem Gartenteich belegen das zweifellos:

    comp_nj_dinosaur.jpg

    Literatur
    Yahya, Harun: Atlas der Schöpfung, Bd. 1, online verfügbar

    Mit Dank an “Lamarck” für den Link

    11. Dez. 2007

    Josef HöchtlLetzte Woche berichtete ich vom Vorhaben der ÖVP angesichts der hohen Kirchenaustrittszahlen und Religionsabmeldungen einen verpflichtenden Ethikunterricht für bekenntnisfreie Schüler einzuführen, der von Religionslehrern gehalten werden soll. Der Verdacht, dass die Kinder von Ungläubigen unter dem Deckmantel eines Ethikunterrichts missioniert werden sollen, drängte sich auf.

    Diesen Montag erklärte der frühere Nationalratsabgeordnete der ÖVP, Josef Höchtl, in seiner aktuellen Funktion als Vorsitzender des Österreichischen Vereins für Völkerverständigung (ÖVfV) offenbar ganz unverblümt, dass der Ethikunterricht in der Tat im Kontext eines Remissionierungsprogramms steht.

    Bei der gestrigen Pressekonferenz im Café Landtmann präsentierte Höchtl eine so genannte Studie, deren kolportierter Inhalt vor allem darin bestand, dass die Zahl der Muslime nun die Zahl der Protestanten in Österreich vermutlich übersteigen würde. Offenbar kann man heutzutage eine simple Fortschreibung der Volkszählung von 2001 mit viel Medienecho als “Studie” verkaufen.

    Gegen die weitere rasante Zunahme an bekenntnisfreien Österreichern empfahl Josef Höchtl ein Bündel an Maßnahmen. Dazu gehört für Höchtl neben einem verbessertern Religionsunterricht eben auch der verpflichtende Ethikunterricht für Bekenntnisfreie. Weiters forderte Höchtl von den Christen Österreichs, zur Kirche zu stehen und einen neuen Missionseifer zu entwickeln.

    “Frag nicht, was die kirchliche Führung für dich tun kann, sondern was du zur Vermittlung von christlichen Werten beitragen kannst”, mahnte Höchtl.

    Einen Ansporn für die Mission schöpft Josef Höchtl aus der letzten Jugendwertestudie. Denn laut dieser, im Jahre 2006 durchgeführten Studie, bekannten sich 70% der befragten Jugendlichen zum Glauben an Gott, während die Vergleichszahl aus dem Jahre 2000 nur bei 50% lag.

    Da sollte sich Höchtl aber nicht zu früh freuen. Denn diese Studie wurde vom Institut für praktische Theologie der Universität Wien durchgeführt. Die Leiterin des Instituts und Autorin besagter Studie, Regina Polak, gehört zu jenen, die krampfhaft eine Wiederkehr der Religion durch den 11. September herbeischreiben und ihre diesbezüglichen Bücher verkaufen wollen. Die Co-Autorin Ingrid Kromer war früher Bildungsreferentin der katholischen Jugend Österreichs.

    Die Objektivität solcher Umfrageergebnisse ist also anzuzweifeln und darüber hinaus ergab die Befragung beispielsweise auch, dass der Anteil der wöchentlichen Kirchgänger unter den Jugendlichen seit dem Jahr 2000 von 9% auf 5% sank.

    6. Dez. 2007

    Ein Gastbeitrag von 9xklug.eu

    Jaja, die Brights.

    Eine auf den ersten Blick faszinierende Bewegung zur Organisation aufgeklärter Menschen. Auf den zweiten eigentlich auch.
    Nur ist der Aufhänger des Ganzen recht seltsam: Man will den Begriff “bright” auf die eigene Bewegung prägen und so im Sprachgebrauch zu den “Brights”, den “Hellen” oder - schlimmstenfalls - den “Erleuchteten” werden.

    Das ist abgesehen von der darin ausgedrückten Hochnäsigkeit zunächst einmal interessant, immerhin hat die Schwulenbewegung so etwas mit “gay” ja auch geschafft - wohl aber mit dem Ergebnis, dass “gay” heute bei entsprechend eingestellten Sprechern ebenso ein Schimpfwort ist wie “faggot”.
    Irgendwie hat das mit der Begriffsbesetzung also so ganz dann doch nicht funktioniert.

    Aber zurück zu den Brights:
    Aus deren Reihen kam nun ein Vorstoß, der aufhorchen lässt. Aber lassen wir sie doch selber zu Wort kommen:

    Wenn die Antievolutionisten darauf bestehen, das öffentliche Missverständnis von Worten wie Theorie und Glaube auszubeuten, dann sollten wir das nicht bekämpfen. […]

    Was schlägt sie vor? Wenn es um wirklich grundsolide, wohl etablierte Wissenschaft geht, dann lasst uns damit aufhören, überhaupt noch das Wort Theorie zu gebrauchen.

    Okay, wir geben also auf und ziehen uns zurück.

    Naja, kann ja mal gemacht werden, ein taktischer Rückzug ist keine Schande.

    Aber was sagen wir denn nun statt dessen?
    Die Antwort darauf ist die folgende: Gesetz.

    Ja, das ist ernst gemeint.
    Um das missverständliche Wort “Theorie” zu vermeiden nutzt man das noch viel missverständlichere “Gesetz”.

    Das ist nicht so schlimm wie das, was ich beim ersten Lesen der Überschrift “Theorie muss Gesetz werden” erwartet habe (nämlich tatsächlich ein Gesetz, das bestimmte Ideen als wahr festschreibt), aber auch nicht viel besser.

    Es hieß, die “Munition” antiaufklärerischer Bewegungen sei die Sprache. Wenn das die passende Metapher ist, dann ist dieser Vorschlag kostenloses Dynamit für den Gegner, kann er so doch vollkommen mühelos die Vorwürfe von Dogmatismus, Denkverboten und - bald neu im Angebot - “vorgeschriebenen Forschungsergebnissen” anbringen.
    Zumal diese Umbenennung den Kreationisten (u.ä.) im Gegenzug keinen nennenswerten Nachteil bringt.

    Es ist vielleicht keine schlechte Idee, die Sprache der Wissenschaft alltagstauglicher zu machen.
    Nur der konkrete Vorschlag hier, der ging nach hinten los.

    Literatur
    Theorie muss Gesetz werden, online verfügbar

    4. Dez. 2007

    Vizekanzler Wilhelm MolterDer bekanntermaßen erzkatholische ÖVP-Chef und Vizekanzler Wilhelm Molterer, den die Weltanschauung der österreichischen Bürger nichts anzugehen hat, erklärte in einer skandalösen Pressekonferenz letzten Freitag, dass ihn die zunehmende Bekenntnisfreiheit der Österreicher besorge.

    Wir haben festgestellt, dass es zu Abmeldungen in einem bedenklichen Ausmaß kommt. … Und es gibt in Österreich immer mehr Kinder ohne Bekennntis.

    Nicht nur das, auch die angeblich zunehmende von Gewalt an den Schulen, wurde in die Nähe dieses Phänomens gerückt. Belege für einen Zusammenhang gibt es freilich keine.

    Wenn die deutschen Zahlen auf Österreich übertragbar sind, dann dürfte ein überproportionaler Anteil der Gewalttäter eher dem muslimischen Glauben angehören. Und die Kinder der Muslime sind in Österreich ja schon mit einem staatlich finanzierten Religionsunterricht versorgt, in dessen Lehrplan ein strikter Islam, inklusive der verfassungswidrigen islamischen Staatsordnung gelehrt wird.

    Molterers Plan ist es nun, einen Ethik-Unterricht einzuführen, der für bekenntnisfreie Schüler verpflichtend wäre. Als das mittlerweile kaum noch bedeutende Liberale Forum von Heide Schmidt mitte der 90er Jahre einen Ethikunterricht forderte, war die ÖVP noch entschieden gegen dieses Vorhaben.

    Die Strategie Molterers ist also nur ein verschleierter Versuch, Ungläubige christlich zu missionieren. Denn der Ethikunterricht soll einfach von den vorhandenen christlichen Religionslehrern gehalten werden. Das würde auch bedeuten, dass junge Menschen, die Ethiklehrer werden wollen, auf der religionspädagogischen Akademie Christentum studieren müssten. Damit werden die Leherer weltanschaulich vorselektiert und der Unterricht kann folglich nicht weltanschauungsneutral ausfallen. Oder wer glaubt ernsthaft, dass Personen, wie der im letzten Blogposting von mir vorgestellte Herr “pfaffenheini” sich mit seinem christlichen Überzeugungen zurückhalten könnte?

    Vermutlich hat die ÖVP hier neben einer Rechristianisierung auch eine Arbeitsplatzsicherung für die häufig ÖVP-nahen Religionslehrer im Sinn.

    Ein Ethik-Unterricht sollte, wenn, dann verpflichtend für alle Schüler sein und von religionsunabhängig geschulten Lehrern gehalten werden. Finanzieren könnte man das, indem man den staatlich finanzierten, bekenntnisgebundenen Religionsunterricht abschafft.

    3. Dez. 2007

    Seit Jahrzehnten unternehmen Katholiken Anstrengungen um moderner zu wirken. Der neueste Coup in dieser Sache scheint Gloria.tv zu sein. Es handelt sich um ein Youtube-ähnliches Videoportal, das von Moldavien aus betrieben wird.

    Religionsfern aufgewachsene Menschen, die dem Hype von der Wiederkehr der Religion auf dem Leim gegangen sind und sich in ihrer Sinnsuche von der katholischen Kirche Antworten erhoffen, können sich auf diesem Video-Portal gleich mal eine kalte Dusche zur Abschreckung holen. 90% der bisherigen Videos bestätigen jedes Klischee, das katholische Vorzeige-Talkshow-Gäste vehement abstreiten würden. Im Gegensatz zu so manchen Bischöfen, die die Höllenandrohung im Streitgespräch mit Atheisten pragmatischerweise verleugnen, gehören auf Gloria.tv beispielsweise Teufel und Hölle ganz traditionell dazu.

    Manche Videos geben Rätsel auf. Das Folgende stammt von einem österreichischen Pfarrer und Religionslehrer, der sich selbst pfaffenheini nennt, die Webseite www.exorzismus.net betreibt und zum Thema Exorzismus schon öfters im österreichischen Fernsehen zu bewundern war. Offenbar könnte der Mann nun selbst einen guten Teufelsaustreiber gebrauchen. Anzeichen für Besessenheit, wie Gebrabbel von unverständlichem Kauderwelsch oder die Verwendung von Fremdsprachen, die der Betroffene offensichtlich nicht beherrscht, sind jedenfalls reichlich vorhanden.

    [youtube 7E1_O-1aGiY]

    Originalvideo auf Gloria.tv

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