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  • 30. Nov. 2007

    Adolf Preuß
    Adolf Preuß, Süpplingen
    40 Jahre NPD-Gemeinderat
    23 Jahre Kirchenvorstand

    Die Kirchen klagen über einen Mangel an Klerikern und engagierten Mitgliedern. Ob das wohl der Grund sein mag, dass die braunschweigische Landeskirche den langgedienten und überaus beliebten NPD-Politiker Adolf Preuß 23 Jahre lang das Amt des Kirchenvorstandes in der Gemeinde Süpplingen bekleiden ließ?

    Während all dieser Zeit profilierte sich die Landeskirche als Vorkämpfer gegen den Rechtsextremismus. So hieß es im Juni in einem gemeinsamen Bischofswort:



    Wir brauchen unter uns eine Kultur der Aufmerksamkeit. Schauen Sie nicht weg, wenn in ihrem Lebensumfeld extremistisches Gedankengut um sich greift! Widersprechen Sie rechten Parolen, die für gesellschaftliche Probleme radikale und einfach klingende Lösungen fordern! In der Freizeit, auf der Arbeit, in Nachbarschaft und Familie.

    Großartige Aussagen wie diese sind es wohl, die sogar Atheisten wie Gregor Gisy davon überzeugen, dass das Christentum im Kampf gegen den Rechtsextremismus effektiv und sinnvoll wäre.

    Im September, kurz bevor der Skandal um Adolf Preuß aufflog, legte Landesbischof Friedrich Weber in seinem grandiosen Engagement gegen Rechts noch mal nach: Den rechten Parolen widersprechen

    An die Christen gewandt, fragte Weber: „Sind unsere Taten deutlich genug?”

    Tja, zuerst hätte sich Weber fragen sollen, ob die implizite Annahme, dass Christen nicht rechtsextrem sein könnten, falsch ist und ob extremistisches Gedankengut neben “Freizeit, auf der Arbeit, in Nachbarschaft und Familie” auch in der Kirche selbst eine Plattform finden könnte.

    Nachdem die Medien vom Adolf, dem fleißigen Kirchenvorstand, Wind bekamen, untersuchte die evangelische Landeskirche die Sache und kam zum Schluss, dass eine Mitgliedschaft in der NPD nicht mit seiner Funktion in der Kirche vereinbar sei. Als Grund wurde unter anderem von Bischof Weber genannt, dass das NPD-Parteiprogramm die Würde des Menschen über seine Zugehörigkeit zu seinem Volk definiert.

    Die Begründung erscheint etwas dürftig. Ich hätte mich ja eher an der Befürwortung der Todesstrafe in diesem Programm gestört. Dieser Punkt wurde in den Presseaussendungen der Landeskirche allerdings nicht angesprochen. Nun, die amerikanischen Christen können die Todesstrafe mir ihrer Religion ja auch prächtig vereinbaren…

    Ansonsten scheint das Parteiprogramm beispielsweise in familienpolitischen Fragen durchaus dem Geschmack der Kirchen zu entsprechen.

    Jedenfalls wurde beschlossen, dass Adolf Preuß bis zum 14. Dezember entweder die NPD-Mitgliedschaft niederlegen oder sein Amt in der Kirche aufgeben muss. Wie glaubwürdig er mit dieser Maßnahme auch dem Gedankengut, das er 40 Jahre lang als gewähltes Mitglied des Gemeinderats vertrat, abschwören würde, sei dahin gestellt. Süpplingen steht jedenfalls weiterhin hinter seinem Adolf, in den Wahlkabinen, wie auf den Kirchenbänken.

    Und das zeigt auch die ganze Hilflosigkeit dieser halbherzigen Aktion. Das Christentum ist nunmal politisch biegsam wie ein Aal. Wenn eine Ortschaft sowohl mit der NPD sympathisiert, als auch christlich frömmeln will, dann klappt das in der Praxis eben reibungslos.

    Weitere Quellen und Hintergrundinformationen: Ultimatum für NPD-Mitglied, „Wir haben ihn gewählt“, Der gute Adolf und das irritierte Dorf

    2 Kommentare »

    1. K. Schmitt schreibt:

      Ich wohne selber in dieser Gegeng, BS-er Land. Ich bin Kirchenmitarbeiterin und Ausländerin. Durch die Zeit habe ich erfahren, was da in Süpplingen los ist. Diese doppelte Mitgliedschaft hat mich sehr erschreckt. Ich kann keine Parallelen zwischen Christentum und NPD erkennen. Ich denke, da wurde lange geschlafen.

      Viel erschreckender finde ich persönlich die allgemeine Entwicklung im Landkreis Helmstedt. Ich weiß nicht, was Sie wissen: Der Adolf hat ja noch ´n Bruder Friedrich. Der Friedrich hat seit der letzten Kommunalwahl auch noch ´ne Kollegin im Stadtrat. Durch die Pattsituation haben diese beiden auch noch die Rolle des Züngleins an der Waage.Dann macht der Friedrich auch noch Hauswurfsendungen, Der Stachel- Auflage 3000.

      Durch diesen ganzen Medienrummel gewinnt der Adolf immer mehr an Popularität. Das ist schlecht. Und Leute, denen ich das nie zugetraut hätte, sagen: Der Adolf ist ein ganz netter. Ich persönlich hoffe, daß die braunschweigische Landeskirche es schafft, das Kirchengesetz zu ändern und damit einen legalen Weg findet Preuß aus dem Kirchenvorstand auszuschließen, ganz unabhängig von seiner Entscheidung, Vorstand zu bleiben oder NPD-ler. Dann kann er von mir aus so nett sein wie er will.
      mfG
      K.

      1. Apr. 2008 | #

    2. K. Schmitt schreibt:

      Ich wohne selber in dieser Gegend, BS-er Land. Ich bin Kirchenmitarbeiterin und Ausländerin. Durch die Zeit habe ich erfahren, was da in Süpplingen los ist. Diese doppelte Mitgliedschaft hat mich sehr erschreckt. Ich kann keine Parallelen zwischen Christentum und NPD erkennen. Ich denke, da wurde lange geschlafen.

      Viel erschreckender finde ich persönlich die allgemeine Entwicklung im Landkreis Helmstedt. Ich weiß nicht, was Sie wissen: Der Adolf hat ja noch ´n Bruder Friedrich. Der Friedrich hat seit der letzten Kommunalwahl auch noch ´ne Kollegin im Stadtrat. Durch die Pattsituation haben diese beiden auch noch die Rolle des Züngleins an der Waage.Dann macht der Friedrich auch noch Hauswurfsendungen, Der Stachel- Auflage 3000.

      Durch diesen ganzen Medienrummel gewinnt der Adolf immer mehr an Popularität. Das ist schlecht. Und Leute, denen ich das nie zugetraut hätte, sagen: Der Adolf ist ein ganz netter. Ich persönlich hoffe, daß die braunschweigische Landeskirche es schafft, das Kirchengesetz zu ändern und damit einen legalen Weg findet Preuß aus dem Kirchenvorstand auszuschließen, ganz unabhängig von seiner Entscheidung, Vorstand zu bleiben oder NPD-ler. Dann kann er von mir aus so nett sein wie er will.
      mfG
      K.

      1. Apr. 2008 | #

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