“Liebe zwei” heisst die neue CD von Hagen Rether.
Ist er Kabarettist, Pianist, Wortakrobat, Poet, Comedian, ein übler Zotenreisser oder von allem etwas? Eines ist er jedenfalls nicht: Berechnebar. Da ist er lieber unverschämt. Nichts ist im heilig, er analysiert das Tagesgeschehen ebenso treffend wie das Feuilleton. Bin Laden ist ebenso eine Ziuelscheibe seins Spotts wie Schäuble, Merkel gerät ebenso in sein Visier wie die Kritiker der Merkelschen Frisur, die er für ein erfolgreiches Ablenkungsmanöver hält - Merkels Haare seien in Wirklichkeit total schön. Er sinniert über das Gottvertrauen von Päpsten im gepanzerten Papamobile, stellt den leeren Kirchen die vollen Kabarettsäale entgegen und führt ein fiktives Beratungsgespräch eines gewissen Herr Meisner auf Jobsuche. Kategorien und Genre-Regeln gelten nicht für Hagen Rether, der virtuos schwankt zwischen lustvoller Albernheit und tiefer Tragikomik und damit seinem Publikum die Tränen in die Augen treibt, aber manchmal auch in stummen Entsetzen zurückläßt. Etwa, wenn er die Frage stellt ob man ein Terroflugzeug auch abschießen dürfe, wenn sich etwa ein Embryo, eine Stammzelle oder vielleicht ein Krebskranker im Endstadium mit Selbsttötungsabsicht im Flugzeug befänden.
Link: sevenload.comHagen Rether, geboren am 8. Oktober 1969 in Bukarest, verbrachte seine Kindheit in Freiburg. Mit acht Jahren begann er mit dem Klavierspiel und studierte an der Folkwang-Musikhochschule nach Essen. Seit 1996 ist er bundesweit knapp zweitausend Mal mit dem Essener Kabarettisten Doktor Stratmann aufgetreten.
Rether wurde bislang mit folgenden Preisen ausgezeichnet:
Gewinner 2003 des “Fohlen von Niedersachsen” und des “Tegtmeiers Erben”; Gewinner 2004 des “Stuttgarter Besen”, des “Prix Pantheon”, des “Paulaner Solo” und des Kleinkunstpreises des “Tollwood- Festivals” 2004. Er ist außerdem nominiert für den “Bayerischen Kabarettpreis 2005″ vom BR München.
Hagen Rether bei WordArt.
