Den Selbstgerechten ordentlich auf den Schlips treten. Kaum einer kann das hierzulande derzeit besser als Georg Schramm. Wie auf der Bühne, so beweisen seine geschliffenen Pointen in seinem ersten Buch, dass politisches Kabarett der alten Prägung auch heute ein breites Publikum finden kann. In der vorliegenden, kommentierten Best-of-Sammlung deuten drei seiner Figuren die Geschichte jeweils in ihrem Sinn: der Rentner Dombrowski, Oberstleutnant Sanftleben und das sozialdemokratische Urgestein August, die Kabarett-Fans ja bereits von der Bühne kennen.
Dombrowski alias Georg Schramm brilliert mit seinen ausformulierten, selbst nach Jahren an nichts verlierenden Gedankengängen auch als reiner Text auf dem Papier. Seine im besten und umfassenden Sinn hintergründigen Figuren sind weit mehr als nur dramaturgische Staffage für klamaukige Dialekteffekte, sondern sie vereinen in sich stets eine Summe an Leben und Erfahrung, die über den Schlagwortabtausch hinweg unmittelbar zu Herzen geht und für ein Wiedererkennen sorgt.
Dieses Buch ist jedenfalls weit mehr als ein wohlfeiler Abklatsch üblicher medialer Vervielfältigung. Georg Schramms bedacht komponierte Werkschau macht aus seinen einzelnen Kabaretttexten wiederum ein großartiges Ganzes, dessen hellsichtige Brisanz hierzulande leider nur wenig Konkurrenz hat.
Georg Schramm: Lassen Sie es mich so sagen
