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  • 18. Okt. 2007

    Zwölf Karikaturen in einer dänischen Provinzzeitung ließen die organisierte Wut von Muslimen vor allem im Nahen und Mittleren Osten über Dänemark hereinbrechen. Diesen Aufruhr nimmt eine sehr sehenswerte Dokumentation auf Arte zum Anlass, um die Frage nach möglichen Grenzen für das demokratische Grundrecht auf freie Meinungsäußerung zu stellen.

    Brennende dänische Botschaften, wütende Menschen auf den Straßen in Teheran, Damaskus und Kairo. Boykott gegen dänischen Joghurt und andere Delikatessen des kleinen nordeuropäischen Landes. Ausgelöst wurde dieser Aufruhr durch die Veröffentlichung der so genannten Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Provinzzeitung.
    Die freie Meinungsäußerung gilt als ein Grundpfeiler der Demokratie. Aber was passiert, wenn ein demokratisches Grundrecht das Recht anderer Menschen zu verletzen scheint? Der Aufruhr um die Mohammed-Karikaturen machte deutlich, dass nicht alle mit dem Gedanken der grenzenlosen Freiheit einverstanden sind. Die Dokumentation zeigt, wie und warum zwölf Zeichnungen in einer dänischen Lokalzeitung ein kleines Land mit fünf Millionen Einwohnern in eine Konfrontation mit Muslimen in der ganzen Welt stürzen konnten.
    Filmemacher Karsten Kjaer drehte im Libanon und im Iran, in Syrien, Qatar, Frankreich, in der Türkei, in Deutschland und in Dänemark. Er sprach mit Leuten, die während dieser Krise um die Mohammed-Karikaturen Schlüsselrollen innehatten. Und er fragt, ob es eine Grenze für die Freiheit der Meinungen gibt und ob kulturelle Toleranz eine Einbahnstraße ist.

    Einige Szenen aus der Sendung:

    Der Journalist, Regisseur und Produzent Karsten Kjaer arbeitete als Auslandskorrespondent für führende Medienfirmen, bevor er sich dem Fernsehen zuwandte. Er produzierte mehr als 200 TV-Dokumentationen und wöchentliche Kolumnen für das dänische und europäische Fernsehen und zahlreiche Specials zur Weltpolitik mit besonderem Augenmerk auf den Mittleren Osten. Karsten Kjaer ist der Gründer und Inhaber der Independent-Filmproduktion “Freeport Film” in Kopenhagen und war als ausführender Produzent bei über 400 Dokumentationen und Serien für das dänische Fernsehen tätig. Er ist bekannt für seinen Hang zur Satire und für außergewöhnliche Methoden in der Berichterstattung sensibler politischer und kultureller Angelegenheiten.
    Quelle arte.tv mit der vollständigen Sendung als Online-Stream (52min)

    4 Kommentare »

    1. Klaus schreibt:

      Die Bayerische Landesregierung plante kürzlich den “Gottesläster-Paragraphen” zu verschärfen. Der Anlaß waren Karrikaturen, die sich über den Papst lustig machten. Für solche Karrikaturen könnte der Urheber dann mehrere Jahre ins Gefängnis wandern. Zum Glück findet wenigstens eine der beiden großen Kirchen das Gesetzesvorhaben nicht sinnvoll.

      18. Okt. 2007 | #

    2. Stefan schreibt:

      AFAIK planen die das im Moment immer noch. Mir wird Angst und Bange, wenn ich sowas höre.

      Auch wenn ich sehr sicher bin, dass es spätestens auf Bundesebene scheitern wird.

      19. Okt. 2007 | #

    3. Patrick Pricken schreibt:

      Wird es das?

      20. Okt. 2007 | #

    4. L.E.N. schreibt:

      Wenn diese geplante Verschärfung nicht scheitern sollte, käme dies einer Kriminalisierung nahezu aller selbstbewussten Atheisten gleich, die z.b. entsprechende T-Shirts oder Aufkleber sichtbar tragen bzw. verteilen. Eine Strategie dagegen könnte eine massenhafte Demonstration dieses Selbstbewusstseins sein damit die Religionspolizei (gibts die eigentlich schon?!) nicht zur Ruhe kommt!

      20. Okt. 2007 | #

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