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  • 11. Okt. 2007

    Das Wort am Sonntag: „Mit Gott und den Faschisten”
    Karlheinz Deschner zur Politik der Päpste im 20. Jahrhundert

    In zwölf Folgen zu je knapp zehn Minuten unter dem Serientitel „Mit Gott und den Faschisten” beweist Deutschlands bedeutendster Kirchenkritiker, daß die „Stellvertreter Gottes” im Vatikan, von Leo XIII. bis Pius XII. wesentlich zur Herrschaft des Faschismus in Italien, Spanien, Deutschland und Jugoslawien und damit zu den politischen Katastrophen und zum Völkermord im 20. Jahrhundert beigetragen haben.

    Auch der deutsche Episkopat und die deutsche Geistlichkeit waren in ihrer großen Mehrheit „froh, daß Hitler Liberale, Sozialisten und Kommunisten totschlug”. Deschner weist nach, daß die Kardinäle Faulhaber und von Galen das Gegenteil von Widerstandskämpfern waren, zu denen sie die Legende ebenso erhob wie den katholischen Bundeskanzler Adenauer. Der hatte schon im Winter 1932/33 als Kölner Oberbürgermeister und Zentrumsabgeordneter erklärt, daß „eine so große Partei wie die NSDAP unbedingt führend in der Regierung vertreten sein” müsse und dem italienischen Faschistenführer Mussolini in einem Glückwunsch prophezeit, sein Name werde „in goldenen Buchstaben in die Geschichte der katholischen Kirche eingetragen werden”.

    In Folge II beschreibt Deschner, was deutsche wie französische Bischöfe unter der Verantwortung von „Friedenspapst” Benedikt XV. in Predigten und anderen offiziellen Veröffentlichungen vom Ersten Weltkrieg halten: Sie nennen ihn „heilige Zeit”, „Gnadenzeit”, „Wiederaufbau von Gottes Reich” und eben deshalb „den Krieg, der dem Herrn gefällt”.

    Gefallen findet Benedikts Nachfolger Pius XI. am Faschistenführer Mussolini, den er schon 1921, als er noch Kardinal Ratti heißt, einen „wundervollen Mann” nennt. „Mussolini macht schnelle Fortschritte”, freut er sich, „und wird mit elementarer Kraft alles niederringen, was ihm in den Weg kommt.”
    Karlheinz Deschner, 1924 in Bamberg geboren, im Krieg Soldat, studierte Jura, Theologie, Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte. Über seine literarischen, literatur- und kirchen-kritischen Werke siehe auch unseren Dokumentarfilm „Im Grunde bin ich ein aus lauter Zweifeln bestehender gläubiger Mensch” und die Reportage „Ketzerverbrennung” in unserem KANAL 4-Magazin „Z”.


    Autor: Karlheinz Deschner, Auftraggeber: Kanal 4, 1992, 8,30 min, Regie: Peter Kleinert und Marianne Tralau, Kamera: Tom Kaiser, Ton: Lars Klietsch, Stephan Thonett, Schnitt: Peter Kleinert, Produktionsleitung: Peter Kleinert

    Skepticker-Leser können die komplette Serie für19,95 Euro beim KAOS Kunst- und Video-Archiv für den privaten Gebrauch bestellen: info@kaos-Archiv.de


    1 Kommentar »

    1. malice in wonderland schreibt:

      Bemerkenswerte Selbstfehleinschätzung
      in seinem „Opus Diaboli“ auf S. 262 habe ich folgenden Absatz gefunden:
      „Ich bin kein Fanatiker, ich bin Skeptiker. Und einen Skeptiker, der Fanatiker ist, hat die Welt wohl nie gesehen. Nein ich propagiere keine Lehre, kein Dogma, keine Unfehlbarkeit. Nein ich will keine Proselyten machen, keine Gemeinde gewinnen. Ich leide unter keinem Missionierungszwang, Bekehrungsdrang, keinen Sendungswahn. Ich bezweifle alles, manchmal sogar meine Zweifel…“

      Jemand, der 50 Jahren hindurch neben ein paar unbedeutenden Literaturkritiken, wo meist längst vergessene Utopisten (Jann, Kreuder…) gute Zensuren bekommen, nur eines zu kennen scheint, nämlich ein Werk unter dem Motto “ecclesiam esse delendam” hundert mal zu schreiben, ohne auch nur einmal seine Arbeit wegen notweniger Anpassung an moderner Erkenntnisse zu revidieren, bezeichnet, sich selber nicht als Phanatiker, gar Selbstzweifler, nicht als Sendungswahnsinnigen..
      Das nenne ich Selbstfehleinschätzung zum Extrem!

      28. Jan. 2008 | #

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