Manchmal, das überrascht mich selbst auch, stimme ich mit den Katholiken bei Beurteilung einer Situation überein. So schreibt kath.net über eine katholische Gruppe, die sich angesichts der Einführung “eingetragener Partnerschaften” in unserem Nachbarland Österreich, d.h. der Gleichstellung von homosexuellen Paaren gegenüber Ehepaaren, echauffiert, als wäre damit das Ende der Zivilisation angebrochen. Aber die Formulierung ist interessant gewählt. So zitiert kath.net die Bewegung “Umkehr zum Herrn” mit folgenden Worten:
Überhaupt werde die gesetzliche Regelung Eingetragener Partnerschaften „zu massiven Veränderungen in der Werteerziehung unserer Kinder in Kindergarten und Schule führen“.
Das ist wahr. Da stimm ich vollkommen zu. Der Unterschied zwischen einem rational denkenden Menschen und unseren katholischen Freunden ergibt sich nur in einem winzigen Detail: Nämlich wie man “Veränderungen” beurteilt. Und während ich sagen würde, Veränderungen sind in diesem Fall eine gute Sache, denn es beendet eine widerliche Diskriminierung nach Sexualität, so sehen das die Katholiken, wie so oft, anders. Veränderung ist böse, sie erschüttert die Werte der Gesellschaft - oder auch nur die Werte dieser Gruppe. Wer weiß das schon.
Erfreulich ist dagegen, dass der von kath.net mitgeförderte “lautstarke Protest” gegen dieses Gesetz an der politischen Realität scheitern dürfte, denn alle wichtigen Parteien, selbst die konservative ÖVP, wirken aktiv an dem Gesetzentwurf mit. Es wird also dabei bleiben, dass jeder Protest ein Zeugnis von klerikaler Rückwärtsgewandtheit sein wird. Auch das könnte erklären, wieso selbst in Österreich, einem Land, dass noch vor einigen Jahren als erzkatholisches Land galt, die Leute langsam aber sicher sich von der Kirche abwenden. Solche Proteste können dabei nur hilfreich sein.
