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  • 30. Okt. 2007

    Volker Beck bedauert die missverständliche Wortwahl in der Causa “Hassprediger Kardinal Meisner”. Offebar treibt ihn weniger die Androhung rechtlicher Schritte durch das Bistum, das in einem ähnlichen Fall gegen den Kabarettisten Jürgen Becker eine einstweilige Verfügung erwirkt hatte.

    Meine Verwendung des Begriffs „Hassprediger“ hat Missverständnisse hervorgerufen. Das bedauere ich.
    Kardinal Meisners Äußerungen enthalten keine Aufforderung zu Gewalt und nichts liegt mir ferner als ihn in die Nähe von Terroristen oder Selbstmordattentätern zu rücken. Dies hatte ich auch bereits am Wochenende betont.

    Ich würde den Begriff „Hassprediger“ in diesem Zusammenhang nicht mehr benutzen, weil er – wie mir durch die Reaktionen nunmehr klar geworden ist – von vielen ausschließlich im Zusammenhang mit der Aufstachelung zu Gewalttaten und Morden in Verbindung gebracht wird. Dies wollte ich Kardinal Meisner selbstverständlich zu keinem Zeitpunkt unterstellen. An der inhaltlichen Kritik an seiner Predigt habe ich allerdings nichts zurückzunehmen:
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    28. Okt. 2007

    Da einige Leser des SkepTicker Probleme mit dem Flash-Player haben, gibt es das komplette Video nun als Avi-Datei direkt auf dem Server des SkepTicker. Am Ende des Dokuments auch als Download (Achtung: Dateigröße ~302MB).
    Eine beeindruckende Dokumention über Kirchenkritiker Karlheinz Deschner entlarvt seine Gegner aus den Reihen der Kirchen. Diese Arbeit der Filmemacher Ricarda Hinz und Jacques Tilly, von den Medien des Mainstream bisher nie gezeigt, kann endlich ein breites Publikum erreichen.

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    28. Okt. 2007

    Den Selbstgerechten ordentlich auf den Schlips treten. Kaum einer kann das hierzulande derzeit besser als Georg Schramm. Wie auf der Bühne, so beweisen seine geschliffenen Pointen in seinem ersten Buch, dass politisches Kabarett der alten Prägung auch heute ein breites Publikum finden kann. In der vorliegenden, kommentierten Best-of-Sammlung deuten drei seiner Figuren die Geschichte jeweils in ihrem Sinn: der Rentner Dombrowski, Oberstleutnant Sanftleben und das sozialdemokratische Urgestein August, die Kabarett-Fans ja bereits von der Bühne kennen.

    Dombrowski alias Georg Schramm brilliert mit seinen ausformulierten, selbst nach Jahren an nichts verlierenden Gedankengängen auch als reiner Text auf dem Papier. Seine im besten und umfassenden Sinn hintergründigen Figuren sind weit mehr als nur dramaturgische Staffage für klamaukige Dialekteffekte, sondern sie vereinen in sich stets eine Summe an Leben und Erfahrung, die über den Schlagwortabtausch hinweg unmittelbar zu Herzen geht und für ein Wiedererkennen sorgt.

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    18. Okt. 2007

    Zwölf Karikaturen in einer dänischen Provinzzeitung ließen die organisierte Wut von Muslimen vor allem im Nahen und Mittleren Osten über Dänemark hereinbrechen. Diesen Aufruhr nimmt eine sehr sehenswerte Dokumentation auf Arte zum Anlass, um die Frage nach möglichen Grenzen für das demokratische Grundrecht auf freie Meinungsäußerung zu stellen.

    Brennende dänische Botschaften, wütende Menschen auf den Straßen in Teheran, Damaskus und Kairo. Boykott gegen dänischen Joghurt und andere Delikatessen des kleinen nordeuropäischen Landes. Ausgelöst wurde dieser Aufruhr durch die Veröffentlichung der so genannten Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Provinzzeitung.
    Die freie Meinungsäußerung gilt als ein Grundpfeiler der Demokratie. Aber was passiert, wenn ein demokratisches Grundrecht das Recht anderer Menschen zu verletzen scheint? Der Aufruhr um die Mohammed-Karikaturen machte deutlich, dass nicht alle mit dem Gedanken der grenzenlosen Freiheit einverstanden sind. Die Dokumentation zeigt, wie und warum zwölf Zeichnungen in einer dänischen Lokalzeitung ein kleines Land mit fünf Millionen Einwohnern in eine Konfrontation mit Muslimen in der ganzen Welt stürzen konnten.
    Filmemacher Karsten Kjaer drehte im Libanon und im Iran, in Syrien, Qatar, Frankreich, in der Türkei, in Deutschland und in Dänemark. Er sprach mit Leuten, die während dieser Krise um die Mohammed-Karikaturen Schlüsselrollen innehatten. Und er fragt, ob es eine Grenze für die Freiheit der Meinungen gibt und ob kulturelle Toleranz eine Einbahnstraße ist.

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    15. Okt. 2007

    Tommaso Stenico hoffte, er würde unerkannt bleiben. Deshalb erklärte der Priester sich bereit, im italienischen Fernsehen anonym über seine Homosexualität zu sprechen. Doch Stenico wurde identifiziert – und daraufhin vom Vatikan gefeuert.

    Welt online

    Der Vatikan hat ein Mitglied der Kurie von seinem Amt suspendiert, weil sich dieser in einer Fernsehsendung anonym zu seiner Homosexualität bekannt hat. Die zuständigen Stellen hätten intervenieren müssen, da sich der Priester auf eine Weise verhalten habe, die mit der Mission des Heiligen Stuhls unvereinbar sei, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. Dabei sei der nötige Respekt für den Betroffenen zu beachten, „auch wenn diese Person geirrt hat“.

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    14. Okt. 2007

    Jüngste Studien zeigten, dass die Wahl der Akupunkturpunkte keinen signifikanten Unterschied in der Effektivität einer Akupunkturbehandlung zeigten. Nun wurde an der schwedischen Universität Linköping untersucht, ob das Eindringen der Nadeln in die Haut überhaupt nötig ist. Dazu wurden spezielle Akupunkturnadeln benutzt, die sich im Griff der Nadel versenken können. Dadurch konnte weder der behandelnde Arzt, noch der Patient, visuell feststellen, ob die Nadel die Haut tatsächlich durchdringt. Es handelt sich somit um die erste Studie, die bezüglich des Einstichs doppelt verblindet war.

    Untersucht wurde die Auswirkung der Akupunktur auf durch Strahlentherapien erzeugte Übelkeit. Bisher galt diese Anwendung als eine der vielversprechendsten der Akupunktur. Die schwedische Studie zeigte jedoch keinen statistisch signifikanten Unterschied zugunsten der echten Akupunktur.

    Quelle: Acupuncture does not reduce radiotherapy-induced nausea, but patients believe it does

    11. Okt. 2007

    Nützt Religion?

    Gleich zwei neue deutschsprachige Bücher beschäftigen sich mit dem Thema, Peter Sloterdijks “Gottes Eifer” und Barbara Stöckls Interview mit Christoph Schönborn namens “Wer braucht Gott?”. Robert Misik rezensierte beide Bücher in einem Aufwasch für den Wiener Falter.

    Zeitgenössische, aufgeklärte Gläubige führen ja für ihre Religion schon seit längerer Zeit zwei Dinge ins Treffen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Erstens: Sie ist wahr. Zweitens: Sie ist nützlich. Und da der Wahrheitsgehalt nicht wirklich zu beweisen ist und viele Menschen heutzutage spontan an Dingen wie der Jungfrauengeburt, der Aufspaltung Gottes in verschiedene Betriebsmodi - Vater, Sohn, Heiliger Geist - oder dem Gipfeltreffen von Moses und Jahwe am Berg Sinai zweifeln, wird mehr und mehr Gewicht auf das zweite Argument gelegt.

    Wohl wahr. Die Rezension war ja ganz nett, informativ und aufschlussreich, doch Robert Misiks Resümee verwunderte mich doch sehr:

    Nutzt’s nichts, dann schad’s nichts, wie der Wiener sagt. Ein Glaube, wie der, den Christoph Schönborn vertritt, der richtet wenig Schaden an und tut niemandem weh. Und das ist, wie Peter Sloterdijk zeigt, ohnehin das Beste, was man über eine Religion sagen kann.

    Schönborns Glaube schadet also niemandem und tut niemanden weh?

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    11. Okt. 2007

    Manchmal, das überrascht mich selbst auch, stimme ich mit den Katholiken bei Beurteilung einer Situation überein. So schreibt kath.net über eine katholische Gruppe, die sich angesichts der Einführung “eingetragener Partnerschaften” in unserem Nachbarland Österreich, d.h. der Gleichstellung von homosexuellen Paaren gegenüber Ehepaaren, echauffiert, als wäre damit das Ende der Zivilisation angebrochen. Aber die Formulierung ist interessant gewählt. Den ganzen Beitrag lesen …

    11. Okt. 2007

    Die meisten Deutschen können die Märchen von Hänsel und Gretel oder Dornröschen eher nacherzählen als einen Bibeltext. “Welche Geschichte können Sie spontan erzählen?” hatte das Meinungsforschungsinstitut emnid im Auftrag des evangelischen Magazins “Chrismon” gefragt.

    Umfrage_Bibel-Grimm

    Die Gebrüder Grimm sind offensichtlich fester in der Erinnerung verankert als biblische Geschichten. 88 % der Befragten wissen was Hänsel und Gretel zugestoßen ist. Die biblische Erzählung von Adam und Eva konnten nur etwa zwei Drittel wiedergeben. Immerhin 63 Prozent der Befragten wussten, was alles bei der Geburt Jesu geschah.

    In Ostdeutschland sind biblische Texte weniger bekannt. Nur 17 % wissen um Jonas und den Wal und nur knapp die Hälfte können die Umstände von Jesu Geburt wiedergeben.

    Bei der Befragung der 1.000 Menschen standen acht Texte zur Auswahl, die nacherzählt werden sollten. Darunter waren bekannte Märchen sowie bekannte biblische Texte und eine Stelle aus einem Harry Potter Band.

    Quelle:  www.chrismon.de.

    11. Okt. 2007

    Die britische Regierung will einen Gesetzentwurf vorlegen, wonach Hass erregende Äußerungen zur sexuellen Orientierung eines Menschen mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft werden können.

    Evangelikale Gruppen äußern nun ihre Besorgnis und fürchten eine Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit. Könnte man ins Gefängnis gehen müssen, nur weil man der Meinung ist homosexueller Sex sei falsch?

    Colin Hart, Direktor des konservativen Evangelikalischen Instituts: “In einer freien demokratischen Gesellschaft darf es keine Zensur geben. Ein ‘homophobic hatred law’ wäre eine Axt mit der die Meinungsfreiheit von Christen beschnitten würde.”

    Andrea Minichiello Williams, von Lawyers’ Christian Fellowship: “Ein solches Gesetz ist nicht notwendig. […] Die Einführung eines solches Gesetzes bedeutet nicht den Schutz von Menschenrechte sondern ist eine Sonderbehandlung der Homolobby zu Ungunsten der Meinungsfreiheit aller anderen.”

    Spreche von Gay-Rights.Gruppen widersprechen: Der vorgesehene Straftatbestand würde nicht dazu führen, dass Menschen wegen ihrer religiösen Überzeugungen verurteilt würden. Es werde zumindest nicht jene treffen, die ihre Ansichten „maßvoll“ verträten.

    Quelle: Timesonline.co.uk

    siehe auch: idea.de

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