Irans Präsident Ahmadinedschad ist als Veranstalter von Holocaust-Konferenzen mit zweifelhaften Experten berüchtigt. Nun zeigt das iranische Fernsehen eine mehrteilige Serie über einen iranischen Schindler und über das Schicksal der europäischen Juden unter dem Nazi-Regime.
“Zero Degree Turn” ist der Titel dieser aufwendigen Koproduktion des staatlichen iranischen Senders mit Sendeanstalten aus Ungarn, dem Libanon, Polen und Frankreich. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Habib, der als iranischer Schindler gezeigt wird. Der junge Iraner beginnt kurz vor Ausbruch des Krieges ein Philosophie-Studium in Paris. Als die Nazis die Seine-Metropole besetzen, arbeitet er in der iranischen Botschaft. Von dort beobachtet er wie Juden zum Abtransport zusammengetrieben werden, wobei auch seine jüdische Freundin Sara in Gefahr gerät und er beschließt spontan Ausreisedokumente auszustellen um damit hunderte Juden zu retten.
RP-Online konstatiert einen Tabubruch:
Die Serie bricht mit zahlreichen Tabus in dem schiitischen Land: “Null Grad Drehung” wird vom staatlichen und streng kontrollierten Fernsehen produziert und gesendet, zeigt jedoch zum ersten Mal viele unverschleierte Frauen - schließlich ging es darum, das Paris von 1940 glaubhaft darzustellen. Bislang fand der Holocaust fast nie Erwähnung in den staatlichen Medien, und auch in Schulbüchern suchte man vergeblich Informationen darüber.
und berichtet über die emotionalen Reaktionen des Publikums der Serie, die wöchentlich Millionen Iraner vor die TV-Geräte lockt:
”Ein Mal habe ich geweint, als ich durch den Film erfahren habe, welches Schicksal die kleine Nation während des Kriegs hatte. Und das mitten im Herzen des sogenannten zivilisierten Europas”, sagt Mahbubeh Rahamati, ein Bankangestellter aus Teheran, der die Serie seit ihrem Start im April mitverfolgt.
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Kasem Gharibi guckt die Serie jeden Montag in seinem kleinen Lebensmittelladen. “Durch diesen Film habe ich verstanden, dass die Juden während des Kriegs eine harte Zeit hatten - hilflos und hoffnungslos, wie wir es auch waren, als der Irak den Krieg in unser Land brachte”, sagt Gharibi in Bezug auf den achtjährigen Krieg der Nachbarländer in den achtziger Jahren.
Auch das konservative Wallstree-Journal lobt die Serie und interpretiert die Ausstrahlung als versteckte Diplomatie. So sehr man auch begrüßen muss, dass die Judenvernichtung in der iranischen Öffentlichkeit überhaupt besprochen wird, darf man nicht übersehen, dass die Serie allzu bekannte antisemitische Klischees bedient: Es ist dies die These von der Kollaboration jüdischer Zionisten mit den Naziherrschern. Wie ein roter Faden zieht sich diese Verschwörungstheorie durch die Handlung. Gleich zu Beginn ist Habib Zeuge bei einem Mord an einem Rabbiner durch Zionisten. Später gerät gar der Onkel von Habibs Freundin Sara, ein pensionierter Historiker, wegen Dokumenten, die die geheimen Verbindungen zwischen dem jüdischen Weltverband und den Nationalsozialisten beweisen, in das Visier zionistische Mörder.
Spiegel-Online über den Regisseur des Films, Hassan Fathi
Auch Fatthi macht aus seinem revisionistischen Geschichtsverständnis keinen Hehl. “Die historischen Beweise zeigen, dass die Mehrheit der Nazi-Opfer diejenigen Juden waren, die gegen die Okkupation von Palästina waren”, sagte er zu SPIEGEL ONLINE. Dennoch will Fatthi seine TV-Serie als “Dienst für das Völkerverständnis” verstanden wissen. “Mit dem Film wollte ich einen Beitrag zum Dialog zwischen den Religionen und Kulturen leisten”, sagt er.
Angesichts dieser dicken rechtsextremen Kröte, die zu Beginn des Dialogs zu schlucken wäre, fragt der Spiegel zurecht wie dieser Dialog überhaupt möglich sein soll und wundert sich über die Beteiligung Europas an diesem TV-Projekt:
Dumm nur, dass “Breite: Null Grad” zum Teil mitten in Europa, in Frankreich sowie Ungarn und unter aktiver Teilnahme von europäischen Schauspielern gedreht worden ist. Eine Tatsache, die den iranischen Regisseur um so selbstbewusster an sein Projekt glauben lässt.
weitere Quellen: Jerusalem Post, Middle East Media Research Institute

Vieleicht solltet ihr mal eure Quellem etwas genauer prüfen
http://de.wikipedia.org/wiki/Middle_East_Media_Research_Institute
4. Dez. 2007 | #
Ja? Und?
Welche im Beitrag genannten Angaben sind denn falsch?
4. Dez. 2007 | #