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  • 6. Sep. 2007

    Eine aktuelle Umfrage bestätigt den Erfolg der “neuen Atheisten” nicht nur in Gods own Country: Nur knapp drei Viertel der US-Bevölkerung glauben noch an einen Gott. Auch Europäer glauben immer seltener an höhere Wesen.

    Laut dem Wikipedia-Artikel über die Vereinigten Staaten sind nur 5,4% der USA-Bevölkerung Atheisten. Der Science-Blog Pharyngula berichtet nun von sogar 25% Atheisten/Agnostikern in Amerika, schließt damit aber neben den 18%, die sich explizit als Atheisten und Agnostiker bezeichnen, weitere 6% der Befragten mit ein. Wegen des s.g. ‘desirability effect’ fügten die Autoren der Umfrage die Antwort ‘Would prefer not to say’ auf die Frage nach dem Glauben an Gott oder einem höheren Wesen hinzu. Und genau diese wurde von 6% der Befragten als Antwort gewählt wurde.

    DaylightAtheism diskutiert einerseits, ob die Studie möglicherweise nur ein Ausreißer sein könnte (andere Studien der Jahre 2001 und 2004 hatten einen Anteil von nur 15% Atheisten/Agnostikern ermittelt), spekuliert aber andererseits darüber, dass Atheisten/Agnostiker - falls das Ergebnis sich bestätigt- die zweitgrößte weltanschauliche Gruppe nach den Katholiken seien. Das (linke) Magazin ‘The Nation‘ und z.B. der ‘Columbus Dispatch‘ berichten ebenfall positiv über die Entwicklung und werten sie als Erfolg der publizistischen Tätigkeit kämpferischer Atheisten wie Dawkins, Dennet und Harris:

    Christopher Hitchens ‘God is not Great‘ ist seit 16 Wochen unter den Top 5 der New-York-Times Bestsellerliste, nachdem es direkt bei Erscheinung den Spitzenplatz belegte. ‘The God Delusion‘ von Richard Dawkins hält sich unter den Top 30, obwohl schon im September des letzten Jahres veröffentlicht. Andere prominente Autoren sind Sam Harris and Daniel Dennett.
    Übereinstimmend verkünden die Aktivisten - eine die Phalanx atheistischer Autoren - den Wendepunkt in der amerikanischen Gesellschaft — wenn die Nichtreligiösen sich erheben und ihren Platz am Bankett der politischen Macht einfordern.

    Die Ergebnisse der Studie, von ‘Harris -Online ‘ im Auftrag der ‘Financial Times’, basieren auf einer Online-Erhebung mit über 12.000 Teilnehmern, nicht nur in den USA sondern auch in den 5 wichtigsten Staaten der EU. Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, scheint sich auch in Deutschland der Trend vom Rückgang der Religion weiter zu bestätigen:

    BELIEF IN GOD OR SUPREME BEING

    Q3005_1 “Thinking now about religion, would you say that you are a…?”

      GB F I E D USA
    % % % % % %
    Believer in any form of God or
    any type of supreme being
    35 27 62 48 41 73
    Agnostic (one who is sceptical about the existence of God but not an atheist) 35 32 20 30 25 14
    Atheist (one who denies the existence of God) 17 32 7 11 20 4
    Would prefer not to say 6 6 8 8 10 6
    Not sure 7 4 3 3 4 3

    Note: Percentages may not add up exactly to 100% due to rounding.

    Zum Vergleich die Zahlen einer Allbus-Studie (gefunden auf fowid) ‘Religionszugehörigkeit und Gottesglaube‘ von 2002:

    Konfessionszugehörigkeit und „Gottesglauben“

    Gottesglauben in Deutschland
    n Persönlicher
    Gott
    Höheres
    Wesen
    Weiß nicht was ich
    glauben soll
    Glaube nicht
    an einen Gott
             
    2766 25,2 34,1 15,0 25,7

    4 Kommentare »

    1. wozubiegott schreibt:

      Das klingt alles sehr gut , nur - was machen wir damit?
      Im Grunde heißt das doch, es gibt noch viel zu tun! Aufklärung, Ermutigung zum sich “Outen” als Ungläubige/r, Aufklärung, Aufklärung und Aufklärung. Zum Nachdenken anregen. Wir, die Atheist/innen und Agnostiker/innen müssen uns zu diesem Zweck mehr zusammenrotten, gemeinsam in die Öffentlichkeit gehen, medienwirksam aufheulen, wenn einmal mehr in den Medien religiöse Meinungen als moralische Grundlage für unser Handeln verkauft werden, wenn Kirchenvertreter so tun, als seien sie auch unsere Vertreter.
      Wir brauchen mehr Kirchenaustritte, um den Kirchen die Handlungsgrundlage, die Argumentation zu entziehen! Das heißt wiederum: Aufklärung (über Trennung von Staat und Kirche, Finanzen von Kirche, ecclesiogene Neurosen, Alternativen…).
      Was kann jede und jeder bei sich vor Ort dazu beitragen? Vorträge organisieren, Filmreihen mit religionskritischen Filmen initiieren, Gottlosenstammtische bilden, um mehr Menschen zu gewinnen und gemeinsam Projekte und Aktionen zu entwickeln, humanistische Kindertagesstätten gründen, Konzerte und Theaterstücke mit unterstützenden Musiker/innen und Schauspieler/innen - dabei immer wieder versuchen, mehr Aktive zu gewinnen.
      Wettbewerb: Eindeutig humanistisch-säkular-naturalistisch-atheistische Symbole für T-Shirts, Kaffeetassen und Mousepads. Einen Internetshop für diese Artikel betreiben und Stände auf allen o.g. Veranstaltungen.
      Mit politisch Verantwortlichen sprechen, Anfragen ans Parlament formulieren - und so weiter. Da muss viel mehr passieren, statt nur rumzudiskutieren: An die Arbeit!

      6. Sep. 2007 | #

    2. revilo178 schreibt:

      Ich denke, die Verbreitung wissenschaftlichen Denkens und daraus resultierender Wetbilder ist viel wichtiger, als explizit atheistisches Gedankengut zu verbreiten. Bei letzterem steht immer das “Dagegen” im Vordergrund und das halte ich für nicht geeignet, mehr als die paar üblichen Verdächtigen hinter dem Ofen hervorzulocken.

      6. Sep. 2007 | #

    3. L.E.N. schreibt:

      an revil0178:
      völlig richtig.
      statt ein nörgeliges und auf religion bezogenes “dagegen” (contra Theismus) lieber ein optimistisch-selbstbewusstes “dafür” (säkularer Humanismus)

      6. Sep. 2007 | #

    4. Piwi50 schreibt:

      In diesem Forum werden noch Atheisten gesucht die gut argumentieren können:
      http://bb.focus.de/focus/viewforum.php?f=60

      Außerdem kann man sich im Focus-Forum gut über für und wider von Religion informieren.

      16. Sep. 2007 | #

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