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  • 21. Aug. 2007

    Ein Bilderbuch klärt bereits Sechsjährige auf amüsante Weise über den „Gotteswahn” auf. Doch: Darf man das?

    ferkel_2.jpg HAMBURG. (hpd) In der zweiten Septemberhälfte wird das Buch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel” von Michael Schmidt-Salomon (Autor) und Helge Nyncke (Illustrator) im Alibri Verlag erscheinen. Über das Buch ist schon im Vorfeld viel spekuliert worden. Dem hpd bot sich nun exklusiv die Gelegenheit, die Druckfahnen vorab zu sichten.

    Der Rabbi, der Bischof, der Mufti und das Ferkel

    Das Buch erzählt die Geschichte des kleinen Ferkels und des kleinen Igels, die stets „großen Heidenspaß” hatten. Doch dann entdecken sie eines Tages ein Plakat, auf dem geschrieben steht: „Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!” Darüber erschrecken die beiden sehr, denn sie hatten ja gar nicht geahnt, dass ihnen etwas fehlte. Also machen sie sich auf den Weg, um „Gott” zu suchen. Über die Abenteuer, die unsere beiden Helden später auf dem „Tempelberg” erleben, sei an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Nur soviel: Rabbi, Bischof und Mufti erscheinen, obgleich sie sich in den Haaren liegen, als gleichermaßen verrückt, wie Ferkel und Igel nach überstandener Suche im Irrgarten der Religionen einhellig feststellen. „Und die Moral von der Geschicht’: Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht!”

    Weiterlesen auf hpd-online

    “Wo bitte geht’s zu Gott?” beim Alibri Verlag vorbestellen

    10 Kommentare »

    1. L.E.N. schreibt:

      Ein “Muss” für alle skeptisch denkenden Eltern, Großeltern, Lehrer und Erzieher!
      Ich habs schon bestellt.

      21. Aug. 2007 | #

    2. Thomas schreibt:

      Ich weiß ja nicht - sollte man nicht im Sinne der gleichberechtigten Darstellung verschiedener Weltanschauungen seinen Kindern parallel dieses Buch und Kinderbücher mit christlichen, jüdischen und islamischen (sowie, wenn es das gibt, hinduistischen und buddhistischen) Inhalten vorstellen und sie dann entscheiden lassen, was sie bevorzugen? Handelt es sich nicht um frühkindliche Indoktrination, wenn man sie nur einseitig mit Informationen versorgt? Dann vielleicht nicht lieber doch ein “Was ist was?”-Buch (pardon, das war Schleichwerbung)?

      22. Aug. 2007 | #

    3. sehwolf schreibt:

      @Thomas
      sollte man nicht im Sinne der gleichberechtigten Darstellung verschiedener Weltanschauungen seinen Kindern parallel dieses Buch und Kinderbücher mit christlichen, jüdischen und islamischen

      1. Diese Kinderbuch ist doch eine gleichberechtige Darstellung christlicher, jüdischer und islamischer Inhalte.
      2. Ganz im Gegensatz zu Kinderbüchern wie sie zB in üblicherweise konfessionsgebundenen Erziehungsanstalten verwendet werden.
      3. Selbst wenn man dieses Buch weniger als Aufklärung und mehr als atheistische Indoktrination ansehen würde, (zB wenn man der Meinung wäre jede Form von Information sei grundsätzlich wenigsten ein Stück weit Indoktrination) müsste man doch konzedieren, dass der permanenten Berieselung mit reilgiösen Inhalten, der man sich kaum entziehen kann, durch ein solches Buch ein ganz bescheidenes Gegengift entgegengesetzt würde.

      22. Aug. 2007 | #

    4. Thomas schreibt:

      @sehwolf: zu 1. Nun ja, es ist keine gleichberechtige Darstellung von Büchern christlichen, jüdischen und muslimischen Inhaltes, sondern eine Zusammenfassung des Autors, also Information aus zweiter Hand, die natürlich, soviel Mühe man sich als Autor auch geben mag, immer von den eigenen Vorstellungen eingefärbt ist.
      zu 2. Wobei man natürlich auch, der Vollständigkeit halber anmerken muss, dass religiösese Kinderbuch in seiner Wirkung nicht gleich religiösem Kinderbuch sein muss. Kinder wären sicher manchmal erstaunt, wie die Sintflut in der Bibel dargestellt wird, wenn sie nur die Geschichte vom kleinen Holzwurm in der Arche kennen, der lustig alle Tiere besucht, bis die Arche wieder trockenes Land erreicht.
      zu 3. Nach einer linguistisch-pragmatischen Theorie (Verfasser habe ich vergessen) hat jeder Satz und damit auch jede kontextbehaftete Zusammenstellung von Sätzen (wie in einem Buch) eine Appellfunktion. Die Appellfunktion von Sachbüchern und Kinderbücher ist meiner Meinung nach: “Glaub mir!” (im Fall von Sachbüchern mit dem Zusatz: “..weil ich die und die Beweise habe…”). Kinderbücher haben in dem meisten Fällen noch eine klare “message”, z.B. es ist besser, etwas zu teilen, als es für sich zu behalten, oder Glauben ist toll, oder Glauben ist nicht toll. Insofern halte ich Kinderbücher immer für ein wenig indoktrinierend. Die Eltern formen in den meisten Fällen mit der Auswahl der Bücher kleine Ausgaben von sich selbst, von ihren Ansichten - ein Rassist wird seinem Kind sicher kein Buch vorlesen, in dem steht, dass alle Menschen egal welcher Hautfarbe gleichwertig sind, ein gläubiger Mensch wird seinem Kind sicher kein Buch vorlesen, in dem seine Religion für ihn verzerrt dargestellt wird, ein Atheist wird seinem Kind sicher kein Buch vorlesen, indem Religion als etwas Gutes dargestellt wird.

      23. Aug. 2007 | #

    5. step schreibt:

      Vielleicht leide ich da unter einer besonderen Allergie, aber ich hatte schon als Kind eine starke Abneigung gegen Kinderbücher (und Bücher überhaupt), die mit einem deutlich spürbaren pädagogischen Anspruch daherkommen, die moralisieren oder ideologisieren, die klare Feindbilder klischeehaft darstellen.

      Es ist sicher eine gute Absicht, der Flut an christlicher Indoktrination etwas dezidiert Aufklärerisches entgegenzusetzen. Nach meiner Erfahrung wird das allerdings geschickter indirekt erreicht, durch generelle Motivation der Kinder zum Hinterfragen, durch Darstellung glücklicher Gottlosigkeit, u.ä. - die meisten Kinder in dem Alter, in dem man Ferkelbilderbücher liest, sind weniger an programmatischer Gottessuche interessiert.

      Dazu noch ein kleiner logischer Kritikpunkt: Wenn ich das richtig verstehe, kritisiert das Buch eher die selbsternannten Vertreter Gottes, oder? Ein evangelischer Theologe würde an dieser Stelle vermutlich bestätigen, daß man Gott letztlich nicht in der Kirche, sondern in sich selbst finden muß.

      23. Aug. 2007 | #

    6. sehwolf schreibt:

      @Thomas
      Wir werden wohl unseren Disput auf den Zeitpunkt nach Erscheinen des Buches verschieben müssen, vorher macht es nicht wirklich Sinn darüber zu “streiten” inwieweit dieses Buch indoktrinierenden Charakters ist.
      Noch ein Wort zum Verhältnis Erziehung/Indoktrination. Viele - wenn nicht die meisten - Eltern halten Kinder nur für begrenzt entscheidungs-, aufnahme- und diskursfähig, die Ansicht bestimmte Sachverhalte seien prinzipiell zu kompliziert und können Kindern per se nicht vermittelbar seien. Das betrifft leider besonders von Religion (mE zu Unrecht) besetzen Themen wie Moral, Tod oder zB Sex. Die Tendenz solcherlei “Wahrheiten” (bitte die Anführungszeichen beachten!) vor Kindern zu verheimlichen wird verstärkt durch die Ansicht, Kinder würden durch Kenntnisnahme der Existenz verschiedener möglicher “Wahrheiten” in fürchterliche Verwirrung gestürzt, weshalb Eltern und sonstige Bezugspersonen die Differenzen ihrer jeweiligen “Wahrheiten” den Kindern verschweigen müssen. Das und die Bequemlichkeit sich ernsthaft mit den Kind auseinander zu setzen führt dazu dass selbst beinahrte Naturalisten/Atheisten zB im Todesfall eines Familienmitglieds den Himmel, Engel und sonstige Entitäten bemühen, anstatt ihren Kindern zu sagen was “Sache” ist: Nämlich dass der Verwandte x an ein Weiterleben nach dem Tod glaubt, während man selbst diesen Glauben nicht teilt.

      23. Aug. 2007 | #

    7. sehwolf schreibt:

      @step
      >Nach meiner Erfahrung wird das allerdings geschickter indirekt erreicht, durch generelle Motivation der Kinder zum Hinterfragen…
      Das ist mE der Fall. Die Protagonisten ziehen aus um etwas über den ihnen bis dahin unbekannten Gottesbegriff zu erfahren. Nacheinander besuschen sie die Vertreter abrahamitischer Religionen, deren Vorstellungen von den beiden auf kindliche Weise kritisch hinterfragt werden. Ist es nicht genau das was Du forderst, vor allem, wenn man bedenkt, dass Kinder für gewöhnlich nicht dazu angehalten werden, Religonsvertreter kritisch zu hinterfragen.

      23. Aug. 2007 | #

    8. ela schreibt:

      schon (vor)bestellt!

      sollte man nicht im Sinne der gleichberechtigten Darstellung verschiedener Weltanschauungen seinen Kindern parallel dieses Buch und Kinderbücher mit christlichen, jüdischen und islamischen (sowie, wenn es das gibt, hinduistischen und buddhistischen) Inhalten vorstellen”

      Sollte man Kindern nicht auch gleichzeitig kommunistische, nicht kommunistische, faschistische , antifaschistische usw. Literatur zukommen lassen, damit sie sich “frei” entscheiden können?

      31. Aug. 2007 | #

    9. Blasphemie im Kinderzimmer | SkepTicker schreibt:

      […] das mit Spannung erwartete Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel” ist nun im Buchhandel erhältlich […]

      27. Sep. 2007 | #

    10. Sigrid Deißner schreibt:

      Inhalt auf Wunsch des Autors gelöscht
      -Admin

      4. Feb. 2008 | #

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