Bistum Köln erwirkt einstweilige Verfügung gegen den Kabarettisten Jürgen Becker, er darf Kardinal Joachim Meisner nicht mehr als Hassprediger bezeichnen.
Die katholische Kirche - namentlich vertreten durch Kardinal Meisner - liegt im Clinch mit dem Kabarettisten Jürgen Becker. ‘Schon wieder’ fragt man sich unwillkürlich und denkt ‘der arme Becker’. Hatte es nicht vor allzu langer schon eine Anzeige wegen Volksverhetzung gegen ihn gegeben? Damals waren es aber Muslime gewesen, die sich durch einen Satz aus Beckers Kabarettprogramm „Ja, was glauben sie denn?“ verhetzt sahen:
Der Komödiant wurde ob seines Sketches über den Rollentausch zwischen muslimischen Frauen und Männern - “Warum tragen die Männer nicht mal zur Abwechslung das Kopftuch vor den Augen, das schützt doch auch vor den visuellen Reizen ihrer dann kopftuchlosen Frauen…?
Dieses Mal sind es aber nicht die Muslime, deren Zorn Becker auf sich zieht, sondern ein Kardinal. Was war geschehen? In einem Interview mit dem Kölner Express hatte Becker auf die Frage, wie er sich denn zum Bau einer großen Moschee im Rheinland stelle, geantwortet:
Mein Nachbar ist Moslem, aber auf rheinische Art, mit dem kann man auch mal ein Kölsch trinken. In Köln kann man keinen Moslem dazu ermuntern, Katholik zu werden.
Denn von einem Hassprediger zum anderen zu wechseln, bringt nichts.
Ein paar Tage später meldete Focus-Online:
Das Landgericht Köln erließ nach Angaben eines Gerichtssprechers vom Mittwoch eine einstweilige Verfügung gegen Becker. Hält sich dieser nicht daran, drohen ihm bis zu 250 000 Euro Strafe oder bis zu sechs Monate Haft.
Eine juristisch saubere Definition von ‘Hassprediger’ gibt es leider nur im Zuwanderungsgesetz. Dort heißt es:
Eine Person ausländischer Nationalität, die „in einer Weise, die geeignet ist, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu stören, zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet .
Welchen Teil dieser Definition Herr Meisner erfüllt, liegt klar auf der Hand: Freundliche Worte findet er in er Hauptsache für Menschen, die seinen Glauben an ein supernatürliches Alphamännchen teilen. Für alle anderen, also für Atheisten, säkulare Humanisten, aber auch für abtreibungswillige Frauen, deren Ärzte und BeraterInnen und ganz besonders natürlich für Homosexuelle hat Herr Meisner wenig bis gar nichts übrig, wie man z.B. seiner Predigt beim Soldatengottesdienst Anfang des Jahres entnehmen konnte:
Im Grunde hat der Mensch deshalb eigentlich nur eine Alternative: entweder Bruder in Christus zu sein oder Genosse im Antichrist! Ich weiß, was ich damit sage. Der Gottmensch wirkt das göttliche Wunder der Brotvermehrung und der Lebenserhaltung. Der Menschengott dagegen wirkt das dämonische Wunder der Brotverminderung, d.h. der Lebensverminderung.
[…]
Was eröffnet sich hier für ein Einübungsfeld für die Angehörigen der Bundeswehr! Sie müssen Spezialisten in Sachen Würde des Menschen sein.
Angesichts solcher Aussagen kann man nur zu einem Ergebnis kommen: Zum Hassprediger fehlt Meisner tatsächlich nur eines: Der Migrationshintergrund. “Eine Person ausländischer Nationalität” ist Her Meisner, nach allem was wir wissen, nicht.
Ob diese Überlegung von den Antragstellern der einstweiligen Verfügung im Bistum Köln geteilt wird, mag man allerdings bezweifeln.

[…] nur zu, dass Meisner ein Wiederholungstäter ist ‘er wiederholt damit‘ (siehe auch hier) sondern gestehen sogar ein, dass er ‘bei vielen Gelegenheiten nicht müde wird [seine […]
18. Sep. 2007 | #
[…] die Androhung rechtlicher Schritte durch das Bistum, das in einem ähnlichen Fall gegen den Kabarettisten Jürgen Becker eine einstweilige Verfügung erwirkt hatte. Meine Verwendung des Begriffs „Hassprediger“ hat Missverständnisse […]
30. Okt. 2007 | #
[…] berichteten bereits über die einstweilige Verfügung, die Kardinal Meisner gegen den Kabarettisten Jürgen Becker erwirkte. Diesem ist es seitdem bei Androhung einer Geldbuße von 250.000 € den Kardinal […]
19. Nov. 2007 | #